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2010
22
Dez

von Stefan Süß/Johannes Becker/Shiva Sayah/Benjamin Haarhaus (Düsseldorf)

Freelancer im Spannungsfeld zwischen Flexibilisierung und Stabilisierung

Aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs kann seit Jahren eine Flexibilisierung von Unternehmen beobachtet werden. Flexible, so genannte „Neue Beschäftigungsformen“ wie etwa hochqualifizierte Freelancer, die eigenverantwortlich und meist auf Projektbasis für ihre Auftraggeber tätig werden, gewinnen gerade in der IT- und Medienbranche zunehmend an Relevanz.

Im Vergleich zu klassischen Beschäftigungsformen weist das Freelancing einige Besonderheiten auf. Aufgrund der Kurzfristigkeit ihrer Beschäftigung und den damit verbundenen (finanziellen) Unsicherheiten erleben Freelancer einen Verlust an beruflicher Stabilität. Auch die private Stabilität sinkt, da die Notwendigkeit der kontinuierlichen Akquise von Folgebeschäftigungen langfristige Planungen erschwert und oftmals einen Einsatz in vom Wohnort entfernten Regionen bedingt. Zudem sind Arbeitsbelastung sowie Zeit- und Leistungsdruck im Freelancing meist höher als in festen Angestelltenverhältnissen, was zu Stress und Überforderung führen kann. Die kurze Halbwertszeit des Fachwissens erfordert besonders in der IT-Branche regelmäßige und aufgrund der Selbständigkeit eigenfinanzierte Weiterbildung seitens der Freelancer.

Trotz der steigenden Zahl freier Mitarbeiter wurde ihnen bisher in der Forschung wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Dabei stellen sich gerade in Hinblick auf ihre Arbeitsbedingungen viele ungeklärte Fragen: Empfinden Freelancer Arbeitszufriedenheit? Wie können Freelancer Berufs- und Privatleben vereinbaren? Unter welchen Umständen können sich Freelancer ihren Auftraggebern zugehörig fühlen? Wie können Freelancer ihre Beschäftigungsfähigkeit sicherstellen?

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt „Freelancer im Spannungsfeld von Flexibilisierung und Stabilisierung (FlinK)“ greift diese Thematik auf. Die Zusammenarbeit von Betriebswirten und Psychologen ermöglicht es, die Beschäftigungsform Freelance aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und somit zu einem umfassenden Verständnis der Arbeits- und Lebensbedingungen freier Mitarbeiter zu gelangen.

Aktuelle Studie zur Arbeitszufriedenheit

Aktuell führt der Lehrstuhl für BWL, insb. Organisation und Personal der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf im Rahmen des FlinK-Projekts eine Studie zum Thema „Arbeitszufriedenheit von IT-Freelancern“ durch.

In der Online-Befragung soll herausgefunden werden, welche Ausprägungen von Arbeitszufriedenheit bei IT-Freelancern bestehen und ob sich diese von denen Festangestellter IT-ler unterscheiden. Sowohl Freelancer als auch Festangestellte sind herzlich einladen, dieses Forschungsvorhaben mit Ihrer Teilnahme an der Befragung zu unterstützen. Das Ausfüllen des Fragebogens dauert ca. 15-20 Minuten und ist anonym. Da die Studie außerdem dazu dient, das Messinstrument zu validieren, können auch Freelancer und Festangestellte anderer Branchen an der Befragung teilnehmen. Erste Ergebnisse werden im Frühling 2011 an dieser Stelle veröffentlicht.

Sie finden den Fragebogen bis zum 15.01.2011 30.01.2011 unter www.arbeitszufriedenheit.net.

Vielen Dank für Ihre Teilnahme!

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter www.flink-projekt.de.
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