Betriebshaftpflichtversicherung für Freelancer

Um sich vor den finanziellen Schäden und Folgen selbst verschuldeter Fehler zu schützen, lohnt sich der Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung für Freelancer und Selbstständige. Informationen dazu und zu den Betriebshaftpflichtkosten findest du in diesem Beitrag.

Was ist eine Betriebshaftpflichtversicherung?

Die betriebliche Haftpflichtversicherung ist für Selbstständige aller Art praktisch unverzichtbar. Sie sichert Freiberufler gegen Fehler ab, die durch ihre Geschäftstätigkeit entstehen. Je nachdem, in welcher Branche man tätig ist, können Schäden durchaus in den sechsstelligen Bereich gehen – das würde für einen Einzelunternehmer den finanziellen Ruin bedeuten, da er mit seinem privaten und gesellschaftlichen Vermögen haftet.

Beispiel: Anfänglich vermeintlich kleine Probleme, wie etwa ein Datenverlust, können für einen Informatiker schnell teuer werden. Einer Studie der Computerwoche zufolge kostet ein Datenverlust Unternehmen im Schnitt 2,4 Millionen Euro – ein Wert, den kaum ein Einzelunternehmer allein stemmen kann. Aus diesem Grund ist der Abschluss einer betrieblichen Haftpflichtversicherung von großer Wichtigkeit.

Betriebshaftpflicht für Freiberufler vs. Betriebshaftpflicht für Gewerbetreibende

Aufgrund der steigenden Zahl an Freelancern haben sich einige Versicherer darauf spezialisiert, Betriebshaftpflichtversicherungen speziell für Freiberufler anzubieten. Wie unterscheidet sich diese von einer Police für Gewerbetreibende?

Die Policen für Freelancer richten sich nach ihrem Aufgabenbereich. Es gibt Betriebshaftpflichtversicherung für die Kategorien:

  • IT (Programmierer, Webentwickler)
  • Consulting (Berater, Manager, Trainer)
  • Media (Designer, Texter)

Diese Art der betrieblichen Haftpflichtversicherung ist speziell für die Tätigkeit des Freelancers optimiert und deckt alle potenziellen Schäden ab. Eine klassische Betriebshaftpflicht für Gewerbetreibende hingegen deckt viele Branchen ab, jedoch ist der Versicherungsschutz meist niedriger. Es werden viele Gefahren abgedeckt, aber längst nicht alle. Maßgeschneiderte Lösungen bieten einen besseren Schutz, je spezieller die Ausrichtung der eigenen Tätigkeit ist.

Übrigens: Viele Angebote für Freelancer sind lediglich eine Berufshaftpflichtversicherung, bei der ein Schutz für Personen- und Sachschäden nicht inbegriffen ist. Diese gibt es nur bei einer (separat erhältlichen) Betriebshaftpflicht beziehungsweise einem Kombiprodukt, welches beide Policen umfasst.

Freiberufler: Betriebshaftpflichtversicherung bringt Vorteile & Kosten

Jede Versicherung ist mit einem Kostenaufwand verbunden. Viele Freelancer sind der Ansicht, dass sich die Ausgaben für eine Betriebshaftpflichtversicherung schlichtweg nicht lohnen. Das Beispiel am Anfang des Artikels sollte dir das Gegenteil beweisen. Eine kleine Unachtsamkeit kann einen millionenschweren Schaden herbeiführen. In solchen Fällen ist eine Haftpflichtversicherung für Selbstständige mehr als willkommen. Sie übernimmt die durch den Schaden verursachten Kosten und, wenn der Freelancer schuldig ist, im Regelfall auch die Gerichtskosten.

Dennoch hat jede Police ihre Grenzen – und das ist meist die vereinbarte Deckungssumme. Diese sollte in jedem Fall im Millionenbereich angesiedelt sein; Informatiker und alle anderen Selbstständigen, die große Schäden verursachen können, sollten sie möglichst hoch ansetzen; fünf Millionen Euro ist ein guter Richtwert. Wichtiger als die Summe selbst ist die Gewissheit, dass der Versicherer die gesamten Kosten übernimmt.

Mit welchen Betriebshaftpflichtkosten ist zu rechnen?

Diese Frage ist schwer zu beantworten, da die Betriebshaftpflichtkosten von dem Tätigkeitsbereich des Freelancers abhängen: Im Bereich IT und Consulting kann man mit Kosten von mindestens 260 Euro pro Jahr plus Versicherungssteuer rechnen. Für den Bereich Media fallen jährlich zumindest 230 Euro an, hinzu kommt auch hier die Versicherungssteuer.

Fazit: Die betriebliche Haftpflichtversicherung kann Karrieren retten

Versicherungen sind Leistungen, die gut zu haben sind, von denen man aber am liebsten nie Gebrauch machen möchte. Daher solltest du dir die Betriebshaftplichtversicherung „gönnen“, sobald du sie dir leisten kannst.

Als Freelancer führst du deine Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen aus. Für den Fall, dass dir aber doch ein – folgenschwerer – Fehler unterläuft, bewahrt dich diese Police vor einem finanziellen Ruin.

Mehr zum Thema „Versicherungen“ findest Du hier.

2 Gedanken zu „Betriebshaftpflichtversicherung für Freelancer

  1. Kjell

    Die Betriebshaftpflicht beinhaltet die Mitversicherung auch der Angestellten, wer alleine ist, der ist meiner Berufshaftpflicht gute beraten.

    Antworten
  2. Udo

    Eine reine Betriebshaftpflicht, wie sie von vielen Unternehmen angeboten wird, ist für IT-Soloselbständige meist Augenwischerei und herausgeworfenes Geld. Denn typische Haftpflichtschäden, die solche Versicherungen abdecken, sind die, die man auch aus dem privaten Umfeld kennt, z.B. wenn man die Tasse Kaffee beim Kunden über seinen Computer kippt. Der Schaden ist ärgerlich, aber überschaubar.
    Ein ganz anderes Kaliber sind die Vermögensschäden, die entstehen können, wenn man mit „virtuelle Waren“ (Daten) in Kontakt kommt. Wenn man beispielsweise die Kundendatenbank „verliert“ oder die Daten von einem unverschlüsselten Laptop gestohlen werden. Oder ein Datenverlust entsteht, weil man dem Kunden hätte sagen müssen, dass ein Backup Pflicht ist. Da greift eine normale Haftpflicht nicht, sondern nur eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung. Wie wichtig die ist (im Gegensatz zur normalen Haftpflicht), kann man daran erkennen, dass sich die Beiträge zur Versicherung dramatisch erhöhen, wenn man den Teil der Vermögensschadenhaftpflicht in die Haftpflichtversicherung einberechnen lässt. Auch ist die Deckungssumme für Vermögensschäden meist wesentlich geringer als für die normale Haftpflicht.
    IT-Berater sollten sich sehr gut ansehen, WAS die Haftpflichtversicherungen eigentlich abdecken. Insbesondere bei Beratungsfehlern, Datenverlusten und anderen immateriellen Dingen. So wird bei normalen Haftpflichtversicherungen fast nie der Fall abgedeckt sein, wo man aus Versehen ein urheberrechtlich geschütztes Werk auf die eigene Homepage setzt und abgemahnt wird – da berufen sich Versicherungen auf „Vertragsrecht“. Und das ist nicht abgedeckt.
    Fast immer werden auch nur die Schäden bei Fremden berücksichtigt. Wenige Versicherungen bieten einen Schutz gegen eigene Verdienstausfälle aus. Die Kosten für eine solche Versicherung hängen meist vom Umsatz ab – gut verdienende Berater dürfen aber mit 600 bis 1200 Euro pro Jahr rechnen. Ein Kaskoschutz, der eigene Verluste bei Fahrlässigkeit kompensiert, ist entsprechend teurer.

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