Freelancer Verdienst Vergleich Angestellte

Verdienen Freelancer mehr als Angestellte?

Wer verdient mehr: Freelancer oder Angestellte? Diese Frage hast du dir mit Sicherheit auch schon einmal gestellt. Wir versuchen sie zu beantworten.

„Und was verdienst du so?“ – Eine Frage, auf die einige Menschen nur ungern antworten. Sie ist aber für Angestellte wichtig, die mit dem Gedanken spielen, dass sie sich selbstständig machen wollen. Zuvor möchten sie aber natürlich über die Verdienstmöglichkeiten Bescheid wissen.

Freelancer-Verdienstmöglichkeiten

Mit welchem Verdienst als Freelancer kannst du rechnen? Im Schnitt verlangen Selbstständige aus der D-A-CH-Region einen Stundensatz von etwa 80,00 Euro. Die jährlichen Bruttoumsätze betragen ca. 100.000 Euro.

Da es sich um Bruttogehälter handelt, müssen natürlich noch die Steuern berücksichtigt werden. Angenommen der Jahresumsatz liegt bei 100.000 Euro brutto und du erfüllst folgende Kriterien:

  • kein geldwerter Vorteil
  • kein jährlicher Steuerfreibetrag
  • Steuerklasse 3
  • Mitglied der Kirche
  • Bundesland Baden-Württemberg
  • 25 Jahre alt
  • keine Kinder
  • gesetzliche Kranken, Renten- und Arbeitslosenversicherung
  • KV-Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent

Dir blieben dann netto rund 62.800 Euro übrig (5.230 Euro pro Monat). Als Faustregel gilt: Um dasselbe wie ein Angestellter zu verdienen, müssen Selbstständige etwa das 1,6-fache erwirtschaften.

Verdienstmöglichkeiten von Angestellten

Wie verdienen Angestellte im Vergleich zu Freelancern? Das durchschnittliche Gehalt (brutto) im Jahr 2015 betrug etwa 43.300 Euro (Tendenz steigend), wobei es Unterschiede zwischen den neuen und alten Bundesländern sowie Männern und Frauen gibt (Quelle: destatis.de); besonders gut verdienen die Bürger in Hessen, Bayern und Baden-Württemberg; Frauen verdienen im Schnitt 22 Prozent weniger als Männer.

Wie auch unter Freiberuflern gibt es Branchen mit besseren Verdienstmöglichkeiten:

  • IT & Kommunikationstechnik
  • Produzierendes Gewerbe
  • Privatwirtschaft
  • Dienstleistungsbereich

Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zufolge lag 2011 das Nettoeinkommen eines privaten Haushaltes noch bei fast 3.000 Euro im Monat, also 36.000 Euro pro Jahr. In einem Haushalt können wiederum mehrere Personen leben.

Chancen & Risiken für Selbstständige

Was beim Gehaltsvergleich immer wieder vergessen wird, sind die Chancen und Risiken. Freiberufler müssen sich um ihre Auftragslage selbst kümmern, sie haben nicht unbedingt konstant Aufträge und ihnen fehlen einige Vorteile wie zum Beispiel ein 13. Gehalt oder bezahlter Urlaub.

Auf der anderen Seite profitieren Freelancer von anderen wirtschaftlichen Vorteilen, die beim Gehalt zu berücksichtigen sind z.B.:

  • Gründungszuschüsse
  • Förderungen
  • Abschreibungen

Wirtschaftliche Vergleiche sind schwierig

Ist das Gehalt eines Selbstständigen höher als das eines Angestellten? Wer nur auf die Zahlen blickt, wird diese Frage mit ja beantworten. Ganz so einfach ist es aber nicht.

Zwischen diesen beiden Gruppen herrschen große Unterschiede, sodass ein direkter Vergleich schwierig ist. Man kann aber sagen: Die Verdienstmöglichkeiten sind bei Freelancern besser, da es zumindest theoretisch keine Grenze nach oben gibt.

Hier findest Du weitere Informationen darüber, welche Vor- und Nachteile Freiberufler haben.

4 Gedanken zu „Verdienen Freelancer mehr als Angestellte?

  1. Christian Aust

    Wenn der durchschnittliche Stundensatz 80 EUR „brutto“ betragen soll, dann entsprechen die 100.000 EUR Umsatz 1.250 Stunden pro Jahr, was realistisch ist, aber auch eine recht gute Auslastung beschreibt. Dann bedeutet das aber, dass der Freelancer zunächst 19% Umsatzsteuer abführen muss, macht einen Umsatz ohne Umsatzsteuer von 84.033 EUR. Davon gehen betriebliche Kosten ab, die man mind. mit 15% beziffern sollte, zB für Arbeitsmittel, Fortbildung, Reisen, Büro und anderes. Bleibt ein Ertrag vor Steuern von 71.428 EUR. Ist ein Auto im Spiel, steigen die Kosten rapide. Ebenso, wenn viel Reisetätigkeit für vor-Ort-Einsätze anfällt.

    Auf diese Summe zahlt unser Freelancer nun im Jahr 14.239 EUR Steuern und weiter monatlich 774,30 EUR freiwillige gesetzliche Kranken-/Pflegeversicherung, macht netto pro Monat 3.991 EUR. Allerdings ohne jede Absicherung bei Krankheit oder Umsatzausfall, hier muss der Selbständige vorsorgen: 20% sollte man mindestens zurücklegen, um Phasen ohne Auftrag überbrücken zu können.

    Damit bleiben 3.193 EUR pro Monat, wenn alles gut läuft. Und somit 709 EUR mehr als beim Angestellten mit 43.000 EUR brutto im Jahr. Der allerdings hat bezahlten Urlaub, 42 Tage Lohnfortzahlung bei Krankheit, Kündigungsschutz uvm. Und nur einen Bruchteil der Verantwortung gegenüber Finanzamt & Co.

    Ob das den Aufwand am Ende wert ist, muss man gründlich abwägen.

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  2. M.

    Nehme ich mal die Rentenbeitrage des Angestellten + den Arbeitgeberanteil, so gehen dann nochmal 1100 EUR ab.
    Auto (in der Regel fahre ich als Freelancer schon mal weitaus mehr), Büro & Equipment (Telefon, Notebook, welche ca. alle 3-5 Jahre ersetzt werden müssen) fehlen bei der Berechnung ebenso wie Kosten für Soziale Netzwerke, Webseite, Rechtsanwalt (AGB, fragwürdige Verträge mit Projektvermittlern, Steuerberater).
    Ob ich somit immer noch mehr wie ein 25 als Freelancer verdiene, lassen wir mal dahin gestellt.

    Mit dem beruflichen Aufstieg des Angestellten geht in der Regel auch das Gehalt nach oben, der Stundensatz
    eines Senior Freelancer gehen nicht in diesem Maße hoch.

    Ich finde solche Vergleiche, die nur an der Oberfläche kratzen kritisch,
    da Sie bei den Angestellten in der Regel nur Neid gegenüber den Freelancer schnüren.

    In diesem Sinne, … sollte es noch nicht jedem klar sein, das Geld sollte also nicht das primäre Motiv sein als Freelancer längerfristig arbeiten zu gehen.

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  3. Klemens

    Hallo Maike,
    noch so eine hirnlose Formulierung!
    Am Ende unter
    Freelancer-Verdienstmöglichkeiten:
    „… müssen Selbstständige etwa 1,6 Mal mehr erwirtschaften.“
    Wenn ein Angestellter also 100.000 verdient, muss ein Selbstständiger 160.000 mehr (1,6 Mal mehr), damit 260.000 erwirtschaften?
    SO EIN BLÖDSINN!
    Gruß
    Klemens

    Antworten
  4. Olaf

    Die Schwierigkeiten liegen als Freelancer jedoch an dem eigenen Portfolio. Besonders der Anfang kann sich als sehr schwer erweisen, sollte man noch keine Referenzen aufweisen können. Zudem kommt, dass man als Freelancer oftmals mit internationalen Kandidaten konkuriert und diese oftmals sehr wenig Geld für den selben Service verlangen.

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