Hier finden Sie den aktuellen Marktmonitor mit einem kurzen Rückblick auf die Themen, die für Freiberufler und den Projektmarkt im vergangenen Jahr besonders prägend waren.
Gesundheitswesen
Marktmonitor: Rückblick 2011 – Die Themen des Jahres für Freiberufler
Beitrag von Maike / Kategorie: Marktmonitor, Presse
Ambulante, spezialärztliche Versorgung als neuer Sektor im Gesundheitswesen
Beitrag von Maike / Kategorie: Allgemein
Ein Gastbeitrag von Dr. Hans-R. Hartweg, Leiter des Studiengangs Health Economics (Gesundheitsökonomie) am Hamburger Standort der Hochschule Fresenius
- Versorgungsstrukturgesetz ante portas -
Das deutsche Gesundheitssystem blickt auf eine ganze Reihe von gesundheitspolitischen Initiativen zur Verzahnung des ambulanten und stationären Leistungssektors zurück. Waren es in den auslaufenden 1990er Jahren noch so genannte “Modellvorhaben“ und “Strukturverträge“, die versuchten, medizinischen Innovationen im Gesundheitssystem zu einer Vertragsplattform zu verhelfen, so prägten ab Beginn des neuen Jahrhunderts Begriffe wie “Integrierte Versorgungsformen“, “Hausarztzentrierte Versorgung“ oder aber “Besondere, ambulante Versorgungen“ die Gesundheitslandschaft. Intention des Gesetzgebers war insbesondere die beiden unterschiedlichen Sektoren “ambulant“ und “stationär“ enger miteinander zu verzahnen, um so viele der Koordinations- und Kommunikationsprobleme einzudämmen. Flankiert wurden diese selektivvertraglichen Versorgungsformen von Modellen der Regelversorgung. Hier sind vorrangig z. B. “Ambulante Operationen“, das “Belegarztwesen“ sowie die “Öffnung von Krankenhäusern für ambulante Leistungen“ zu nennen. Auch die neueste gesundheitspolitische Initiative im Rahmen des Gesetzes zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung (Versorgungsstrukturgesetz) hält an dieser Direktive fest.
So sieht die aktuelle Gesetzgebung eine Änderung des § 116b Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V) derart vor, dass ambulant erbringbare Spezialleistungen einem eigenen Versorgungssektor der so genannten “ambulanten spezialärztlichen Versorgung“ zugeführt werden sollen. Innerhalb dieser Versorgungsform soll die Therapie von Erkrankungen mit besonderen Krankheitsverläufen, die Behandlung seltener Erkrankungen, ausgewählte ambulante Operationen, andere stationsersetzende Leistungen aus dem Katalog des § 115b SGB V und weitere hochspezialisierte Leistungen in einem neuen Versorgungssektor aufgehen.
Dabei überlässt es der Gesetzgeber dem obersten, für die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung zuständigen Gremium, dem so genannten Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), Richtlinien für die Anbieter zu erlassen, in dem die konkreten Leistungen bzw. Krankheitsbilder dieser neuen spezialärztlichen Versorgungsform nebst den zur Behandlung dieser Erkrankungen vorgesehenen prozessualen Vorgaben zu definieren sind. Diese Vorgaben können sich auf verpflichtende Kooperation zwischen den Leistungserbringern, auf Überweisungsregeln sowie auf Entscheidungshilfen für die behandelnden Ärzte beziehen. Darüber hinaus wird der G-BA die Qualifikationsvoraussetzungen für die in diesem Sektor arbeitenden Leistungserbringer bestimmen.
Spannend ist natürlich nun die Frage, mit welchen Wirkungen diese neue Gesetzesinitiative einhergeht. So wird es wahrscheinlich in den Fällen zu einer Verbesserung der Versorgungssituation kommen, in denen die Anbieter von Gesundheits-(dienst-)leistungen für seltene und schwierige Erkrankungen eine deutliche erleichterte Zulassung zur Leistungserbringung erhalten. Da in der Gesetzesnovelle keine mengenmäßige Begrenzung der zu erbringenden Leistungen vorgesehen ist, können hier Umsatzzuwächse generiert werden. Dies kann gerade für niedergelassene Ärzte von Interesse sein. Des einen Freud, des anderen Leid wird aber die Abrechnung entsprechender Leistungen sein. Grundsätzlich wäre diese zwischen Arztpraxen und Krankenkassen nach eigenen Regeln zu organisieren. Allerspätestens aber bei der vorgesehenen Bereinigung der Gesamtvergütung wäre allerdings ohnehin wieder mit der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung zu sprechen. Krankenhäusern hingegen könnte es gelingen, Geschäftsbereiche derart auszuweiten, dass ein über die akutstationäre Betreuung hinausgehendes Therapieangebot platziert werden könnte. Vielleicht gelingt derart ein Beitrag zur Steigerung der Rentabilität von Krankenhäusern, so dass bestehende Versorgungslücken angegangen werden können. Krankenhäuser werden dabei allerdings mit großer Behutsamkeit vorgehen müssen, um keine Konflikte mit “ihren“ niedergelassenen Ärzten zu provozieren. Schließlich sind diese ja auf die Einweisungen der Niedergelassenen angewiesen.
Sie sehen schon, in welcher Breite und Tiefe diese Novelle diskutiert werden kann. Das Gesundheitswesen mit seinen unterschiedlichen Anreizen, Interessen und Akteuren ist gerade an solchen Stellen besonders facettenreich und bietet ständig ein neues Betätigungsfeld für Honorarärzte und andere Freelancer. Vielleicht haben Sie auch schon Versorgungsideen entwickelt, mit denen Sie sich in der ambulanten spezialärztlichen Versorgung aufstellen wollen oder kennen Antworten auf die hier kurz umrissenen Probleme?
Dr. Hans-R. Hartweg,
Leiter des Studiengangs Health Economics (Gesundheitsökonomie)
am Hamburger Standort der Hochschule Fresenius
Freiberufler im Gesundheitswesen: Sieht so die Zukunft aus?
Beitrag von Nina / Kategorie: Freiberufler, Markt
Ein möglicher Fachkräftemangel im Gesundheitswesen ist auch für die Bundesärztekammer nichts Neues. Bereits in einer Sitzung im Jahr 2008 wurde beschlossen, sich beim der darauf folgenden näher mit Maßnahmen zu beschäftigen, die dem drohenden Mangel an medizinischen Fachkräften entgegenwirken.
Entsprechend wurde 2010 festgehalten, dass mittelfristig die Gefahr besteht, das Aufgaben in der ambulanten Versorgung nicht mehr ausreichend bewerkstelligt werden können, da bis 2030 mit einem Rückgang den Beschäftigten auszugehen sei; aufgrund steigender Lebenserwartung und längerer Berufstätigkeit werden bis dahin ca. 700.000 Arbeitskräfte mehr im Gesundheitswesen gebraucht.
Quelle: Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., München 2008
Es wurden zahlreiche Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität und Qualität der Ausbildung der Medizinischen Fachangestellten angestoßen. Über Möglichkeiten, wie man Berufe im Gesundheitswesen für Freibrufler interessanter machen kann, wurde allerdings nicht debattiert. Dabei können gerade freie Mitarbeiter sowohl in Krankenhäusern als auch in Praxen Personalschwankungen flexibel abfedern.
Sicherlich ist es extrem wichtig, dass es gut ausgebildeten Nachwuchs gibt. Damit der Nachwuchs aber auch anschließend der Gesundheitsbranche treu bleibt und / oder nicht ins Ausland abwandert, weil die Bedingungen dort den eigenen Vorstellungen viel besser entsprechen, sollten auch in Deutschland flexible Arbeitsmodelle angeboten werden, so dass es beispielsweise auch problemlos möglich ist, als Freiberufler an unterschiedlichen Einsatzorten tätig zu sein.
TEDx Salon in Hamburg
Beitrag von Christiane / Kategorie: Events
Gestern, am 22.8., gab es im Hamburg zum ersten Mal die TEDx in einem kleineren Format, dem "Salon". Zwischen 19.00 und 21.00 gab es drei sehr interessante Live-Vorträge und zwei Ted-Talks per Video im schönen Hotel Gastwerk in Hamburg. Da ich schon das Hauptevent im Mai "Realities Rebuild" sehr gut fand und wir uns ja mit dem Thema Gesundheitswesen mit projektwerk medical beschäftigen, hatte ich einige Erwartungen an Inspiration und Information.
Thema war das Gesundheitswesen: Innovativer Lifestyle, Krebsvorsorge und Transparenz.
Dr. Anne Schnieber berichtete über Mythen im Gesundheitswesen und über Ihr Anliegen, mehr Transparenz in die durch verschiedene Interessengruppen, Politiker und Lobbyisten geprägte Diskussion zu bekommen. Besonders der Zusammenhang zwischen Lebenserwartung und Kosten des Gesundheitswesens hat mich fasziniert.
Dr. Andreas Block vom UKE berichtete über Krebsprävention mit dem Tenor "Wehret den Anfängen". Mit guter Vorsorge kann man viel erreichen, das Problem ist eigentlich das Bewusstsein über einen guten Lebensstil. Eigentlich ganz einfach, dachte ich so als er seine 5 Punkte vorstellte (nichts wirklich Neues: Bewegung, gute Ernährung, wenig Alkohol, stabiles soziales Umfeld..). Die Auswirkungen werden erst viel später sichtbar - das ist wahrscheinlich der Grund für die Nichtbeachtung durch viele Menschen.
Interessant auch der Video-Talk von Dan Buettner über die Regionen in der Welt, in denen die meisten über 100-jährigen leben. Erstaunlich: Nur 10% unserer Gene sind für unsere Lebenserwartung verantwortlich, 90% ist Lifestyle. Da gibt es Enklaven auf Sardinien, in Japan und in Kalifornien. Allen ist gemein, dass sie starke soziale Gemeinschaften haben und auch im hohen Alter entweder sich einfach so viel bewegen oder noch arbeiten. So einen 100-jähriger Cowboy sieht man nicht so oft. Die beiden gefährlichsten Jahre im Leben ist das erste und das Jahr, in dem man in den Ruhestand geht. Der ganze Vortrag als Video findet sich hier.
Im Anschluß etwas gesundes (natürlich) Fingerfood und interessante Gespräche. Glückwunsch, Stephan Balzer und Team von Red Onion  zu diesem Event!
Google stellt seinen Dienst “Google Health” ein
Beitrag von dominic / Kategorie: Markt

Mit Google Health bietet Google seinen Nutzern bislang die Möglichkeit, Ihre Gesundheits-Informationen online zu speichern.
Ab dem 01. Januar 2012 soll der vor rund drei Jahren gestartete Dienst eingestellt werden, hieß es vor Kurzem in einem offiziellen Google-Blog.
Der Grund für das Ende von Google Health ist die zu geringe Nachfrage.
Die Idee, Informationen über seinen eigenen Gesundheitszustand , seine Arztbesuche, persönliche Fitness oder Untersuchungsergebnisse online speichern zu können, hat leider nicht den erhofften Durchbruch gebracht.
"Der Dienst werde nur von wenigen technikbegeisterten Patienten sowie einigen Fitnessanhängern genutzt", heißt es bei Google.
Eine Möglichkeit, die begrenzte Nutzung auf das komplette Gesundheitswesen auszuweiten, hat Google nicht gefunden.
Aus diesem Grund entschied man sich den Dienst zum Anfang des Jahres 2012 einzustellen. Alle Nutzer von Google Health haben aber auch über diesen Zeitpunkt hinaus die Chance, bis 2013 Ihre gespeicherten Dokumente herunterzuladen.
Weiterhin will Google den Nutzern des Dienstes Health die Möglichkeit bieten, Ihre Gesundheitsdaten an ähnliche Dienste zu übertragen.
Google ist trotzdem weiterhin fest davon überzeugt, dass aggregierte Informationen aus dem Healthcare, eine bedeutene Rolle bei der Verbesserung der menschlichen Gesundheit spielen.
Wie sehen Sie das? Werden Sie diesen Dienst vermissen?
Diskutieren Sie mit!
Quelle: http://googleblog.blogspot.com/2011/06/update-on-google-health-and-google.html

