Doppelkarriere: Was Experten raten, wenn es gilt, zwei Karrieren zu vereinbaren.
Hamburg. Er Arzt, sie seine Assistentin? Die Zeiten sind lange vorbei. In immer mehr Partnerschaften sind beide hochqualifiziert und wollen Karriere machen. Gleichzeitig steigen die Ansprüche an Mobilität und Flexibilität. Wie bringen Paare Partnerschaft und später auch Familie mit der Karriere in Einklang? Das Karriereexperten.com-Team, das Netzwerk für professionelle Job-Coachs, hat seine Mitglieder dazu befragt.
Eine Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI) ermittelte 2010 zwei Varianten für die Doppelkarriere der Zukunft. Die eine lautete „Dopplung des männlichen Karrieremodells“. Hier starten einfach zwei Karrieristen voll durch und geben die Kindererziehung mehr oder weniger komplett an Dritte ab. Bei „Dual Career – dual care“ stellen sich beide Partner auf die Bedürfnisse der Kinder ein.
Wie wichtig eine gute Vereinbarkeit ist, haben mittlerweile auch Deutschlands Universitäten erkannt und sich auf die neuen Doppelkarrieristen eingestellt. So genannte Dual Career Center, die auf die Vermittlung von Wissenschaftlern im Doppelpack spezialisiert sind, gehören bei vielen Hochschulen fast schon zum Standard Service.
Schwieriger gestaltet sich die Situation für Karrierepaare in Unternehmen. Flexibilität und globale Mobilität werden in der freien Wirtschaft heute vorausgesetzt. Viele Paare leben deshalb in Fernbeziehungen. Sind Kinder im Spiel, wird das Zeitmanagement oft zu einem echten Stressfaktor, wie viele Eltern aus eigener Erfahrung wissen. Denn auch die familiären Netzwerke sind oft nicht mehr vorhanden, weil die Großeltern, die sich oft gern um Kinder kümmern würden, nicht vor Ort wohnen. Ohne Kindermädchen oder Babysitter ist es da gar nicht möglich, dass sich beide zur gleichen Zeit im gleichen Maß beruflich engagieren.







