
1. Totgesagte leben länger: In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass der Mainframe Zukunft hat. Hat man den Mainframe unterschätzt?
Die Mainframe-Technologie nimmt in der IT eine Spitzenstellung ein. Massendatenverarbeitung mit hohem Datendurchsatz und einer unschlagbaren Zuverlässigkeit und Sicherheit (Mainframe Viren gibt es nicht) ist ohne die Mainframetechnologie gar nicht in dieser Präzision durchführbar. Es ist bedauerlich, dass selbst renommierte Computerzeitungen IT-Gurus zitieren, die die Mainframetechnologie als veraltet darstellen, ohne diese Meinung weiter zu hinterfragen. Fakt ist: die Mainframetechnologie hat immer eine Vorreiterrolle gespielt und hat sie bis heute inne. Nehmen wir die Virtualisierung, die im Moment in der Kleinrechnerwelt Fuß fasst und dort von der Fachwelt als neues Technologieparadigma verkauft wird. Der Mainframe nutzt diese Technik schon seit über 30 Jahren.
2. Es gibt zu wenige Mainframe-Experten geben und viele Mainframe-Fachleute haben bald das Rentenalter erreicht. Wirkt sich das auf die Marktlage aus?
Zurzeit ist noch kein Fachkräftemangel im Mainframebereich spürbar. Da an deutschen Universitäten aber leider die Ausbildungsmöglichkeiten fehlen - nach meiner Kenntnis wird nur an der Leipziger und Tübinger Universität Mainframe Knowhow gelehrt - ist ein Engpass in Zukunft durchaus vorstellbar. Einige deutsche Unternehmen werden möglicherweise Schwierigkeiten haben, Mainframe-Fachkräfte zu ersetzen. Innerhalb des Mainframe Arbeitskreises bemerken wir keinen Einbruch im Projektmarkt. Die Auftragsbücher für 2009 sind gut gefüllt. Es scheint sich teilweise eine Tendenz anzudeuten, dass die Kunden Mainframe-Experten über einen möglichst langen Zeitraum verpflichten möchten.
3. Wo spielt die Zukunftsmusik des Mainframe?
Der Mainframe wird zumindest in der Enterprise Class (EC) weiter die Nase vorn haben. Dort, wo sichere Massendatenverarbeitung notwendig ist, wird er sogar seine Führungsrolle ausbauen. Er wird noch leistungsfähiger und noch schneller. Parallel dazu nehmen die Datenmengen, die zu verarbeiten sind, in Zukunft weiter zu. Auch für Unternehmen mittlerer Größe dürfte es überlegenswert sein, sich ein Mainframe anzuschaffen, zumal jetzt auch kleinere und preiswerte Mainframevarianten aus der Business Class (BC) angeboten werden.
4. Was sind die Ziele des Mainframe Arbeitskreises?
Der Mainframe Arbeitskreis ist deutschlandweit aktiv und kommt vier Mal im Jahr in verschiedenen Städten zusammen. Im Zentrum steht der Erfahrungsaustausch fachlicher und technologischer Art und die Qualifizierung. Das Netzwerk ist eng und die Kollegen reichen Projektangebote, die sie nicht bedienen können, an die AKMitglieder weiter.
Mainframe AK Tagung am 07.02.09
Die nächste Mainframe AK Tagung findet am 7. Februar 2009 in Mainz statt. Diese Vorträge stehen auf dem Programm:
1. The Mainframe History
2. Anwendungen auf z/VSE – schnell und einfach erstellt „Der Mainframe ist keine Insel“
3. SOA – SOAP – Webservices und z/VSE
Auch Nicht-Mitglieder können teilnehmen. Um Anmeldung unter office@bvsi.de in
der BVSI-Geschäftsstelle wird gebeten.
Zu Peter Kawa
Seit 11 Jahren im Banken-Consulting-Geschäft tätig. Schwerpunkt: Beratung bei
Mainframe-Anwendungssystemen (DB2, IMS/DB, IMS/DC, CICS, COBOL, JCL, MQ)
Basel-II-Experte, Erfahrung bei Wertpapieren, Kontokorrent, Meldesystem, u.a..
Momentan: Projekt Kartenverwaltung im eBanking/Änderung TAN-Verfahren.
Zum Berufsverband Selbständige in der Informatik
Der BVSI e. V. www.bvsi.de ist bundesweit der einzige Berufsverband für ITFreiberufler.
Er bietet seinen Mitgliedern neben einem hochklassigen und
kostengünstigen Schulungsprogramm ein engmaschiges Netzwerk mit Arbeitskreisen
(SAP, Mainframe, Projektmanagement, Java, Oracle) und Events.
Berufsverband Selbständige in der Informatik (BVSI) e. V.
Kontakt BVSI: Pressereferentin Uta Nommensen Tel. 040 39109489
BVSI-Geschäftsstelle Hallingstraße 10, 25348 Glückstadt Tel. 04124-60 50 87
office@bvsi.de www.bvsi.de