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Freiberufler

2013
06
Mai

So ticken Freelancer

Beitrag von margarete / Kategorie: Allgemein, Freiberufler

Was macht den Freelancer aus? Ist er mit seinem Berufsleben glücklich? Antworten darauf sind in der Infografik zu finden, die sich auf Daten aus den USA stützt.

infografikfreelancerViele Freelancer sind demnach zwischen 25 und 34 Jahre alt (44 Prozent), haben mehrheitlich einen Universitätsabschluss (67 Prozent) und sind mit 92 Prozent Zustimmung überwiegend glücklich mit ihrer Entscheidung als freier Mitarbeiter tätig zu sein. Trotzdem gibt es einen Wehrmutstropfen: mehr als die Hälfte der befragten Freelancer klagen über das unsichere Einkommen.

In welchen Bereichen arbeiten Freelancer? Die meisten Freelancer sind in kreativen Berufen, wie Grafikdesign oder Fotographie beschäftigt, auf Platz zwei und drei folgen die Datenverarbeitungs- und die Support-Branche.

Mehr als 80 Prozent der Freelancer arbeitet von zuhause aus und ist mehrheitlich (66 Prozent) in Teilzeit beschäftigt. Das ganze Berufsleben lang als freier Mitarbeiter zu arbeiten, können sich wenige vorstellen: weniger als die Hälfte sieht sich für immer als Freelancer.

 

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Quelle: unternehmer.de, creditdonkey.com

2013
29
Apr

Hintergründe der Reutax-Insolvenz

Beitrag von margarete / Kategorie: Freiberufler

Der Markt für Personalvermittlung ist hart umkämpft. Zahlreiche Dienstleister, die zwischen Kunden und Freelancern vermitteln, setzen auf geringe Gewinnspannen, um sich auf diesem Markt zu positionieren und Kunden zu gewinnen. Diese Rechnung ging bei der Reutax-Gruppe offensichtlich nicht auf.

Rückblick

Am 22.März meldet die Reutax-Gruppe Insolvenz an. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Insolvenzverschleppung und Betrug, denn es gibt Hinweise darauf, dass das Unternehmen weiterhin Verträge mit Lieferanten abgeschlossen hat, obwohl die Zahlungsunfähigkeit bereits bekannt war. Die Reutax-Tochter Lenroxx ist von der Insolvenz besonders betroffen. Der Insolvenzverwalter geht mittlerweile nicht mehr davon aus, die Firma mit ihren rund 600 Freelancern retten zu können. Viele freie Mitarbeiter sind bereits zu anderen Personalvermittlern gewechselt.

Im Preiskampf um neue Kunden

Mit der Lenroxx GmbH versuchte die Reutax-Gruppe neue Kunden zu gewinnen. Mit einer Marge von gerade einmal einem Prozent und der geringsten Eigenkapitalquote innerhalb der Reutax-Gruppe war Lenroxx allein nicht überlebensfähig. „Man hat es als Türöffner benutzt, um Zugang zu Großkunden zu gewinnen“, so Insolvenzverwalter Karl-Heinrich Lorenz. Die Reutax AG steht besser da. Der Insolvenzverwalter spricht von zahlreichen seriösen Kaufinteressenten für den Personaldienstleister. Trotzdem stehen Honorare von Freelancern der Reutax AG in Höhe von rund 10 Millionen Euro weiterhin aus. Ob und wann diese Forderungen beglichen werden, ist noch nicht bekannt.

Sparpolitik auf Kundenseite

Unternehmen profitieren von der Konkurrenz zwischen den Personalvermittlern und drücken die Preise. Abteilungen in Unternehmen, die Freelancer für Projekte suchen, stehen unter Druck den günstigsten Anbieter zu finden. Diese Sparpolitik setzt den Personaldienstleistern zu und kann, wie im Fall der Lenroxx GmbH, bis zur Insolvenz führen.

Quelle: computerwoche.de

2013
11
Apr

BundesministeriumWirtschaftSo viele Freiberufler wie im Jahr 2012 gab es noch nie in Deutschland. Das geht aus einem Bericht der Bundesregierung hervor. Demnach sind in der Bundesrepublik derzeit rund 1,2 Millionen Menschen freiberuflich tätig.

Den „signifikanten und kontinuierlichen Anstieg“ der freiberuflich Beschäftigten konnte selbst die Krise nicht aufhalten, wie es in dem Bericht des Bundeswirtschaftsministeriums heißt. Heute tragen die Freien Berufe rund 10 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und beschäftigen 3 Millionen Mitarbeiter. Finanziell sind die Apotheker im Vergleich zu allen Freiberuflern am besten gestellt, sie führen die Gehaltsliste an. Dahinter folgen Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. Journalisten und Pressefotografen sind die Schlusslichter der Gehaltsliste.

Die Gruppe der Freiberufler ist dem Bericht nach besonders aktiv, wenn es ums gründen geht: "Der Freiberufler steht für eine Kultur von Unternehmertum und Leistungsbereitschaft." So sind laut Bericht 21 Prozent der Freiberufler auch Existenzgründer.

Das 60 Seiten umfassende Papier aus dem Wirtschaftsministerium zur Lage der Freien Berufe stützt sich auf die Ergebnisse einer Studie des Instituts für Freie Berufe in Nürnberg und wird alle zehn Jahre verfasst.

Quellen: rp-online.de, handelsblatt.de

2013
14
Mrz

Die Stecknadel im Heuhaufen oder der geeignete Mitarbeiter im Online-Portal – für beides gilt: die Suche ist alles andere als einfach.

Das Versprechen sozialer Netzwerke wie Xing klang verlockend: Unternehmen würden in Zukunft unkompliziert passendes Personal über Online-Portale finden. Das Schalten teurer Stellenanzeigen oder die Inanspruchnahme eines professionellen Vermittlungsunternehmens könnten sie sich dann sparen.

In der Praxis ist es jedoch schwieriger, als es Online-Portale versprechen. Unternehmen, die beispielsweise Freelancer über das Internet suchen und finden gehen rechtliche und wirtschaftliche Risiken ein. Außerdem ist die Suche nach einem Kandidaten im Netz oft mit mehr zeitlichen Aufwand verbunden als gedacht. Es empfiehlt sich daher für viele Unternehmen auf einen Berater für die Freiberuflerakquise zurückzugreifen.business deal

Die Vorteile: ein erfahrener Berater nimmt eine Auswahl vor und filtert wenige geeignete Fachkräfte aus der Masse des Online-Angebots heraus. Idealerweise kennt sich der Berater in der jeweiligen Branche des Unternehmens aus und findet schnell den gesuchten Mitarbeiter. Anbieter dieser Beratungs-Dienstleistung wie die emagine GmbH garantieren dank festgelegter Service-Level-Agreements die Vermittlung eines passenden Kandidaten sogar innerhalb weniger Stunden. Darüber hinaus haben Berater Erfahrung mit juristisch korrekten Verträgen, sodass die Gefahr der Scheinselbständigkeit ausgeschlossen und arbeitsrechtliche Klagen vermieden werden können. Andernfalls übernimmt der Berater die Haftung.

Das Fazit: Die Vermittlung durch einen Berater nimmt den Unternehmen viel Aufwand und Risiko bei der Suche nach geeigneten Freelancern ab. Bei einer langfristigen Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und dem Berater ist eine schnelle und den Bedürfnissen des Unternehmens angepasste Akquise von freien Mitarbeitern möglich.

Quelle: themenportal.de

2013
09
Mrz

Hamburg, 09.03.2013. Seit Mai 2012 bietet projektwerk seinen Mitgliedern an neben den Projekten für freiberufliche Mitarbeit auch feste Jobs sowie Werkverträge auszuschreiben. Grund: Die Vertragsform verliert zunehmend an Bedeutung, vielen Auftraggebern ist inzwischen wichtiger, gesuchte Professionals zu gewinnen. Innerhalb der Branchen gibt es jedoch Unterschiede.

Auf projektwerk IT ist Angebot und Nachfrage für Freie und Feste Projekte recht ausgeglichen. Werkverträge werden kaum veröffentlicht, obwohl gut ein Viertel der Experten bereit wäre, ein Projekt zum Festpreis durchzuführen.

Im Consulting spielen Werkverträge keine Rolle. 80% der freiberuflichen Experten arbeiten lieber auf Basis freier Mitarbeit. Das spiegelt die Gepflogenheiten der Branche wider. Bei Festanstellungen ist das Verhältnis relativ ausgeglichen.

Auf projektwerk creative spielt Festanstellung eine untergeordnete Rolle: Lediglich in 8% der ausgeschriebenen Jobs und 16 % der Profile wurde diese ausgewählt.
Freelance-Projekte und -Profile halten sich auf einem hohen Niveau die Waage. Werkverträge werden, im Unterschied zum Consulting, von Auftraggebern häufiger angefragt, als von Freelancern angeboten. Auch dies ist branchenüblich.

Auf projektwerk Engineering ist „Freie Mitarbeit“ für die Projektvergabe die am häufigsten angegebene Vertragsart. Freelancer bevorzugen Werkverträge. Eine feste Zusammenarbeit spielt im Engineering eine untergeordnete Rolle.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich auf projektwerk medical ab: Freie Mitarbeit wird von den Projektanbietern deutlich häufiger gewünscht als von Professionals angeboten. Diese würden (auch) Werkverträge akzeptieren.
Das Angebot und die Nachfrage nach Festanstellungen ist ausgeglichen. Im Vergleich aller projektwerk Plattformen ist der Anteil hier am höchsten.

„Aus unserer Historie ist der Anteil an freien Arbeitsverhältnissen auf projektwerk noch deutlich höher. Wir sehen aber einen deutlichen Trend der Zunahme von festen Jobs. Auch auf Seiten der Freelancer besteht eine zunehmende Bereitschaft, zumindest temporär, feste Arbeitsverhältnisse einzugehen.“, so Dr. Christiane Strasse, Geschäftsführerin der projektwerk GmbH.

Über projektwerk

Modernes Arbeiten: Auf projektwerk finden Unternehmen und Fach- und Führungskräfte direkt zueinander. Für die über 80.000 Mitglieder ist projektwerk seit über 14 Jahren eine zentrale Anlaufstelle für modernes Arbeiten – freiberuflich oder zur Festanstellung. projektwerk betreibt spezialisierte Job- und Projektbörsen für die Branchen Consulting, Creative, Engineering, Fashion, IT und Medical. Die eigens entwickelte Matching-Technologie bringt Unternehmen und passende Professionals unmittelbar zusammen.

2013
07
Mrz

Eine freie Mitarbeit bietet viele Vorteile. So ist die Bearbeitungszeit der Projekte oft vergleichsweise langfristig angelegt, was für den freien Mitarbeiter bedeutet einen sicheren Auftraggeber zu haben - zumindest für eine gewisse Zeit. Das wirtschaftliche Risiko wird damit für diese Zeit etwas gesenkt.

Vorteile des freien Mitarbeiters

Der freie Mitarbeiter wird genau für die Aufgaben eingestellt, für die er auch benötigt wird.

Das heißt, fehlt für die Bearbeitung eines Kundenauftrags das entsprechende Know-how, kann ein freier Mitarbeiter die Lösung sein.

Auch für administrative oder marketingtechnische Aufgaben kann ein freier Mitarbeiter in Frage kommen. Die Fixkosten entfallen, denn Sozialversicherungsbeiträge müssen nicht aufgebracht werden. Auch Kündigungsfristen müssen nicht eingehalten werden.

Allerdings ist damit zu rechnen, dass sich ein freier Mitarbeiter weniger stark mit dem auftraggebenden Unternehmen identifiziert, was zu Problemen hinsichtlich der Geheimhaltung der Betriebsgeheimnisse und in Bezug auf die Arbeitsqualität führen kann.

Scheinselbstständige

Die Deutsche Rentenversicherung kann im Rahmen einer Betriebsprüfung eine Statusprüfung der Mitarbeiter vornehmen lassen.

Eine solche Statusprüfung ist übrigens auch auf Antrag des freien Mitarbeiters oder des Unternehmens möglich.

Der freie Mitarbeiter hat nicht selten ein Interesse daran, dass diese Prüfung mit dem Urteil "scheinselbstständig" ausfällt. Damit geht sein Auftragsverhältnis in ein Angestelltenverhältnis über und der nun als Arbeitgeber eingestufte ehemalige Kunde muss gegebenenfalls Sozialversicherungsbeiträge für bis zu vier Jahre nachzahlen.

Um die Einstufung als Scheinselbstständiger zu vermeiden, muss ein freier Mitarbeiter daher schon den passenden Vertrag bekommen. Ein solcher sollte als "Honorarvertrag" oder "Werkvertrag" bezeichnet werden. Die Vergütung darf darin nicht zu festen Zeitpunkten geregelt werden.

Für Zeiten, in denen keine Leistung erbracht wird, darf ein freier Mitarbeiter kein Honorar bekommen. Dieses wird erst nach Rechnungslegung und erfolgter Leistungsabnahme gezahlt.

Der freie Mitarbeiter muss nebenher weitere Kunden betreuen. Er muss als Freiberufler oder Selbstständiger dem freien Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und darf nicht nur für einen Auftraggeber tätig werden. Neben dem Vorwurf der Scheinselbstständigkeit kann hier auch sehr schnell die Einstufung als "arbeitnehmerähnliche Person" erfolgen, mit ähnlichen Konsequenzen für beide Seiten.

Darüber hinausgehende Informationen können Sie im Ratgeber-Portal  www.erfolg-als-freiberufler.de finden.

2013
06
Mrz

Young volunteer in retirement houseDie Riester-Rente ist nach wie vor beliebt: nach Angaben des Bundesfinanzministeriums nehmen über 15 Millionen Deutsche die staatlich geförderte private Altersvorsorge in Anspruch, Tendenz steigend. Beliebt ist das Modell insbesondere bei Arbeitnehmern, doch auch Selbständige können von der Riester-Rente profitieren.

Was nutzt die Riester-Rente? Die eigene private Altersvorsorge kann mit Hilfe von staatlicher Unterstützung aufgebessert werden. Wer diese Förderung nutzt, kann damit eine jährliche Grundzulage von 154 Euro erzielen. Für Kinder, die nach 2008 geboren wurden, bekommt der Riester-Sparer 300 Euro pro Jahr vom Staat. Auch für die über 4 Millionen Freiberufler und Selbständige in der Bundesrepublik gibt es verschiedene Möglichkeiten ihre Altersvorsorge durch die Riester-Rente aufzubessern.

Riester für Ehepartner

Wenn der förderberechtigte Ehepartner ordnungsgemäß in die Riester-Rente einzahlt, kann dessen selbständiger Partner einen eigenen Vertrag zur privaten Rentenversicherung abschließen und ebenfalls die staatliche Förderung beantragen. Der nun mittelbar förderberechtigte Ehepartner muss pro Jahr mindestens 60 Euro einzahlen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt bekommt der Beitragszahler in gleicher Weise die Grundförderung vom Staat .

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit für Selbständige als unmittelbar Förderberechtigte im Sinne der Riester-Rente zu gelten: sie können ihren nicht berufstätigen Ehepartner als Minijobber anstellen. Für den Minijobber besteht ein Anspruch auf die Riester-Förderung, wenn er die Rentenversicherungsabgabe aus eigener Tasche von 15 Prozent auf 18,9 Prozent aufstockt. Dadurch gilt der Minijobber als pflichtversichert in der gesetzlichen Rentenversicherung und beide Ehepartner können von der Riester-Förderung profitieren. Die Riester-Zahlungen können zusätzlich steuerlich geltend gemacht werden.

Riester für Künstler

Wer in die Künstlersozialversicherung freiwillig einzahlt kann ebenfalls riestern. So können auch Schauspieler, Graphiker, Musiker und Journalisten die Grundförderung und die Kinderförderung einfordern und ihre Zahlungen beim Finanzamt absetzen.

Eine allgemeine Beratung und weitere Informationen zum Thema Riester-Rente bietet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales oder der Deutsche Rentenversicherung Bund an.

Quelle: aachener-zeitung.de, bundesfinanzministerium.de

2012
30
Nov

Bis jetzt sah es in Deutschland so aus, dass es den etwa vier Millionen Selbständigen freigestellt war, ob sie für die Zeit nach der Erwerbstätigkeit vorsorgen oder nicht. Da die Zahl der Freiberufler die so wenig verdienen, dass sie armutsgefährdet sind, immer weiter steigt, rückt Ursula von der Leyen nun die Freiberufler rund um die anstehende Rentenreform in den Fokus und schlägt in der Debatte der zunehmenden Altersarmut eine verpflichtende Altersvorsorge vor. Egal ob gesetzlich oder privat – Hauptsache es wird irgendwo eingezahlt und angespart.

Doch wie sähe so etwas aus?

Zum einem gibt es die Möglichkeit der gesetzlichen Rentenversorgung. Diese sieht eine monatliche Einzahlung vor und bietet dem Nutzer z.B. die Auszahlung einer Altersrente, das Übernehmen von eventuell anfallenden Reha-Maßnahmen etc. Die einzuzahlenden Summen variieren je nach Verdienst des Selbständigen. Die Übersicht rechts zeigt auf, wie so eine Staffelung aussehen würde.

Doch stellen sich Fragen wie z.B. auf welcher Berechnungsgrundlage so ein Tableu entstehen kann, wenn die Einnahmen freiberuflicher teilweise stark variieren können und von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängen. Und was passiert wenn man aufgrund einer Auftragsflaute die Summe nicht aufbringen kann? Kann ich „hamstern“ und für mehrere Monate auf einmal einzahlen?

Die zweite Variante wäre die Wahl eines privaten Vorsorgesystems. Die Bundesregierung plant hier für jeden eine Nachweispflicht. Ob es bei solch einer alternativen individuellen Vorsorge jedoch ebenfalls einen bestimmten Satz bzw. eine Mindestsumme gibt, ist nicht bekannt.

Viele Fragen sind noch offen und wurden seitens der Arbeitsministerin auf Mitte des kommenden Jahres verschoben.

 Was denken Sie über die Pläne? Wären solche Maßnahmen förderlich oder passen sie nicht zu dem Konstrukt der Freiberuflichkeit?

 

2012
08
Nov

Hoch qualifizierte Fachkräfte beklagen mangelnde Förderung durch die Unternehmen und sind sich ihres Wertes für die Unternehmen bewusst. Das ergab eine Studie des Personaldienstleisters Hays.

300 fest angestellte und freiberuflich tätige Wissensarbeiter wurden für die Studie „Wissensarbeiter und Unternehmen im Spannungsfeld“ zu ihren Erfahrungen, ihrem Selbstverständnis und ihren Bedürfnissen befragt.

Drei Viertel der Befragten erwarten hohe Gestaltungsfreiräume und flexible Arbeitszeitmodelle. Dabei ist ihnen Anerkennung und Förderung wichtig, aber nur jeder Zweite fühlt sich von seinem Unternehmen ausreichend gefördert. Dabei sei der Wunsch nach persönlicher und fachlicher Weiterentwicklung stärker als der Wunsch nach einem hohen Einkommen.

Auch die Work-Life-Balance ist entscheidend für die Zufriedenheit der Wissensarbeiter: Mehr als 90 Prozent der Befragten äußerten den Wunsch, ihr Unternehmen würde sich hier um Ausgeglichenheit bemühen, aber nur 29 Prozent konnten bestätigen, dass die Unternehmen dies tatsächlich umsetzen würden – und das trotz der verstärkten Aufmerksamkeit, die das Thema in der letzten Zeit erhalten hat. „Die Bedeutung von Wissensarbeit für einen Hochlohn- und Innovationsstandort wie Deutschland ist mittlerweile unumstritten. Doch noch immer haben viele Unternehmen die sich daraus ergebenden notwendigen Konsequenzen noch nicht gezogen, um wertvolle Wissensarbeiter zu gewinnen, zu halten und zu fördern“, kommentiert Gabriele Vollmar, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Wissensmanagement, die Ergebnisse.

Stellen sich Unternehmen nicht auf die Wünsche der hoch qualifizierten Fachkräfte ein, riskieren sie, sie zu verlieren – ein hohes Risiko in Zeiten des Fachkräftemangels. Rund drei Viertel der Befragten gab an, sie seien nur schwer ersetzbar, und 58 Prozent seien bereit, das Unternehmen zu wechseln, um sich weiterentwickeln zu können. 40 Prozent der Wissensarbeiter können sich auch vorstellen, und zwar ganz konkret, sich selbstständig zu machen.

Zusammenarbeit zwischen Festangestellten und Freiberuflern

Ein Teil der Studie beschäftigt sich mit der Zusammenarbeit der Festangestellten mit Freiberuflern. Die Mehrheit der Befragten äußerte sich positiv über die Zusammenarbeit, empfindet sie als produktivitätssteigernd und gaben an, sie würden vom Wissen der Freiberufler profitieren. Auch sahen die Festangestellten die Freiberufler nicht als Konkurrenten an.

Die Freiberufler

Ergänzend wurden Freiberufler befragt. Der größte Unterschied zu den Aussagen der Festangestellten ist sicherlich, dass die Freiberufler die strategische Bedeutung von Wissen geringer einschätzen: Nur 42 Prozent fanden, Wissen sei eine wichtige strategische Ressource und werde auch so behandelt – während 71 Prozent der Festangestellten dieser Aussage zustimmten. Ein möglicher Grund dafür sei, dass Externe einen schärferen Blick hätten, so Frank Schabel, Senior Manager bei Hays in Mannheim.

Ebenfalls interessant: Nur 20 Prozent der befragten Freiberufler würden mit ihren festangestellten Kollegen tauschen. Denn flexible Beschäftigungsverhältnisse werden von der Mehrheit der Befragten bewusst gewählt und nicht als vorübergehende Lösung empfunden. Auch die Work-Life-Balance scheint bei den Freiberuflern ausgewogener zu sein. Und das, obwohl sie im Vergleich zu den Festangestellten scheinbar weniger selbstbestimmt arbeiten, wenn sie in einem Projekt sind: 60 Prozent der Festangestellten gaben an, Arbeitszeit und Arbeitsort selbst wählen zu können, im Vergleich zu 42 Prozent bei den Freiberuflern. Home Office ist bei Festangestellten weiter verbreitet als bei Externen – aber die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Freiberufler stärker in die Projekte eingebunden werden möchten. Eine bessere Integration der Freiberufler ist also ein wichtiger Schritt für Unternehmen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen den Unternehmen also Wege auf, wie sie die hoch qualifizierten Wissensarbeiter – ob Festangestellte oder Freiberufler – an sich binden können.

Die Studie ist auf 2 Jahre angelegt – die bisherigen Ergebnisse finden Sie als Download hier:  wissensarbeiter-studie.de

2012
05
Nov

In einem Positionspapier warnt die Gewerkschaft Verdi vor möglichen Konsequenzen, die Crowdsourcing für deutsche IT-Experten haben könnte.

Verdi warnt in dem Papier ausdrücklich vor den Gefahren dieser neuen Art der Arbeitsorganisation: Sie könne die "massenhafte Vernichtung guter, sicherer und hochqualifizierter Arbeitsplätze" zur Folge haben und den Großteil der 900.000 IT-Beschäftigten betreffen. Auch werde „durch eine Konkurrenz aller mit allen ein Preisdumping bisher ungekannten Ausmaßes angetrieben“ und die Arbeitsbedingungen kannibalisiert.

Mit großen Worten zeichnet Verdi in dem Positionspapier ein düsteres Bild. Und bestimmt hat Crowdsourcing nicht für Jeden ausschließlich positive Auswirkungen. Tatsache ist aber, dass Crowdsourcing in der IT-Branche längst kein Novum ist – und dass die in dem Papier so dramatisch beschriebenen Auswirkungen wie die Vernichtung fester Arbeitsplätze bisher auf sich warten lassen. Stefan Pfisterer vom Branchenverband BITKOM sagte dem manager magazin: "Wir sehen nicht, dass die Branche deutlich zu verschlanken versucht" – zwar sei die Zahl der Selbstständigen in den letzten 5 Jahren um etwa 15.000 gewachsen, im selben Zeitraum entstanden jedoch 28.000 neue, feste Stellen. Auch sei nicht zu beobachten, dass IT-Abteilungen in Unternehmen durch den Einsatz von Crowdsourcing schrumpfen würden, so Pfisterer weiter. Ein anderer Aspekt ist der, dass der Großteil der freiberuflichen IT-Spezialisten sich nicht aus Not oder äußerem Zwang selbstständig gemacht hat – sondern um von den Vorteilen des Freelancer-Daseins profitieren zu können.

Was genau ist Crowdsourcing eigentlich?

Crowdsourcing setzt sich aus ‘Crowd’ und ‘Outsourcing’ zusammen und beschreibt die Auslagerung von Arbeits- und Kreativprozessen an die Masse der Internetnutzer. Crowdsourcing hat verschiedene Varianten.

Die bekanntesten sind Crowdfunding (eine Community finanziert gemeinsam ein Projekt), Co-Creation (die Community erschafft gemeinsam ein kreatives Werk) und die Kategorie, um die es im Positionspapier von Verdi geht: Microworking (die Community erfüllt kleinere (Teil-)Aufgaben, die final wieder zu einem Gesamtergebnis zusammengesetzt werden).

Der Begriff wurde erstmals 2006 von Jeff Howe definiert: “Crowdsourcing is the act of taking a job traditionally performed by a designated agent (usually an employee) and outsourcing it to an undefined, generally large group of people in the form of an open call" (mediaculture-online.de, Seite 2).

Das Positionspapier zum Download: https://tk-it.verdi.de/archiv/2012_1/12-10-31-cloudworking