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GmbH: Vorteile und Nachteile für Freelancer

Viele Freelancer spielen mit dem Gedanken, eine eigene Firma zu gründen. Eine häufig gewählte Rechtsform ist die GmbH. Welche Vor- und Nachteile die Gründung einer GmbH für dich hat, erfährst du im Anschluss.

Überblick zur Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Wenn du als Freelancer eine GmbH gründen möchtest, solltest du dich zunächst einmal genau darüber informieren, welche Konsequenzen diese Rechtsform für dich hat. Eine GmbH gehört nämlich zu den Kapitalgesellschaften und eignet sich somit nur für Freelancer, die ihre Haftung beschränken wollen.

Um eine GmbH als Freelancer zu gründen, muss lediglich eine Person als Gesellschafter eingetragen werden. Die größte Hürde ist das einzuzahlende Mindeststammkapital, welches laut § 5 GmbHG stolze 25.000 Euro beträgt. Oder: Man zahlt gemäß § 7 Abs. 2 GmbHG 12.500 Euro ein und haftet persönlich, bis der Differenzbetrag erbracht wird.

Das Stammkapital musst du übrigens nicht unbedingt in Form von Geld einzahlen. Folgende Möglichkeiten der Einlagen gibt es insgesamt:

  • Geldeinlagen (auch bar)
  • Sacheinlagen (Maschinen, Immobilien, etc.)
  • Gemischte Einlagen (Kombination der beiden zuvor genannten Einlagen)

In jedem Fall musst du zumindest 12.500 Euro als Stammkapital einzahlen, was für Freelancer, die gerade erst durchstarten, eine hohe Investition bedeuten kann.

Gründung einer GmbH: Die Vorteile im Überblick

Die Gründung einer GmbH bringt viele Vorteile mit sich. Dazu gehören folgende Aspekte:

  • Die gesetzliche Haftungsbeschränkung schützt dein privates Vermögen. Das ist insbesonders dann wichtig, wenn du als Freelancer ein großes Vermögen angesammelt hast und dieses schützen möchtest.
  • Du kannst Dritte ins Geschäft einbeziehen, zum Beispiel in den Bereichen Geschäftsführung sowie Beirat. Eine Geschäftsführung kann dein Unternehmen führen, während du deiner Kerntätigkeit nachgehst.
  • Gesellschafter können juristische Personen (andere Kapitalgesellschaften) sein.
  • Natürlich steht es dir frei, alleine eine GmbH zu gründen; man spricht umgangssprachlich von einer Ein-Personen-GmbH.
  • Die Gehälter eines Geschäftsführers sind abziehbare Betriebsausgaben; dadurch entsteht ein Steuervorteil für dich.
  • Außerdem reduzieren Personalkosten den zu versteuernden Gewinn einer GmbH.
  • Ein weiterer Steuervorteil ist ein niedriger Körperschaftsteuertarif.
  • Die Rechtsform wird bei Banken, Kunden und Lieferanten besonders geschätzt, wodurch viele weitere Vorteile entstehen.
  • Wenn du deine GmbH irgendwann verkaufen möchtest, kannst du das problemlos tun; du musst lediglich die Gesellschafteranteile veräußern.

Nachteile der Gründung einer GmbH als Freelancer

Die Gründung einer GmbH hat leider nicht nur Vorteile, sondern auch einige negative Aspekte. Darunter fallen folgende Punkte:

  • Es muss ein Gesellschaftsvertrag entworfen werden, in dem Details zur Firma, dem Sitz, Gegenstand und Stammkapital genannt werden. Die Erstellung ist sehr aufwendig und muss exakt formuliert werden.
  • Nicht zuletzt die Kapitalaufbringung ist ein großer Nachteil, denn 12.500 Euro sind eine große Summe. Außerdem haftet man für das gesamte Mindestkapital (25.000 Euro).
  • Es muss eine strikte Trennung zwischen dem Vermögen der GmbH und dem seiner Gesellschafter erfolgen; Sanktionen wegen Missachtung sind sehr hoch.
  • Die Gründung einer GmbH ist mit umfangreichen Formalitäten verbunden, die jene einer GbR übersteigen.
  • Es gibt strenge Vorschriften bezüglich der Buchführung und Bilanzlegung.
  • Eine GmbH ist natürlich auch gewerbesteuerpflichtig, während ein Freiberufler keine Gewerbesteuer zahlt.
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Gründung einer GmbH lohnt sich in bestimmten Fällen

Bevor du eine GmbH gründest, solltest du die Vor- und Nachteile abwägen und überlegen, ob sich die Gründung wirklich lohnt. Eine GmbH lohnt sich insbesondere für sehr solvente Freelancer, die eine Expansion planen und zugleich ihr Privatvermögen schützen wollen. Mit einer GmbH wirst du definitiv flexibler.

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4 Gedanken zu „GmbH: Vorteile und Nachteile für Freelancer

  1. AvatarOlaf Barheine

    Die GmbH zahlt Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer, und das Einkommen des Geschäftsführers unterliegt natürlich der Einkommensteuer. Und weiß der Teufel, was noch alles versteuert werden muss, wenn die GmbH Gewinne ausschüttet oder eines Tages aufgelöst wird. Ob sich das steuerlich unterm Strich wirklich lohnt?

  2. AvatarSven

    Vielen Dank für diesen Artikel! Ich überlege schon länger die Rechtsform zu ändern, besonders das einbeziehen von Dritte wäre teilweise hilfreich.

  3. AvatarM. P.

    Der Schutz des Privatvermögens ist doch kein Argument für eine GmbH. Da bleibe ich doch lieber Freiberufler und schließe eine Berufshaftpflichtversicherung ab.

  4. Pingback: Nebenberuflich Selbstständig – darauf müssen sie achten |

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