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selbständiger Pfleger

2011
15
Sep

Der Dienstplan ist geschrieben, jeder Pfleger ist schon aufs Maximum eingesetzt und trotzdem sind noch Schichten frei. Der Alltag eines Heimleiters. Dann kommt ein Anruf am Dienstagmorgen: Ein Kollege meldet sich krank. Was jetzt? Es soll ja nicht an der Qualität der Pflege mangeln. Und die Zahl der Pflegefälle ist drastisch steigend.

Laut Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste mangelt es zurzeit an 30.000 Fachkräften in der deutschen Kranken- und Altenpflege. Sie werden überall händeringend gesucht und freiberufliche Pfleger sind gefragter denn je. Bei Heimleitern oder in Krankenhäuser sind freiberufliche Pfleger und Krankenschwestern schon lange nicht mehr nur Alternativen. Aus Angst vor Aussagen wie „Bei denen pflegt mich ja jeden Tag ein Fremder“, buchen die Personalverantwortlichen häufig anonym qualifizierte Freiberufler, die Phantome der Pflege. Doch es wird zu schnell rationalisiert, nicht hinterfragt oder richtig recherchiert, warum und wie die freien Mitarbeiter in den jeweiligen Institutionen arbeiten. Freiberufliche Pfleger arbeiten meist genau so oft oder sogar öfter auf den betreffenden Stationen und können so unter anderem ein sehr enges Verhältnis zu den Patienten aufbauen. Selbständiges Pflegepersonal ist anders gebunden an die Gesetzeslage und kann ihren Dienst flexibler gestalten, außerdem gibt es weniger krankheitsbedingte Ausfälle und spart somit Lohnkosten. Genau dieser Aspekt macht den freiberuflichen Pfleger für die Wirtschaft so attraktiv. Auch aus Sicht der Pfleger und Krankenschwestern, ist  ein freies Arbeitsverhältnis sehr interessant. Der Stundenlohn liegt höher als der, der festangestellten Kollegen, was die Abhängigkeit von der Auftragslage aufwiegt.

examinierte krankenschwester In Deutschland gibt es zurzeit noch relativ wenige Freiberufler im Gesundheitswesen – z.B. im Vergleich zur IT-Branche. In Großbritannien beispielsweise sieht das ganz anders aus. Hier ist es schon lange alltäglich, dass Pflegepersonal von Agenturen an die unterschiedlichen Heime oder Krankenhäuser vermittelt wird. Qualitativ gibt es da keinen Unterschied, im Gegenteil. Das Personal ist immer auf dem neuesten Stand und wird regelmäßig weitergebildet. Es steht somit dem Heim-  bzw. Krankenhauspersonal qualitativ in nichts nach. Experten sehen aber auch für Deutschland bereits einen positiven Trend beim Thema Selbständigkeit bei Pflegefachkräften und schauen optimistisch und mit gespanntem Blick in die Zukunft.

Wie sehen Sie die Entwicklung? Welche Erfahrungen haben Sie als bzw. mit freiberuflichem Pflegepersonal gemacht?

 
 

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