Hionorarvertrag unterzeichnen

Freelancer-Wissen: Was ist ein Honorarvertrag?

Ein Honorarvertrag ist eine Vereinbarung zwischen einem Unternehmen und einem gewerbetreibenden Freelancer oder Freiberufler. Dieser Regelt das Verhältnis des Freien Mitarbeiters zum Auftraggeber und soll eine klare Abgrenzung zu einem Angestellten Aufzeigen.

Projekte und Jobs für Freelancer

Honorarvertrag: Definition

Mit dem sogenannten Honorarvertrag einigen sich zwei Parteien, im Regelfall ein Freier Mitarbeiter und ein Auftraggeber, über sach- oder dienstleistungsbezogene Aufgaben.

Der Vertrag, der häufig z.B. von Trainern, Journalisten und Beratern unterschrieben wird, sieht vor, dass der Freelancer nicht fest angestellt ist. Sein Einkommen orientiert sich an den Angaben im Honorarvertrag. Für den Arbeitgeber bedeutet das: Er zahlt weder Sozialversicherungsbeiträge, noch muss er dem Freelancer einen bezahlten Urlaub genehmigen.

Bei der vertraglichen Gestaltung sind beide Parteien recht flexibel, was aber auch problematisch für Freelancer sein kann. Da man kein Arbeitnehmer ist und keine Sozialversicherungsabgaben zahlt, sollte eine Versicherung gegen Arbeitsunfälle und Erkrankungen in Erwägung gezogen werden; für einige Freelancer ist auch eine Berufshaftpflichtversicherung sinnvoll.

Die einzelnen Punkte eines Honorarvertrages

Im Internet sind zahlreiche Muster für Honorarverträge zu finden, auf deren Grundlage diese Vereinbarung erstellt werden kann. Grundsätzlich sollte ein Honorarvertrag folgende Punkte enthalten:

  • vollständige Daten über Auftraggeber und Auftragnehmer
  • Vertragsdauer (genaues Datum für Arbeitsbeginn und -ende)
  • Honorar pro Stunde (ggfs. Mehrwertsteuer inbegriffen)
  • die täglich, wöchentlich oder monatlich aufzuwendende Stundenzahl
  • eventuell zu erbringende Leistungen und Angaben zur Auftragsabwicklung
  • gestellte oder erstattete Arbeitsmittel/-geräte
  • Angaben über eine Verschwiegenheitspflicht
  • gestellte oder erstattete Fahrt-/Unterhaltskosten
  • Zeitraum für Berichtspflicht
  • Angaben zur Kündigung
  • Erfüllungsort und Gerichtsstand
  • Datum und Ort
  • Unterschriften beider Parteien

Unterschiede zwischen Honorarvertrag und Werkvertrag

Wie der Name bereits sagt, geht es beim Werkvertrag um die Erstellung eines Werkes beziehungsweise einer Arbeitsleistung. Vertraglich wird also der Erfolg einer Dienstleistung festgelegt, sodass diese Vertragsart eher für Projekte geeignet ist, nicht aber für eine langfristige Zusammenarbeit. Der Honorarvertrag hingegen ist dem Dienstleistungsvertrag sehr ähnlich. Hierbei unterstützt der Freelancer in einem festen Stundenkontingent den Auftraggeber und führt in diesem Rahmen entsprechenden Leistungen aus.

Einen Vorlage für ein Checklist zur Vertragsgestaltung finden Sie auf vorlagen.de*. Mit dem Code projektwerk erhalten Sie zudem 10% Preisnachlass auf den download dieser Vorlage.

Das Risiko der Scheinselbstständigkeit

Vor dem Abschluss eines Honorarvertrages ist die sogenannte Scheinselbstständigkeit auszuschließen.

Folgende Merkmale deuten auf eine Scheinselbstständigkeit hin:

  • der Selbstständige ist dauerhaft für nur einen Auftraggeber tätig
  • die Tätigkeiten des Selbstständigen erwecken nicht den Eindruck, dass sie unternehmerischer Natur sind
  • der Selbstständige hat dieselbe Tätigkeit wie zuvor als Angestellter des Auftraggebers
  • der Selbstständige übernimmt Aufgaben, die zuvor das Personal des Arbeitgebers ausführte
  • der Selbstständige besitzt keinen versicherungspflichtigen Angestellten mit einem Gehalt von über 450 Euro pro Monat

Treffen drei dieser Punkte zu, wird von Scheinselbstständigkeit ausgegangen. Die Konsequenzen für den Arbeitgeber: Er muss die Sozialversicherungsbeiträge für die letzten vier Jahre nachzahlen; hinzu kommen gegebenenfalls Bußgelder und Säumniszuschläge. Des Weiteren wird der freie Mitarbeiter nun ein Angestellter und profitiert von allen Vorteilen, die dieser genießt: Urlaubsanspruch, Kündigungsschutz, et cetera.

Honorarvertrag von einem Anwalt prüfen lassen

Wer den Weg in die Selbstständigkeit gewählt hat, kommt um den Honorarvertrag oftmals nicht herum. Damit dieser keine Nachteile für beide Seiten bedeutet, sollte die Scheinselbstständigkeit ausgeschlossen und der Vertrag von einem Anwalt geprüft werden – dann steht der Zusammenarbeit zwischen dem Freiberufler und seinem neuen Kunden nichts im Weg.

Unsere Buchempfehlung

Buchtipp zum Honorarvertrag

Unser Buchtipp*

Ob Trainer, Berater oder Coach. In diesem Buch werden viele rechtliche Details, so auch die Vertragsgestaltung und -prüfung behandelt.

Dieser Artikel wurde am 09.07.2018 aktualisiert.

*Affiliate-Link

Jetzt Newsletter für Freelancer abonnieren


Wie hat Ihnen der Artikel gefallen`?

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (4 Stimmen, Durchschnitt: 4,75 von 5)
Loading...

2 Gedanken zu „Freelancer-Wissen: Was ist ein Honorarvertrag?

  1. MaikeMaike

    Hallo Carmen,

    zuerst möchte ich kurz betonen, dass es schwer ist, dazu eine verbindliche Aussage zu treffen – natürlich möchte ich Dir aber gerne helfen. Ich bin mir nicht sicher, ob Du schon selbstständig bist oder mit dem Gedanken spielst? Die Entscheidung über die Ausgestaltung der Tätigkeit müssen natürlich der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber treffen. Generell gilt: Hat ein Freelancer nur einen Auftraggeber oder stammt sein Gesamtumsatz größtenteils von einem einzelnen Autraggeber, sehe ich hier die Gefahr der Scheinselbstständigkeit. Auch festgelegte Arbeitszeiten können ein Anhaltspunkt für eine Scheinselbstständigkeit sein. Mehr zu der aktuellen Rechtslage findest Du in diesem Artikel.

    Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen?

    Viele Grüße, Maike

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.