Das Thema „Fachkräftemangel“ haben wir hier im Blog lange nicht mehr besprochen. Aus den Diskussionen in Politik und Wirtschaft ist es aber nicht mehr wegzudenken, wenn es um die Entwicklung des Arbeitsmarktes bzw. der eigenen Personaldecke geht. Und auch für Freelancer ist es ein absolut wichtiges Thema: Ist es nicht die Chance, die Lücken zu schließen und kurz- oder langfristig sowohl den Mangel an Fachkräften als auch den Mangel an Fähigkeiten in Unternehmen auszugleichen?
Gerade bei wissensintensiven Dienstleistungen, die in der IT oder im Ingenieurwesen auf der Tagesordnung stehen, sollen die Lücken in einigen Jahren ziemlich groß werden.
Aber was heißt „in einigen Jahren“ eigentlich genau? Die einen sprechen von 2014, andere von 2020 und wieder andere behaupten sogar, wir seien schon mittendrin.
Am Montag dieser Woche hat auch Frau von der Leyen wieder vor einem drastischen Arbeitskräftemangel in Deutschland gewarnt. In den kommenden 15 Jahren werde es rund 5 Millionen Erwerbstätige weniger geben, sollte man weitermachen wie bisher.
Sicherlich muss man dabei die Größe eines Unternehmens berücksichtigen, denn kleine und Kleinstunternehmen stehen häufig gar nicht vor der Herausforderung des Fachkräftemangels. Ihre Prioritäten liegen eher in anderen Bereichen: Focus.de nennt hier die Erschließung neuer Kundengruppen und den Aufbau profitablerer Strukturen.
Nun ist es ja immer ein Leichtes, aufzuschreien, wenn etwas in Schieflage geraten ist bzw. wenn man beobachten kann, wie man auf den Eisberg zusteuert. Und je größer und lauter man dabei ist, desto eher findet man auch Beachtung.
Die Herausforderung ist dann nur, rechtzeitig das Ruder herum zu reißen. Bei der Titanic hat es leider nicht funktioniert. Politiker und Unternehmen haben allerdings jetzt noch die Chance umzudenken, sich auf die veränderten Anforderungen einer immer flexibler werdenden Arbeitswelt einzustellen und im Ergebnis entsprechend flexibel zu agieren. Dann ist die Angst vor dem Know-how-Verlust vielleicht auch nicht mehr so riesengroß. Oder?
Freelancer und auch schon viele (kleinere und mittelständische) Unternehmen haben mit diesem Prozess bereits begonnen, arbeiten „work 2.0“ und gleichen ihre Auftragsschwankungen durch Projektpartner aus.
Wie schätzen Sie die Situation ein: Gibt es wirklich einen Fachkräftemangel?




















