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2012
16
Jul

Schon jetzt fehlt es in einigen Teilen Deutschlands an Fachkräften in verschiedenen Bereichen der Medizin. Vor allem in strukturschwächeren Bundesländern sowie in Regionen mit niedriger Bevölkerungsdichte mangelt es an Ärzten, wohingegen die großen Ballungsgebiete mit Ärzten überversorgt sind. Aber auch an anderem medizinischen Personal, wie Pflegefachkräften oder Sprachtherapeuten, die z.B. für die Behandlung von LRS zuständig sind, wird es in der Bundesrepublik wegen des demographischen Wandels der Gesellschaft in Zukunft verstärkt mangeln.

Exodus von jungen Medizinern

Aufgrund fehlender Perspektiven sowie unattraktiver Arbeitsbedingungen in Deutschland zieht es immer mehr junge Ärzte ins Ausland. So waren es im Jahr 2010 knapp 3500, die dann durch ausländische Fachkräfte ersetzt werden mussten, was wiederum zu vermehrten Schwierigkeiten in der Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten führte sowie zu Unklarheiten während der Behandlung.

Doch auf Dauer ist ein kontinuierlicher Aderlass an medizinischem Fachpersonal für das deutsche Gesundheitssystem auch durch diese Vorgehensweise nicht zu verkraften. Schätzungen zufolge werden bei gleich bleibenden Verhältnissen in 20 Jahren knapp 50000 Ärzte in deutschen Praxen und Krankenhäusern fehlen.

Neue Prämien sollen junge Ärzte aufs Land locken

Aus Angst vor Versorgungslücken hat das Bundesgesundheitsministerium zusammen mit der Bundesärztekammer daher das neue Versorgungsgesetz, welches zum 1. Januar dieses Jahres in Kraft trat, beschlossen. Dieses soll jungen Ärzten durch Prämien Anreize bieten, sich auch wieder außerhalb der Ballungsräume niederzulassen und so die immer größer werdenden Versorgungslücken auf dem Land zu schließen oder zumindest nicht größer werden zu lassen. In die gleiche Richtung zielt das umstrittene Vorhaben Praxen in medizinisch überversorgten Gebieten, die durch einen ausscheidenden Arzt frei werden, durch die kassenärztlichen Vereinigungen aufkaufen und nicht wiederbesetzen zu lassen, um so den dortigen Ärzteüberschuss zu regulieren. Zudem sollen mehr Studienplätze für angehende Mediziner geschaffen werden, um zu gewährleisten, dass der Mangel insgesamt nicht noch größer wird.

Bildquelle: Fair-News.de

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