Dass das Internet nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken ist, dürfte nicht neu sein. Neu ist aber, dass das Internet zunehmend in die Domäne des Fernsehens eindringt. So kann man schon seit einiger Zeit Fernsehen mit Internet kombinieren, beispielsweise mit dem Dienst telewebber.de, der es den Usern ermöglicht, sich über das aktuelle Programm online auszutauschen.
Eine Studie des Verbandes EIAA zeigt jetzt, dass tatsächlich immer mehr Europäer gleichzeitig zum Fernsehen im Internet unterwegs sind. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der „Simultan-Konsumenten“ unter den Befragten um 38%. Die Größte Gruppe macht hier – wenig überraschend - die Gruppe der unter 35-Jährigen aus.
Das Online-Portal youtube wagt den nächsten Schritt und verschmilzt Fernsehen und Internet, indem es jetzt ein Interface anbietet, das die Wiedergabe von youtube-Clips auf dem Fernseher ermöglicht, ähnlich der Spielekonsolen Wii oder Playstation 3.
Unter www.youtube.com/XL bietet das Portal ein userfreundliches Menü mit Funktionen wie der Endloswiedergabe, bei der eine zusammengestellte Liste abgespielt wird, an.
Auch das ZDF hat den Trend zur Verschmelzung von Fernsehen und Internet erkannt und bietet rechtzeitig zum Superwahljahr 2009 einen gemeinsamen Kanal mit youtube, den „Open Reichstag“. Youtube.com/openreichstag, ab dem 7. Juni online, kombiniert die klassische Berichterstattung des ZDF mit den gewohnten Kommunikationsmöglichkeiten von youtube. So können User nicht nur untereinander über die ZDF-Sendungen diskutieren, sie sollen auch die Möglichkeit haben, mit den Politikern in Kontakt zu treten oder ihre eigene Meinung in Form von Clips zu veröffentlichen.
Der Grund für die Zusammenarbeit sei, so ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender, dass man versuche, junge Leute für die Politik zu interessieren, in einer Umgebung, in der sie sich heimisch fühlten.
Man darf gespannt sein, wie sich diese Entwicklung fortsetzt und wer am Ende die Nase vorne haben wird…

