Wird einem Dritten ein Schaden zugefügt, so soll die Haftpflichtversicherung den finanziellen Schaden ausgleichen. Für die IT-Haftpflichtversicherung ist neben der Absicherung von Personen- und Sachschäden auch die ausreichende Absicherung von Vermögensschäden besonders wichtig. Gerade Schadenfälle in diesem Bereich können schnell und in nicht zu unterschätzender Höhe entstehen. Oft erbringt der IT-Experte zusätzlich auch Dienstleistungen in Randbereichen des EDV-Umfelds.
Ein umfassender Versicherungsschutz, der neben den IT-typischen Risiken und Tätigkeiten, auch Seitenbereiche beispielsweise im Media-Umfeld absichert, war im nachstehenden Schadenfall die Voraussetzung zur Übernahme des entstandenen Sach- und Vermögensschadens.
Schadenhergang
Eine IT- und Medienagentur bietet medienübergreifende Lösungen für Online- und Printmedien an. Der Dienstleister wurde von einer großen Optikerkette mit dem Relaunch ihrer Website beauftragt. Passend dazu entwickelte der Freelancer mehrere Werbemaßnahmen, um auf die neu gestaltete Website aufmerksam zu machen. Neben Online Marketing-Maßnahmen wurde auch ein Print-Mailing für die Filialen der Optikerkette entwickelt, das den Relaunch der neuen Website unterstützen sollte.
Geplant war, ein personalisiertes Mailing an fast 150.000 Bestandskunden zu versenden. Hierzu hatte der Freelancer von seinem Auftraggeber eine vollständige Adressliste in Form einer csv-Datei bekommen. Bei der abschließenden Datenaufbereitung durch das Team der IT- und Medienagentur war jedoch (im Gegensatz zur gelieferten Kundendatei) die korrekte Zuordnung von Kundenname und Kundenadresse verloren gegangen. Da Name und Adresse nicht übereinstimmten wurden falsche Versandadressen generiert. Dieser Fehler wurde von niemandem bemerkt, da aus Zeitgründen auch kein Probe- oder Testlauf durchgeführt wurde. Alle verschickten Postaussendungen kamen einige Tage später mit dem Zusatz „Unzustellbar“ an die Optikerkette zurück.
Das Print-Mailing musste neu gedruckt und die Portokosten beim zweiten Versand nochmals bezahlt werden. Der Schaden, für den die Optikerkette den IT-Dienstleister haftbar machte, lag insgesamt bei über 53.500 €.

