Geringere Kosten, bessere Leistung und weniger Aufwand bei der Einstellung – das sind einer Studie zufolge die Vorteile von Selbständigen für Unternehmen aus der IT-Branche. Mit Blick auf den Arbeitsmarkt scheinen sich diese Vorteile zu bestätigen: Unternehmen, wie Hewlett Packard oder IBM bauen feste Stellen ab und stellen lieber selbständige Mitarbeiter ein.
Die Ergebnisse der Studie des Personaldienstleisters Etengo in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Ludwigshafen sprechen von einer größeren Entwicklung innerhalb der IT-Branche. Projekte werden zunehmend extern ausgeschrieben und Festangestellte durch Selbständige ersetzt. Rund 20 Prozent der Stellen in der IT werden an freelancer vergeben, bisher gingen Arbeitsmarktforscher von lediglich 10 Prozent aus.
Mehr Produktivität, weniger Kosten
Dabei sind kurzfristig gesehen freie Mitarbeiter für die Unternehmen nicht nur billiger, sondern auch produktiver. Im Kosten-Nutzen-Vergleich kommt der Freiberufler dem Unternehmen günstiger, wenn das Arbeitsverhältnis kürzer als 26 Monate andauert. Das liegt insbesondere an den hohen Kosten, die bei der Suche und Einstellung von festen Mitarbeitern entstehen – Kosten, die bei freiberuflich tätigen Mitarbeitern wegfallen. Zudem ging aus der Studie hervor, dass freie Mitarbeiter schneller produktiv arbeiten. Eine mögliche Erklärung dafür ist der höhere Leistungsdruck, der bei unsicheren Beschäftigungsverhältnissen auf den Fachkräften lastet und dadurch zu mehr Produktivität anspornt.
Höhere Bruttolöhne für Freiberufler
Vergleicht man jedoch die durchschnittlichen Bruttolöhne von Stammmitarbeitern und Freiberuflern, sind letztere finanziell besser gestellt: 10.000 Euro bekommen freiberuflich tätige IT-Experten monatlich. Das Bruttogehalt ihrer festangestellten Kollegen liegt im Durchschnitt nur bei 4.200 Euro im Monat. Dafür kommen auf Selbständige weitere Kosten für Versicherung und Altersvorsorge zu. Außerdem tragen sie das unternehmerische Risiko selbst und müssen für teure Fort- und Weiterbildungen innerhalb der sehr innovativen Branche selbst aufkommen.
Höhere Belastungen, steigende gesundheitliche Risiken
Mehr Leistungsdruck, eine unsichere Beschäftigungssituation und das Tragen des unternehmerischen Risikos – all das sind Faktoren, die zu gesundheitlichen Problemen wie Burn-Out beitragen können. In der IT-Branche haben insbesondere für freie Mitarbeiter die Belastungen zugenommen, wie eine gemeinsame Studie des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) und der Universität Duisburg-Essen aus dem Jahr 2010 festgestellt hat.
Quellen: zeit.de, computerwoche.de
Bildquelle: 4freelance.de