Wir haben Dieter Brencher, Leiter des SAP-Arbeitskreises (DSAK) im Berufsverband Selbständige in der Informatik (BVSI), ein paar Fragen rund um die Aufgabengebiete des DSAK und die Auswirkungen der drohenden Wirtschaftskrise auf den SAP-Markt gestellt.
1. Was sind die aktuellen Ziele des DSAK?
Im Focus des DSAK stehen vor allem gemeinsame Fortbildungen sowie das Eigenstudium der Mitglieder mit den angebotenen SAP-Trainingssystemen. Wichtig ist uns der Austausch unter gleichgesinnten, freiberuflichen Kollegen: das schließt auch die kollegiale Vermittlung von Projekten mit ein.
2. Welche Systeme stehen zurzeit im Zentrum des DSAK?
Im Moment beschäftigen wir uns besonders mit ERP 6.0, BI 7.0, dem Solution Manager, dem Portal und XI und den Möglichkeiten, auf diesen Systemen zu entwickeln.
3. Eine Wirtschaftskrise steht bevor, wird auch der SAP-Markt davon betroffen sein?
Gerade Krisen schaffen neue Herausforderungen für Unternehmensberater. Fusionen fördern die Konsolidierung von Systemen, die Änderung von Prozessen und erhöhen damit den Einsatz von Beratern. Die weitere Zukunft von SAP ist im Umfeld der technischen Probleme und Instabilitäten der JAVA-Implementierungen jedoch brisant: Denn die SAP hat mit vielfältigen Ansätzen die Stabilität zu gewährleisten, zu der Freiberufler beim Kunden vor Ort mehr und mehr beitragen müssen. Wenn die SAP-Berater die nötige Erfahrung mit den Systemen mitbringen, wird dies von den Kunden bereitwillig honoriert. Jedoch werden wahrscheinlich nur Berater mit Erfahrung auch in Zukunft gute Chancen haben.
4. Würden Sie IT-Freiberuflern zum jetzigen Zeitpunkt noch zum Quereinstieg in die SAP-Branche raten?
Im Moment spricht nichts dagegen, dass die SAP auch über die nächsten Jahre eine Gewinnmarge hält. Somit kann der Quereinstieg eines IT-Freiberuflers in die SAP-Welt durchaus sinnvoll sein. Allerdings sollte der IT-Experte in diesem Fall seine Motivation hinterfragen und sich folgende Fragen stellen:Â Wo liegt meine Leidenschaft? Welche Technologien begeistern mich? Bin ich mir sicher, im Rahmen von Standardsoftware arbeiten zu wollen oder bevorzuge ich Individualsoftware?
Bin ich bereit, eventuell über Jahre außerhalb meiner Heimatstadt zu arbeiten? Würde ich gegebenenfalls auch ein Projekt im Ausland übernehmen? Bringe ich die entsprechenden Sprachkenntnisse mit oder sollte ich mir diese noch aneignen?
Was langfristig am Markt gefragt ist, wird durch den Bedarf der Kunden bestimmt. Diese werden sicherlich auch in Zukunft Lösungen von SAP einsetzen. Daher kann der Einstieg denjenigen IT-Freiberuflern nahegelegt werden, die sich mit den gestellten Fragen positiv auseinandergesetzt haben. Es ist aber sicher ein längerer Weg, sich in Richtung eines SAP-Beraters zu entwickeln.
Zukunftsträchtig erscheint mir das Thema „Integration von SAP in andere Systeme“ zu sein. In nächster Zeit wird sich die IT meines Erachtens mehr und mehr damit beschäftigen, wie unterschiedlichste Systeme effizient miteinander arbeiten.
Zum DSAK
Der Deutsche SAP® Arbeitskreis (DSAK) hat sich innerhalb des BVSI zu einem spezialisierten Team zusammengeschlossen, um die Herausforderungen der SAP-Freiberuflerschaft in einem zunehmend schwierigeren Marktumfeld gemeinsam besser zu meistern.
Der DSAK besteht seit 1999 und hat rund 90 aktive Mitglieder. Wenn Sie Kontakt aufnehmen möchten, wenden Sie sich bitte an per Mail office@bvsi.de an die Geschäftsstelle des BVSI.