SUCHE   
  
2010
09
Mrz

Zurzeit wird allerorts über das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) diskutiert.

Demnach gäbe es keine staatlichen Sozialleistungen mehr, stattdessen aber ein bedarfsunabhängiges Grundeinkommen für jeden Bürger. Die Auswirkungen auf Arbeitswelt und Gesellschaft sind so umstritten, wie das BGE an sich.

Ein interessanter Artikel auf der Seite Erfolg.Beruf.Karriere bringt über die üblichen Argumente zu diesem Thema hinaus die Entwicklungen in Richtung einer flexibilisierten Arbeitswelt auf. Die generelle Entwicklung zeigt, dass die Arbeitswelt heutzutage längst nicht mehr die Vorbestimmung und Konstanz vorangegangener Jahre beinhaltet: Es scheint „normal“ seinen Job, aber auch seine fachliche Ausrichtung zu wechseln, die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen, nicht nur aufgrund von vermehrter Erreichbarkeit. Der Freiberufler ist zum Sinnbild dieser Entwicklung geworden.

Dem Artikel nach würde das BGE solchen ökonomischen und sozialen Veränderungen entgegenkommen und in besonderem Maße den Schritt in die Selbstständigkeit unterstützen. In diesem Zusammenhang wird gar eine „Gesellschaft von Freiberuflern“ betitelt. Zudem würde der Fokus der Arbeit sich weg vom bloßen Geld verdienen, hin zu neuer Kreativität und Wertigkeit der getanen Arbeit richten. Der Einzelne würde vermehrt eher in Projekten, denn in festen Jobs tätig sein.

Natürlich scheint das Bild einer Gesellschaft, in der grundlegend für jeden gesorgt ist und die Arbeit lediglich einen Zusatzverdienst bzw. eine Bereicherung darstellt, eher utopisch. Zudem sind tatsächliche Auswirkungen auf die Arbeitswelt nicht vorhersehbar. Dennoch käme dieses Szenario den sowieso von statten gehenden Entwicklungen geradezu entgegen.

Das Thema bleibt nach wie vor ein äußerst konträres, doch was ist Ihr Standpunkt als Freiberufler hierzu? Verlockende Zukunftsmusik? Oder doch eher keine wünschenswerte Vision?

  • del.icio.us
  • Digg
  • email
  • Facebook
  • FriendFeed
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • Netvibes
  • Netvouz
  • Twitter
  • Yigg

4 Antworten zu "Veränderungen der Arbeitswelt durch ein bedingungsloses Grundeinkommen"

Wenn ich mir das so richtig überlege, ist dies entgegen anderer Methoden der Subventionierung eben keine Umverteilung. D.h. eigentlich wird keiner belastet, da ja jeder gibt und nimmt. Es ist also quasi ‘nur’ das Anschieben der Geldverteilung.

Mich würde interessieren, ob es mathematische Modelle hierzu gibt? Das grösste Problem wird wohl die Verschuldung zu Beginn.

Ein weiterer Faktor wäre die geringe Verwaltungsgebühr, wenn man davon noch eine Art GEZ a la Kulturpauschale davon direkt abzieht, dann könnte man diesen Verwaltungsapparat auch noch direkt einsparen …

Hinzuverdienen kann dann jeder wie er will.
Also ich halte dieses Modell (immer im Vergleich zu den heute bestehenden Varianten der Umverteilung) als ein eher erfolgsversprechendes.

Eine Frage kommt mir allerdings,
wenn nun jemand von Ausserhalb käme, würde er/sie wohl das Geld teilweise in die Heimat schicken, d.h. das Geld wird ausser Landes gebracht, das sehe ich als kritisch an. Das Geld darf den Kreislauf nicht verlassen, sonst wird es hohe Finanzierungslücken geben. Hier scheint die Abgrenzung schwierig zu werden. Die Problematik haben wir auch bei Der Gesundheitspolitik. Stehen einem Bürger, der 30 Jahre in das System einbezahlt hat die gleichen Leistungen zu, wie jemand der mit 50 von ausserhalb in das System kommt !?

Nun denn, ich würde sagen, ohne konkrete Zahlen (Modelle) eine Meinung zu bilden ist schon sehr schwierig.

Das BGE ist für mich ein Ergebnis der angestrebten Wohlstandsmehrung in Deutschland und sollte die nächste Stufe des Wohlstandes darstellen.

Fakt ist doch, dass z. B. durch zunehmende Automatisierung immer weniger Stellen benötigt werden.

Unser Rollenverständnis muss sich nur noch daran anpassen…Buzzword “work-life-balance” – Warum soll das Ansehen eines Berufstätigen höher sein, als das einer Person die mehr Wert auf Freizeit und Familie legt?

Hallo David,
ich stimme Ihnen zu: “Warum soll das Ansehen eines Berufstätigen höher sein, als das einer Person, die mehr Wert auf Freizeit und Familie legt?”.
Nicht überall auf der Welt ist das Rollenverständnis so angelegt,
um bei uns zu einer Veränderung dieses Bildes zu kommen, wird meiner Meinung nach noch einige Zeit verstreichen…
Aber ein erstrebenswerter Zustand wäre es in meinen Augen allemal.
Grüße aus Hamburg!

Hallo Steffen,
hier habe ich einen Ansatz für ein Modell von Professor Dr. Pelzer der Uni Ulm gefunden:
http://www.archiv-grundeinkommen.de/pelzer/Transfergrenzen-Modell-Abstract-V-2.pdf
Halte ich für interessant!
Die Frage nach der Abgrenzung des Geldkreislaufs stellt sich mir allerdings auch…
Viele Grüße!

Einen Kommentar schreiben

Kommentar


www.yourfone.de