Selbstständig als Feelgood Manager:in – Wertschätzung und Wohlbefinden in Unternehmen unterstützen

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In diesem Blogbeitrag gibt Vera Podlinski, Arbeits -und Unternehmensberaterin und Autorin des Buches “Prozesse und Maßnahmen des Feelgood Managements” einen Einblick in den Beruf von Feelgood Manager:innen.

Dass die Unternehmenskultur den entscheidenden Unterschied im Wettbewerb um fähige Nachwuchskräfte und gute Zukunftsskills von Unternehmen macht, rückt immer mehr in das Bewusstsein der Arbeitswelt 4.0:

Vera Podlinski mit Ihrem Buch "Prozess und Maßnahmen des Feelgood Manamengents
Autorin: Vera Podlinski

Es braucht starke Unternehmenskulturen, um die Attraktivität von Unternehmen am Markt zu gewährleisten und gesunde Arbeitsatmosphären zu kreieren, in denen Menschen gut und gerne produktiv sind.

Feelgood Management als relativ junges Berufsbild setzt einen Akzent als Antwort auf die Herausforderung von Unternehmen, sich mit statt gegen die aktuellen Trends zu entwickeln und mehr Wertschätzung und Wohlbefinden in die Arbeit zu bringen. Dieses neue Berufsfeld braucht fähige Menschen, um die Kulturgestaltung von Unternehmen nachhaltig zu begleiten.

In diesem Blog-Beitrag gibt Vera Podlinski, Arbeits- und Organisationspsychologin, systemische Unternehmensberaterin und Autorin des Buchs „Prozess und Maßnahmen des Feelgood Managements: Ein arbeitspsychologischer Blick auf Unternehmenskulturen zum Wohlfühlen“ (erschienen August 2020) Einblicke in das Berufsbild des Feelgood Managements und welchen Mehrwert dies für Unternehmen und Menschen bedeutet.

Wie hat sich das Berufsbild „Feelgood Manager:in“ entwickelt?

Das Konzept des Feelgood Managements hat sich seit 2011 in Deutschland entwickelt, als wachsende Start-Ups zunehmend darum bemüht waren, ihre mitarbeiterorientierte Gemeinschaftskultur aus der Gründungsphase in die Wachstumsphase zu übertragen.

Das Feelgood Management macht es sich seitdem zur Aufgabe, eine wertschätzende Kultur des Miteinanders in Unternehmen zu fördern und die Rahmenbedingungen der Arbeit zu verbessern, indem die Menschen einer Organisation und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt werden.

Das macht dieses Berufsbild in seiner jeweiligen Ausgestaltung zu einem sehr individuellen Job, der von Unternehmen zu Unternehmen variiert und sämtliche Maßnahmen umfasst, die auf das Ziel einer stärkeren Unternehmenskultur einzahlen.

Was genau tun Feelgood Manager:innen?

Feelgood Manager:innen hören hin, sehen die Abläufe und Kommunikationswege, fühlen sich in die Kultur des Unternehmens ein, ermitteln Bedürfnisse und überlegen gemeinsam mit dem Team und den Führungskräften, welche Schritte unternommen werden müssen, um den Arbeitsalltag ein Stück weit einfacher, schöner und produktiver zu gestalten.

Einer der wichtigsten Punkte dabei ist die Partizipation der Unternehmensmitglieder:

Feelgood Management gießt nicht von oben Maßnahmen herab, sondern entwickelt gemeinsam mit den Mitarbeitenden Ideen und Implementierungsschritte zur Verbesserung des Miteinanders.

Die bzw. der Feelgood Manager:in unterstützt die Mitarbeitenden in der Umsetzung oder leitet dazu notwendige Prozesse in die Wege – letztendlich sind es aber alle Unternehmensmitglieder, die für die Gestaltung der Unternehmenskultur verantwortlich sind, weil sie ein Teil davon sind.

Feelgood Management als Freelancer:in?

Immer mehr Unternehmen schaffen für Feelgood Management eine eigene Stelle, oft eine Stabstelle angegliedert an die Geschäftsführung.

Andere Unternehmen holen sich ihr „Feelgood“ jedoch bewusst von außen – in Form von beratenden, selbstständigen Feelgood Manager:innen.

Beide Wege sind gängig und haben ihre eigenen Qualitäten.

Im Feelgood Management geht es viel darum, mit den Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen und über die wirklich wichtigen Themen zu reden:

  • Was bewegt die Mitarbeitenden?
  • Was ist ihnen wichtig?
  • Was brauchen sie, um einen wirklich guten Job machen zu können? 

Als Freelancer:in im Bereich Feelgood Management sollte man daher ein besonderes Geschick haben, schnell eine Vertrauensbasis mit anderen Menschen aufbauen zu können, und profitiert nicht selten von der neutralen Position als Außenstehende:r.

Der Job als Feelgood Manager:in wird in beiden Fällen als impulsgebend verstanden, um Maßnahmen anzustoßen, die dann eigenverantwortlich von den Mitarbeitenden umgesetzt werden. Daher eignet sich dieser Beruf ebenso für zeitweise Begleitung eines Unternehmens.

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Wie wird man zur bzw. zum Feelgood Manager:in?

Viele Feelgood Manager:innen haben unterschiedliche berufliche Hintergründe und entwickeln sich oft aus einem inneren Antrieb heraus, etwas in ihrem Unternehmen oder in der Arbeitswelt insgesamt zum Besseren verändern zu wollen.

Weiterbildungsmaßnahmen wie die „Fachausbildung GOODplace® Certified Feelgood Manager“ sowie einige Online-Ausbildungen bieten die Möglichkeit, sich für den Beruf zu zertifizieren.

In meinem Buch, für das ich insgesamt sieben sowohl angestellte als auch selbstständige Feelgood Manager:innen zu ihrem Arbeitsalltag befragt habe, werden auch die persönlichen Grundvoraussetzungen beschrieben, welche ein:e Feelgood Manager:in mitbringen sollte, um erfolgreich zu sein.

Um gut auf die Mitarbeitenden und deren Bedürfnisse eingehen zu können, sollte diese Person besonders empathisch und begeisterungsfähig sein:

Ihre Aufgabe liegt darin, die Unternehmenskultur wahrzunehmen und in einem partizipativen Prozess mit den Mitarbeitenden Maßnahmen zu entwickeln, damit letztere gut und gerne produktiv miteinander sein können.

Die wichtigsten Stellschrauben dafür liegen in der Kommunikation und im Miteinander im Unternehmen, welche durch gegenseitige Wertschätzung zwischen Geschäftsführung, Führungskräften und Mitarbeitenden verbessert werden können.

Dafür setzt Feelgood Management den Rahmen und ist damit ein starkes Signal des Unternehmens an die Mitarbeiterschaft, als Mensch und nicht nur als Arbeitskraft gesehen zu werden.

Wie stehen die Chancen am Markt für Freelancer:innen?

Als selbstständige:r Feelgood Manager:in trifft man auf einen boomenden Markt, da kulturelle Themen immer weiter in den Fokus von Unternehmen treten und auch nachweislich wirtschaftlichen Nutzen haben:

Eine starke Unternehmenskultur geht mit geringerer Fluktuation und weniger Krankheitstagen einher, verbessertem Informationsfluss und produktiverem Miteinander sowie mit einer hohen Attraktivität am Markt, was sich positiv auf Recruiting und sogar Kundenfeedback auswirkt.

Trotzdem ist der Begriff des Feelgood Managements umstritten und wird oft auf die bloße Bespaßung von Mitarbeitenden durch Tischkicker oder Obstkörbe reduziert.

Tatsächlich geht es dabei aber um sehr tiefgreifende, zwischenmenschliche Prozesse und kann – bei entsprechendem Rückhalt durch Geschäftsführung und Führungskräfte – zu einem umfassenden kulturellen Wandel in Unternehmen führen.

Dazu nimmt die bzw. der Feelgood Manager:in die Rolle der bzw. des Ansprechpartner:in und Vertrauensperson ein, organisiert Werteworkshops und Events der gegenseitigen Begegnung über den Schreibtisch hinaus und fragt nach den echten Bedürfnissen der Mitarbeitenden.

Feelgood Management will nicht per se „zufrieden machen“, sondern setzt vor allem auf Mitgestaltung und Impulse zur Eigenverantwortung für das Klima im Team.

Deshalb sprechen einige der Feelgood Manager:innen von sich eher als „Kulturgestalter:innen“, weil dies seriöser klingt und der Auswirkung ihrer Tätigkeit besser gerecht wird. Daher ist es in der eigenen Positionierung als Selbstständige:r wichtig, die Begrifflichkeit gut zu prüfen und ein passendes Label für das eigene Vorhaben zu finden, um am Markt erfolgreich zu sein.

Wie kann ich vorgehen, um Feelgood Management umzusetzen?

Mein Buch gibt für die Etablierung von Feelgood Management in Unternehmen einen Schritt-für-Schritt-Prozess an die Hand, an dem man sich strukturell entlanghangeln kann.

Das ausschlaggebende ist allerdings immer, dass es sich dabei um kein Schema F handelt, sondern es vor allem auf das Fingerspitzengefühl der Feelgood Managerin bzw. des Feelgood Managers ankommt, auf die Menschen zu reagieren.

Feelgood Manager:innen fungieren als Verstärker:innen der Unternehmenskultur, indem sie die gemeinsamen Werte ermitteln, hochhalten und durch gezielte Maßnahmen zum Leben erwecken. Mein Buch gibt Einblicke in zahlreiche Feelgood Maßnahmen entlang der einzelnen Prozessschritte und liefert Best Practice Beispiele für die Gestaltung wertschätzender Unternehmenskulturen zum Wohlfühlen.

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Für wen eignet sich das Berufsbild?

Für Menschen, die gern Veränderungen anstoßen, direkt im Kontakt mit Menschen arbeiten und etwas verbessern möchten, ist dieses Berufsbild wie geschaffen.

Als Freelancer:in eröffnet sich darin ein aufregendes, vielschichtiges und wachsenden Aufgabenfeld, indem das eigene Sinnerleben durch direktes Feedback sehr hoch ist und man spürbar zum Arbeitsglück anderer beitragen kann.

Mein Buch kann dabei besonders am Anfang ein wertvolles Hilfsmittel als praktischer Leitfaden sein, um Orientierung und Inspiration zu erhalten, wie Wohlfühlkulturen in Unternehmen geschaffen werden können, und die ersten Hürden als Feelgood Manager:in souverän zu meistern.

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Dieser Beitrag wurde am von unter Freelancer-News veröffentlicht.
Vera Podlinski

Über Vera Podlinski

Vera Podlinski (geb. 1990 in Berlin) ist Arbeits- und Organisationspsychologin und systemische Beraterin, Organisationsentwicklerin und Coach am Institut für Organisationsentwicklung und Systemische Beratung IOS Schley & Partner in Hamburg. Sie unterstützt Menschen sowie Unternehmen dabei, in ein wirklich gutes Miteinander zu kommen und tiefgreifende Veränderungsprozesse als wahre Transformation zu erleben. Mit ihrem beruflichen Hintergrund als Innovationsmanagerin und Design Thinking Coach setzt sie kreative Methoden ein, um Perspektiven zu erweitern und neue Lösungswege zu entwickeln. Auch im Privaten lebt und liebt Vera Podlinski die Kreativität und ist neben vielen schöpferischen Leidenschaften auch als Sängerin erfolgreich.Vera Podlinski (geb. 1990 in Berlin) ist Arbeits- und Organisationspsychologin und systemische Beraterin, Organisationsentwicklerin und Coach am Institut für Organisationsentwicklung und Systemische Beratung IOS Schley & Partner in Hamburg. Sie unterstützt Menschen sowie Unternehmen dabei, in ein wirklich gutes Miteinander zu kommen und tiefgreifende Veränderungsprozesse als wahre Transformation zu erleben. Mit ihrem beruflichen Hintergrund als Innovationsmanagerin und Design Thinking Coach setzt sie kreative Methoden ein, um Perspektiven zu erweitern und neue Lösungswege zu entwickeln. Auch im Privaten lebt und liebt Vera Podlinski die Kreativität und ist neben vielen schöpferischen Leidenschaften auch als Sängerin erfolgreich.

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