Laut einer Studie der Technischen Universität Dortmund sind Freiberufler mehr vom Burnout-Syndrom betroffen, als Festangestellte. Dieses leitet die Universität von einer Online-Befragung ab, die sie in Kooperation mit mehreren Freelancer-Börsen durchgeführt hat.
Vor allem sei die mangelnde Trennung von Privatleben und Arbeit verantwortlich für die dauerhafte Erschöpfung, die Ängste, die negativen Emotionen und die Regenerationsunfähigkeit.
Schaltet man im besten Falle als Festangestellte/r auf dem Nachhauseweg ab, so arbeiten viele Freelancer bereits von zuhause aus und beenden nach außen hin den Arbeitstag vielleicht nur durch einen Zimmerwechsel.
Hauptgrund für einen Burnout sind laut Befragung nicht die langen Arbeitszeiten, sondern schlecht zu bewältigende oder sinnlose Aufgaben, eine geringe Wertschätzung durch Vorgesetzte und Kunden, Ergebnis- und Zeitdruck, geringe Austauschmöglichkeiten mit den Kollegen, keine oder sehr unregelmäßige Pausen und die bereits erwähnte mangelnde Trennung zwischen Arbeits- und Privatleben.
14% der im Durchschnitt 43jährigen Freelancer sagen aus, dass sie die Belastung wahrscheinlich nicht bis zu ihrem 50sten Lebensjahr aushalten werden.
Auch sei bei einem großen Teil der Befragten die Grenze der Belastbarkeit überschritten, sodass die Freude an der Arbeit und eine intrinsische Motivation auf der Strecke geblieben wären.
Jedoch muss auch betont werden, dass sich ein Viertel der Befragten nicht erschöpft oder regenerationsunfähig fühlt. Zwei Drittel sagen sogar aus, dass sie stolz auf ihre Leistungen sind und eine starke bis sehr starke positive Leistungsorientierung empfinden. Beruflicher Stress wird als positiv empfunden. Man hat Spaß und ist mit großem Einsatz bei der Arbeit.
Die Technische Universität Dortmund hat aus den Ergebnissen ein Konzept für ein Burnout-Präventionsprogramm entwickelt, welches durch erste Pilotnetzwerke (alle Themen und Behandlungen zum Thema „Burnout“ werden unter einem Dach vereint) im Münsterland, im Ruhrgebiet und im Rheinland aufgebaut wird.
(Quelle: www.derStandard.at)













4 Antworten zu "Freiberufler und Burnout"
Thomas
17. Oktober 2010 - 19:45
Ein interessantes Thema. Vielen Dank dafür.
Ich persönlich glaube, dass jede Form der Arbeit ihre Vorteile und Nachteile hat.
Wenn ich dies hier lese
“14% der im Durchschnitt 43jährigen Freelancer sagen aus, dass sie die Belastung wahrscheinlich nicht bis zu ihrem 50sten Lebensjahr aushalten werden.”
dann stellt sich für mich die Frage, ob diese 14% als normale feste Arbeitnehmer nicht auch an der Belastung scheitern würden.
Die Frage ist also: liegt dies wirklich am Status Freelancer oder liegt dies einfach den Personen selbst?
Burnout Symptome werden oft nicht erkannt » News und Tipps für Verbraucher
20. Oktober 2010 - 09:31
[...] hohen Arbeitsbelastung gekennzeichnet sind. Hinweise zum Burnout bei Freiberuflern gibt der Blog bei projektwerk.de. Hier stehen die Symptome von Erschöpfung häufig mit einer ungenügende Trennung von Arbeit und [...]
Meike
21. Oktober 2010 - 12:01
@Thomas: Das ist eine völlig berechtigte Frage. Ich denke, dass es mehrere Ursachen haben kann, an “Burnout” zu erkranken. Zum einen können einige Menschen nicht mit dem Druck (Erfolgs-, Leistungsdruck unter den Kollegen) innerhalb eines Unternehmens umgehen. Andere können nicht mit der Selbständigkeit einhergehenden Unsicherheit umgehen und sehen sich somit unter Druck gesetzt mehr arbeiten zu müssen, um eventuelle Engpässe in den Folgemonaten auszugleichen.
Diese Frage lässt sich wohl nur individuell beantworten.
Hermann Hohenberger
21. Oktober 2010 - 16:48
Ist ein kompliziertes Thema. Vielleicht dazu interessant auch dieses Video über Marion Meckel (Die Kommunikations-Professorin) http://www.spiegel.de/video/video-1090214.html . Die hat ihren Burn-Out gleich zu einem Buch verarbeitet. Ob das so der richtige Weg ist sei mal dahin gestellt. Wichtig zu wissen ist. “Burn Out” oder “Erschöpfungsdepression” hat was mit Stoffwechsel im Hirn zu tun. Und wenn die Synapsen nicht mehr richtig schnapp(s)en, dann braucht der Mensch eine Auszeit. Kein Weg führt dran vorbei.