Auch Freelancer brauchen Urlaub

Während sich Angestellte mehrmals im Jahr vertraglich festgelegte Auszeiten nehmen können und dafür nichts weiter tun müssen, als einen Urlaubsantrag einzureichen, sieht das bei Freelancern ganz anders aus. „Urlaub? Dieses Jahr schaffe ich’s einfach nicht.“ So oder so ähnlich könnte das auf Nachfrage bei vielen Freelancern klingen. Doch über das Jahr verteilte Auszeiten sind wichtig. Wie lässt sich das als Freelancer am besten einrichten?

Urlaub als Freelancer – geht das überhaupt?

Freelancer müssen ständig erreichbar sein. Kunden, Projekte, Termine, Absprachen – Pausen kommen hier ungelegen. Viele Freelancer fürchten sich vor einer Auszeit. Sie haben Angst, den Anschluss zu verlieren oder Aufträge zu verpassen und somit bares Geld einzubüßen. Außerdem ist es für sie schwer, den richtigen Zeitpunkt zu finden, denn sie haben oft einen Berg von Arbeit und eine Menge Termine und Verpflichtungen.

Nehmen sie sich dann doch mal die Zeit, um in den Urlaub zu fahren und etwas zu entspannen, haben sie häufig schnell ein schlechtes Gewissen. „Ich lasse meine Kunden im Stich“, „ Mir entgehen sicherlich wichtige Aufträge und Projekte“ und „Ich habe tolle Ideen und möchte diese am liebsten jetzt sofort umsetzen“ könnten einige Beispiele für mögliche Gedanken eines Freelancers während einer Auszeit sein.

JA! Urlaub ist immens wichtig

Jeder Berufstätige benötigt das Jahr über Auszeiten, um die Akkus mal wieder vollständig aufladen zu können und um langfristig gesund zu bleiben. Besonders Freelancer, die häufig mehr als 40 Stunden die Woche tätig sind und meist auch abends und am Wochenende noch ein, zwei Aufgaben erledigen – also ein immens hohes Arbeitspensum haben – brauchen die Zeit der Erholung und Entspannung. Doch gerade sie neigen dazu, ihre Urlaubsphasen vor sich her zu schieben oder sie ganz auszulassen, da sie nicht den richtigen Zeitpunkt finden. Dabei sollte ihnen jedoch im Hinterkopf bleiben, dass sie, wie jeder Berufstätige, Anspruch auf freie Zeit haben und diese (beispielsweise von Kunden) respektiert werden sollte.

Lösungsansätze

Aber was tun, wenn man sich als Freelancer nun Urlaubszeit eingeräumt hat aber vom schlechten Gewissen geplagt wird oder gedanklich pausenlos bei der Arbeit hängt? Am liebsten trotz Freizeit ständig Anrufe und Mails checken will?

Um Deine Urlaubszeit als Freelancer auch wirklich genießen zu können, gibt es einige Tipps:

  1. Damit Anrufe und Mails nicht ins Leere laufen, ist das Engagieren eines Sekretariatsservices eine tolle Möglichkeit, die Urlaubszeit zu überbrücken.
  2. Bei Kunden, die zwingend versorgt werden müssen, lohnt sich eine Vertretung.
  3. Statt eines langen Urlaubs kannst Du auch mehrere Kurztrips übers Jahr verteilt planen, um nicht z.B. für drei komplette Wochen die Arbeit ruhen lassen zu müssen.
  4. Die geplante Urlaubszeit wurde angekündigt und nun kommt am letzten Arbeitstag alles? Das Telefon klingelt unablässig und das Mailpostfach quillt über, weil alle Dich vor dem Urlaub noch erreichen wollen? Einfach einen etwas früheren Urlaubsstart kommunizieren. So bleibt genug Zeit, um alles in Ruhe zu regeln und eventuell vorzuarbeiten.
  5. Gleiches gilt für den Arbeitsstart nach dem Urlaub.
  6. Keine Arbeit in den Urlaub mitnehmen (Smartphone, Tablet, geschäftliche Lektüre bleiben zu Hause – hier auch wirklich konsequent sein)

3 Gedanken zu „Auch Freelancer brauchen Urlaub

  1. Pingback: 5 Tipps für einen entspannten Urlaub als Freiberufler | Billomat

  2. AvatarStephan

    Toller Artikel.
    Kurze Frage: Ich bin seit Ende Jan im Projekt (Transformation eines Unternehmens, ich begleite das als Personalentwickler, 3000 MA, es geht auch um Entlassungen und um einen globalen Personalentwicklungsplan im Rahmen des Projektes).
    Wir wollten im Juli für 6 Wochen in den Urlaub fahren, das ganze habe ich erst Ende April dem Kunden/Projektgeber erzählt.
    Kunde hatte das damals abgelehnt aufgrund der heißen Phase des Projekts die jetzt startet da ich die Hauptperson bin. Ich möchte aber dennoch in den Urlaub. Der Kunde droht jetzt damit den Projektvertrag zu kündigen. Hat er Recht?

    1. MaikeMaike

      Hallo Stephan,
      vielen Dank für das positive Feedback!
      Bezüglich der Frage: Leider sind wir nicht in der Position, hier einen konkreten juristischen Ratschlag zu geben. In diesem speziellen Fall würden wir dazu raten, rechtlichen Beistand beziehungsweise Beratung einzuholen.
      Viel Erfolg und viele Grüße,
      Maike Mir

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