Outsourcing ist eine Unternehmenstrategie, die auch Freiberufler gerne einsetzen. Bevor Sie das angehen, gibt es einige Fragen, die Sie sich beantworten sollten.
1. Kann ich mir das leisten?
Wenn Sie gerade erst als Freiberufler angefangen haben, werden Sie wohl erstmal mehr Zeit als Geld zur Verfügung haben und somit Outsourcing noch etwas verfrüht. Sie könnten natürlich etwas sehr günstiges suchen, aber bedenken Sie, gutes Outsourcing sollte Ihnen mehr Geld wert sein, damit der Job gut gemacht wird. Manchmal müssen Sie aber auslagern, zum Beispiel wenn Sie ein Langzeitprojekt an Land ziehen, welches sehr aufwendig ist. Es im Alleingang zu versuchen und dann eventuell zu scheitern, sollte weder in Ihrem Interesse noch in dem des Kunden liegen.
2. Weiß ich, was ich auslagern kann?
In der Regel werden Sie Aufgaben auslagern, die Ihnen nicht so liegen oder die Sie absolut nicht machen möchten. Fragen Sie sich, wer so etwas wohl besser könnte als Sie, vielleicht auch für weniger Geld. Sie werden in Ihrem Netzwerk sicher jemanden finden.
3. Bin ich in der Lage zu delegieren?
Auch wenn Sie einige Aufgaben auslagern, sind Sie doch weiterhin dafür verantwortlich. Sie sollten weiterhin ein Auge drauf haben, um die Qualität zu gewährleisten. Wählen Sie also sorgfältig jemanden aus, der die Aufgaben übernehmen soll. Weisen Sie die Person gut in die Aufgaben und den Zeitplan ein. Kontrollieren Sie die erledigte Arbeit und Bewerten Sie diese. Dies wird Sie zusätzlich in Anspruch nehmen, also überlegen Sie sich vorher genau, ob es sich lohnt. Werden Sie aber nicht zum Kontrollfreak. Keiner möchte die ganze Zeit jeden seiner Schritte kontrolliert wissen. Finden Sie ein gutes Maß, die Übersicht zu behalten.
4. Weiß ich wie man die richtigen Leute findet?
Erfolgreiches Outsourcing hängt davon ab, die richtige Person einzustellen. Haben Sie schon Erfahrung im Auswählen von Kandidaten? Wissen Sie worauf Sie in einem Lebenslauf achten müssen? Haben Sie die Referenzen gecheckt? Outsourcing kann schnell ins Geld gehen, wenn Sie vorher nicht sorgfältig auf all das geachtet haben. Referenzen sind da eine wichtige Quelle. Suchen Sie sich auch in Ihrem Netzwerk Hilfe, wenn Sie nicht wissen, wie Sie den richtigen Kandidaten finden sollen.
5. Habe ich einen Back-up Plan?
Andere für sich arbeiten zu lassen, ist immer mit einigen Risiken verbunden. Was passiert, wenn der Dienstleister nicht so gut ist wie erwartet? Was wenn er es nicht schafft, die Frist einzuhalten? Was passiert, wenn Sie ihn nicht mehr erreichen können? Sie sollten ein Back-up Plan haben, wie zum Beispiel, jemanden der diese Arbeit notfalls übernehmen könnte, wenn Sie es selbst nicht können.
6. Habe ich etwas Besseres zu tun?
Outsourcing soll Ihnen in erster Linie Freiräume schaffen, aber wozu genau brauchen Sie diese? Wenn Sie diese sinnvoll für Akquise nutzen, oder weil Sie die Zeit für andere Bereiche des Projektes brauchen, ist das Geld fürs Auslagern gut angelegt. Wenn Sie aber einfach nur keine Lust auf Arbeit haben, sollten Sie sich das Geld lieber sparen und einfach den Auftrag nicht annehmen.
Outsourcing ist nicht einfach
Die richtige Wahl beim Outsourcing zu treffen, ist nicht immer leicht. Outsourcing bietet nicht immer die Lösung aller Probleme. Es braucht Zeit zur Vorbereitung und Organisation. Und letztendlich egal wie viele Aufgaben Sie auslagern, bleiben Sie weiterhin verantwortlich. Wenn Sie sich das gut überlegt haben, ist Outsourcing eine sehr gute Möglichkeit, auch größere Projekte anzugehen.
Übrigens, wussten Sie schon, dass derzeit rund eine Million Freiberufler in Deutschland arbeiten? Wobei Heilkundler den größten Anteil ausmachen. Dazu zählen auch Ärtze und Apotheker. Der Rest setzt sich, unter anderem, aus Recht, Wirtschaft, Technik,Architektur, Beratung und Naturwissenschaft zusammen. Aus Kultur und Medien kommen ca. 24,4%, was etwa 257 000 Menschen entspricht.
"Freiberufler kennzeichnen sich vor allem dadurch, dass sie ihre Einkünfte aus selbstständiger Arbeit beziehen und keine Gewerbesteuer zahlen müssen. Die Abgrenzung zwischen freiem Beruf und Selbstständigkeit legt das Finanzamt fest." Auch Freiberufler beschäftigen Mitarbeiter und zwar fast drei Millionen und erwirtschafteten so 10,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Quelle: Abendblatt.de













