Steuern, Steuerarten für Freelancer und Freiberufler

Steuern zahlen: Das sollten Freelancer wissen

Als Freelancer tätig zu sein wird immer beliebter. Doch dabei muss sich auch dem unattraktiven Thema der Steuern gewidmet werden. Welche Steuerzahlungen auf Freelancer zukommen und welche Termine dabei wichtig sind, erfahren Sie in folgendem Artikel.

Projekte und Jobs für FreelancerDie Einkommensteuer

Genauso wie natürliche Arbeitnehmer unterliegen Freelancer der Einkommensteuerpflicht. Wie hoch diese ausfällt, richtet sich dabei nach der Höhe des Einkommens, welches den Umsatz abzüglich der Kosten darstellt. Für die Steuerzahlungen ist also ausschließlich der Gewinn maßgebend.

Meldet man seine Selbstständigkeit beim Finanzamt an, wird es nötig, einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung auszufüllen. Hierbei ist es ratsam, die erwarteten Einkünfte nicht zu optimistisch zu prognostizieren, da die zu zahlenden Steuern zunächst auf Grundlage dieser Angaben ermittelt werden. Fällt der Gewinn niedriger aus als geplant, werden diese zwar zum Ende des Jahres zurückgezahlt, erst mal müssen diese aber vorausgezahlt werden.

Steuern im Voraus zahlen

Bereits im Verlauf des Jahres muss eine Steuervorauszahlung an das Finanzamt getätigt werden. Somit bleibt Freelancern meist eine hohe Nachzahlung erspart. Die Höhe der zu leistenden Vorauszahlung orientiert sich dabei an den bisherigen Steuerbescheiden beziehungsweise an der Schätzung über die erwarteten Einnahmen bei einer neu begonnenen Tätigkeit.

Nach der jährlichen Steuererklärung ergibt sich eine Differenz zwischen der Vorauszahlung und der tatsächlichen Steuerschuld, sodass entweder zu viel gezahlte Steuern zurückgezahlt werden oder eine Nachzahlung des noch offenen Betrages innerhalb von einem Monat nach Erhalt des Steuerbescheides fällig wird.

Eine Vorauszahlung ist aber nur dann notwendig, wenn diese im Kalenderjahr mindestens 400 Euro und zum Vorauszahlungstermin mindestens 100 Euro betragen würde. Die Höhe richtet sich hierbei grundsätzlich nach dem Einkommen, welches bei der letzten Veranlagung erzielt wurde.

Die Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer wird in Deutschland auf nahezu alle Waren und Dienstleistungen erhoben und spielt daher für Freelancer, genauso wie die Einkommensteuer, eine wichtige Rolle. Sie fällt allerdings ausschließlich auf Umsätze, die im Inland getätigt werden, an. Der Regelsatz liegt hierzulande bei 19 Prozent, für Bücher und eine Vielzahl von Lebensmitteln besteht eine Umsatzsteuer von 7 Prozent. Diese wird dem Preis für die Leistungen des Freelancers hinzugerechnet. Allerdings kann dieser Zusatzbetrag nicht vom Freelancer einbehalten, sondern muss direkt an das Finanzamt abgeführt werden.

Die Vorsteuer

Um die eigenen Leistungen anbieten zu können, müssen Freelancer oftmals wiederum die Waren oder Dienstleistungen anderer Unternehmen in Anspruch nehmen, welche ebenfalls eine Umsatzsteuer in Rechnung stellen. Dieser Umsatzsteuerbetrag kann als Vorsteuer gegenüber der eigenen zu zahlenden Umsatzsteuer geltend gemacht werden.

Beispiel: Ein Freelancer verkauft seine Waren für einen Nettobetrag von 200.000 Euro. Die Umsatzsteuer hierauf beträgt 38.000 Euro. Um diese Waren herstellen zu können, wurden jedoch zuvor Materialien im Wert von 120.000 Euro netto bezogen, zuzüglich einer ausgewiesenen Umsatzsteuer von 22.800 Euro. Dieser Betrag stellt die Vorsteuer dar. Somit muss an das Finanzamt nur noch die Differenz von 15.200 Euro als Umsatzsteuer abgeführt werden.

Voranmeldung der Umsatzsteuer

Anders als die Vorauszahlung der Einkommensteuer, deren Höhe das Finanzamt ermittelt, muss die Voranmeldung der Umsatzsteuer vom Freelancer selbst durchgeführt werden. Diese ist stets am 10. eines Monats nach Ablauf des geregelten Voranmeldezeitraumes vorzunehmen. Ob der Voranmeldezeitraum dabei ein Jahr, ein Quartal oder einen Monat beträgt, hängt von der Höhe der Steuerschuld ab.

So muss die Umsatzsteuer-Voranmeldung monatlich erfolgen, wenn die Steuerschuld des vorangegangenen Jahres über 7.500 Euro lag. Lag sie zwischen 1.000 und 7.500 Euro, ist die Voranmeldung nur quartalsweise einzureichen. Bei einer Steuerschuld unter 1.000 Euro kann der Freelancer von der Voranmeldung befreit werden, sodass er seine Steuern regulär einmal im Jahr begleicht.

Das Finanzamt überprüft stets am Ende des Jahres die Steuerschuld sowie den tatsächlich abgeführten Umsatzsteuerbetrag des Freelancers. Daher kann auch hierbei eine Nachzahlung oder gegebenenfalls eine Rückerstattung erfolgen.

Keine Gewerbesteuer für freiberufliche Freelancer

Eine Gewerbeanmeldung ist für fast alle Existenzgründer Pflicht, für Freelancer die freiberuflich tätig sind, ist dies jedoch nicht notwendig, weshalb in diesem Fall auch keine Gewerbesteuern anfallen. Wenngleich keine eindeutige Grenze zum klassischen Gewerbe gezogen werden kann, gilt jedoch grundsätzlich, dass wissenschaftliche, künstlerische, erzieherische sowie schriftstellerische Tätigkeiten nicht der Gewerbeordnung unterliegen.

Es ist jedoch auch möglich, als freiberuflicher Freelancer zusätzliche Einkünfte aus einer gewerblichen Tätigkeit zu beziehen – der Status des Freiberuflers bleibt erhalten –, allerdings ist es hierbei unbedingt erforderlich, die freiberuflichen und gewerblichen Arbeiten nicht zu vermischen. Überwiegt Letzteres, werden womöglich alle Tätigkeiten vom Finanzamt als gewerblich eingestuft. Aufgrund dessen sollten dort zuvor etwaige mögliche Freibeträge erfragt werden.

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