Warum heterogene Gründerteams erfolgreicher sind
Gründerteams sind häufig "stümperhaft" zusammengestellt. Der Fehler: zu wenig Vielfalt, sagt Klaus Nathusius. Wie man besser gründet, erläutert der Universitätsprofessor im Interview mit der Gründerplattform gruenderszene.de.
Geklonte Teams
Zum Gründen brauche es Leute mit unterschiedlichen Erfahrungshintergründen, so Nathusius. Das werde extrem unterbewertet. Die einzelnen Teammitglieder glichen häufig Klonen: keine Spur von Heterogenität.
Die geeigneten Mitstreiter sollte der Gründer zunächst in seinem persönlichen Umfeld suchen. Der Vorteil: Es bestehe bereits eine Vertrauensbasis. Im nächsten Schritt böten sich Internet-Dienste an wie Experteer oder Xing. Auch auf themenverwandten Messen und Seminaren treffe man mitunter Menschen mit ähnlichen Ideen und Interessen.
Absolventen in den Mittelstand
Die Chancen von Gründern und kleinen Unternehmen, gut ausgebildetes Personal zu finden, schätzt Nathusius als gut ein: So seien etwa die Arbeitsplätze in großen Konzernen heutzutage nicht mehr sicherer als in kleinen Firmen.
Zudem biete der Mittelstand auch für Uni-Absolventen attraktive Möglichkeiten: In kleinen Firmen stünden die Mitarbeiter in persönlichem Kontakt zur Geschäftsführung und könnten Wachstums- und Entwicklungsphasen hautnah mitverfolgen. Das sei spannend und lehrreich – und in großen Konzernen so gut wie unmöglich.
Und Nathausius macht den Gründern noch mehr Mut: Er könne nicht bestätigen, dass es Gründern momentan besonders schlecht geht. Probleme seien in den meisten Fällen auf Fehler der Gründer zurückzuführen – und nicht auf die aktuelle Finanzkrise.
Aller Anfang ist Fehler
Denn auch mit dem richtigen Team müssten Gründer einige Herausforderungen meistern. Dazu gehörten ein überzeugendes Geschäftsmodell und ein ausgearbeiteter Businessplan. Ein Gründer sollte sich die Frage stellen: Kann ich mit dem, was ich da mache wirklich Gewinn erzielen? "Also bitte nicht das 40. Internet-Flirtportal eröffnen."
Nathusius identifiziert drei typische Gründerfehler:
• Man braucht mehr Geld als zu Beginn veranschlagt.
• Das vermeintlich tolle Produkt ist noch nicht marktreif.
• Die ausgemachte Zielgruppe interessiert sich nicht für das Produkt.
Beim Start seien Gründer mit großem Netzwerk im Vorteil: Persönliche Kontakte öffneten oft die ersten Türen.
Dein Markt, das unbekannte Wesen
Für den Erfolg der Gründung ebenfalls unabdingbar seien genaue Kenntnisse und realistische Einschätzungen des Marktes. Gerade der deutsche Markt habe eine eigene Dynamik mit traditionellen und risikoscheuen Kunden: Was in den USA funktioniere, werde in Deutschland noch lange nicht angenommen.
Darum rät Nathusius Gründern, dem Kunden ein Produkt anzubieten, das er auch annimmt. Und das sei im Zweifelsfall nicht die "Super-Neuigkeit", die heimische Kunden eher überfordert.
Zum Interview auf gruenderszene.de.
Veröffentlicht in Zusammenarbeit mit biz-AWARDS.













