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UG (Unternehmergesellschaft) – Unternehmensgründung ohne Risiko?

Wenn du ein Unternehmen gründen willst, musst du die richtige Rechtsform für die Unternehmensgründung wählen. Immer wieder wird die Unternehmergesellschaft (Mini-GmbH) empfohlen. Ist sie für dich geeignet?

Für die UG als Unternehmensform entscheiden sich zahlreiche Personen, weil bei der Gründung des Unternehmens wenig Eigenkapital erforderlich ist. Ist das Risiko aus diesem Grund genauso gering?

Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt ist keine Rechtsform

Im Volksmund gibt es für die Unternehmergesellschaft viele Namen: Mini-GmbH oder Ein-Euro-GmbH hast du mit Sicherheit schon einmal gehört. Dabei ist die UG haftungsbeschränkt nichts weiter als eine Variante der GmbH und damit streng genommen keine eigene Rechtsform.

Deshalb solltest du natürlich auch darauf verzichten, deine Firma als Mini-GmbH zu bezeichnen. V.a. auf Visitenkarten, in E-Mails und im Gespräch mit Investoren – sie wird „Firmenname Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)“ heißen, wobei der Zusatz haftungsbeschränkt ausgeschrieben sein muss. Denn nur so wissen deine Partner, mit wem sie es zu tun haben.

UG als Unternehmensform

Mindestens ein Gesellschafter kann eine UG haftungsbeschränkt mit einem Stammkapital von einem Euro gründen; daher auch der Name Mini-GmbH oder Ein-Euro-GmbH. Trotz des niedrigen Kapitals, welches für eine Gründung benötigt wird, solltest du jedoch eine Summe wählen, die zur Finanzierung deiner Geschäftsidee ausreicht – ansonsten droht zu schnell die Insolvenz.

Für die Gründung selbst muss zunächst mindestens ein Euro als Stammkapital auf ein Bankkonto eingezahlt werden – anstelle der 25.000 Euro für eine GmbH. Im Anschluss füllst du ein beurkundungspflichtiges Musterprotokoll aus, welches Folgendes beinhaltet:

  • Bestellung des Geschäftsführers
  • Gesellschaftsvertrag
  • Gesellschafterliste

Kurz nach der Gründung Rücklagen bilden

Viele Unternehmer scheitern, weil sie die UG als Unternehmensform aus einem simplen Grund wählen: dem geringen Stammkapital. Dieses schützt dich aber nicht vor der Tatsache, dass du Rücklagen bilden musst. Denn: Bis das Mindeststammkapital von 25.000 Euro erreicht ist, musst du 25 Prozent des Gewinns in eine Rücklage fließen lassen. Wer keine Gewinne erzielt, ist natürlich ausgenommen.

Ein weiteres Risiko der Unternehmergesellschaft ist das hohe Insolvenzrisiko. Wer nur einen Euro einzahlt, muss sehr sicher sein, dass er ohne Stammkapital Umsätze generieren kann. Das ist für Unternehmer, die in bestimmten Branchen arbeiten, durchaus möglich, aber allgemein eher die Ausnahme. Und selbst dann gilt: Im ersten Geschäftsjahr gibt es viele laufende Kosten.

Problematisch wird es, wenn man in Bedrängnis gerät und seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Natürlich ist die UG haftungsbeschränkt – das ist auch ein Grund, warum sich viele Menschen für die Gründung eines solchen Unternehmens entscheiden. Es gibt aber Ausnahmen: Die Gesellschafter haften bei Bürgschaften und persönlichen Krediten mit ihrem privaten Vermögen.

Die Gründungskosten berücksichtigen

Auch wenn das Stammkapital nur einen Euro beträgt, sind die Kosten für die Gründung einer Unternehmergesellschaft etwas höher; berücksichtige diese bei der Gründung:

  • rund 120 Euro für den Eintrag ins Handelsregister
  • 50 Euro für Notarkosten
  • monatliche Kosten für Bankgebühren (etwa fünf bis zehn Euro)
  • jährliche Kosten für die Mitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer (120 bis 240 Euro)

Du möchtest mehr über Gründungen wissen? Hier erfährst du mehr über die Vorteile, die ein Gründercoaching dir bietet.

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