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2008
09
Jul

6 Tipps: Selbstmanagement

Beitrag von Maike / Kategorie: Freiberufler, Tipps

Wie oft haben Sie sich schon geärgert, dass Sie eine Deadline verpasst haben, eine tolle Möglichkeit nicht wahrnehmen konnten oder immer noch nicht den Erfolg haben, den Sie sich wünschen – und das nur, weil Sie überarbeitet sind oder Ihrem Pensum kaum folgen können? Mir geht es jedenfalls oft so, und daher habe ich mich hingesetzt und versucht, Strategien und Denkansätze zu formulieren, die mir bisher geholfen haben.


1. Planen Sie!
Wie schaffen Sie es, Ihre Zeit möglichst effektiv einzuteilen? Ganz einfach: Erstellen Sie einen Plan! Ohne einen Plan laufen Sie Gefahr, von dem Berg an To Dos erschlagen zu werden – und das stresst nicht nur, sondern lässt diesen Berg „unerklimmbar“ aussehen. Wie genau der Plan aussieht, können Sie selbst entscheiden, je nachdem, was Ihnen liegt. Mögen Sie detaillierte Punkt-für-Punkt Aufgabenlisten? Oder einen klassischen Business-Plan, in dem Sie vor allem Ihre Ziele im Auge behalten? Ich persönlich favorisiere tägliche Aufgabenlisten – das Wichtigste aber ist: Folgen Sie dem Plan auch wirklich, statt ihn nur für Ihr Gewissen aufzustellen…

2. Arbeiten Sie reduziert!
Nein, mit reduziert meine ich nicht, dass Sie weniger arbeiten sollen. Ich meine die Herangehensweise. Lassen Sie sich nicht von unnützen Zeitkillern ablenken, priorisieren Sie Ihre To Do-Listen. Das hört sich einfach an, ist es in der Praxis jedoch oft nicht, wie wir alle wissen. Mein Trick ist mir vorzustellen, ich hätte für jede Aufgabe auf meiner Liste eine Deadline. Und zwar eine sehr knappe, bei der es klar ist, dass ich nicht alles schaffe. So wird deutlich, was Sie wegrationalisieren müssen, um die wichtigsten Punkte zu schaffen. Das Prinzip ist abgeschaut von dem trivialen Spruch: “Lebe jeden Tag, als sei es Dein letzter.” Und der unausweichlichen Frage, die darauf folgt: Was würden Sie an diesem besagten letzten Tag tun wollen?

3. Finden Sie ein Gleichgewicht der Stressoren
Ohne Stress beziehungsweise Druck werden Sie keine guten Resultate erzielen. Trotz Listen und Reduktion wird es schwierig sein, die Motivation aufzubringen, besonders als Freiberufler. Zu viel Stress hingegen wird Sie hemmen, wird Sie unflexibel und unkreativ zurücklassen. Das Stress-Level, mit dem man sich wohl fühlt, nennt sich Eustress. Dieses Level ist bei jedem Menschen unterschiedlich, und deshalb schwer zu finden. Ein Weg ist sicherlich, sich klar zu machen, wann man das letzte Mal eine stressige Aufgabe gemeistert hat und sich gut gefühlt hat. Wie schwer es jedoch trotzdem ist zeigt sich auch in meinem Alltag – zwischen dem Job und der Uni gelingt es mir nicht immer, meinen „Eustress-Moment“ zu finden. Das Resultat ist immer zu viel Stress statt zu wenig.

4. Networken gegen “Lonesome City Cowboy”
Sie haben sich selbstständig gemacht, sind alleinverantwortlich für Ihre Leistung, schulden niemandem Rechenschaft. Das hört sich erstmal gut an. Auf der anderen Seite begrenzt aber eben dieses Faktum Ihre Möglichkeiten. Um Ihre Möglichkeiten zu erweitern, machen Sie sich das Schlagwort “networking” zu eigen. Sie können sich mit anderen Freelancern ein Kompetenz-Team zusammenschließen, in dem jeder seine Stärken einbringen kann, in dem man einander unterstützt oder bei Engpässen aushilft. Plattformen wie projektwerk können Sie in Ihrem “networking” unterstützen.

5. Arbeiten Sie hart!
Die Arbeit macht keinen Spaß, wenn man nicht mit sehr wenig sehr viel erreichen kann, sagte der Management Consultant und Autor Richard Koch. Dem möchte ich widersprechen. Natürlich wäre es schön, viel durch wenig Aufwand zu erreichen – was aber leider nur sehr bedingt möglich ist. Sie müssen sich also entscheiden – sind Sie bereit, viel Arbeit zu investieren, um viel zu erreichen, oder sind Sie mit weniger zufrieden? Wenn Sie sich für die Arbeit entschieden haben, machen Sie es sich immer wieder klar, dass Sie diese Entscheidung aus freien Stücken getroffen haben. Das hilft zumindest mir weiter, wenn ich zwischendurch die Perspektive verliere.

6. Glauben Sie den anderen nicht!
Wir sind an Grenzen und Regeln gewöhnt. An „das kann man nicht“, an „das ist unmöglich“. Wer sich daran hält, der “kann tatsächlich nicht”, für den bleiben viele Dinge unmöglich. Also verschließen Sie Ihre Ohren. Auch und vor allem für Ihre eigenen Zweifel. Sie haben den entscheidenden Schritt getan, haben sich etwas getraut – und noch nicht den gewünschten Erfolg? Wer sagt denn, dass Sie alles auf einmal schaffen müssen? Gehen Sie Schritt für Schritt vor, glauben Sie (an) sich und nicht den anderen. Ziehen Sie Selbstbewusstsein aus jedem noch so kleinen Erfolg (und belohnen Sie sich!). Um zum Schluss noch ein Klischee zu bemühen: Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut…

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3 Antworten zu "6 Tipps: Selbstmanagement"

Ich stelle immer wieder fest, das gerade Zeitkiller massiv stören:
- TV
- Telefon
- Messenger
- Freunde/Nachbarn/Kollegen

Wenn man die beseitigt, zeitweise völlig ignoriert kann man erheblich effektiver arbeiten.

Ja, das habe ich auch bemerkt. Untertags vor allem alle Instant Messenger aus, Telefon geht nicht immer.
Ich arbeite seitdem ich meine Instant Messenger aus habe um sicher die Hälfte effektiver, da ich das ablenkende Blinken, etc. nicht in der Leiste habe und nicht von einem Projekt ins andere hüpfen muss.

Aus dem Leben etwas virtuell Vermutetes komponieren: Boom-Boom im Leben oder: Der Boersenkrach ist ein Stellvertreter fuer unser alltaegliches Leiden – in allen Lebenslagen wird nur noch verkapselte Verkapselung konsumiert, ohne das etwas Verwertbares, etwas Generie¬ren¬des entsteht oder entstehen kann. Warum es so schoen mit dem Ver-Alloziieren von Zustaendigkeiten und Wissen ist, soll beispielhaft illustriert werden. Dieses Beispiel ist abstrahiert von der Region, der Profession oder der Domaene und somit wiederverwendbar. Fuer die Europhilen.

Eine Firma, die Postschliessfaecher vermietet, moechte mit einem Internet-Portal ihre Kunden aktuell ueber den Stand ihrer gegenwaertigen Ablage informieren. Diese Information soll ueber alle Endgeraete abrufbar sein und in die uebergeordneten Vorgangsab¬laeu¬fe integriert werden. Als Pilot¬projekt soll das Software-Produkt zu¬naechst in Argentinien zum Einsatz kom¬men. Die genauen Messzahlen wollen dann die Manager “analysieren”.

Die Software-Firma SWC verlangt fuer die Konstruktion und Einfuehrung dieses Produkts einen Gesamtpreis von USD 250.000. Neben einigen zeitvariant eingestellten Entwicklern soll ein Software-Architekt die Konstruktion steuern. Dafuer soll der Architekt insgesamt ein Gehalt von USD 30.000 verdienen. Zeitraum: 4 Monate.

Die Firma SWC konzentriert sich auf schnell zu implementierende Java-Anwendungen und hat die Acquise von Personal ausgelagert. Die Firma HR QCons uebernimmt dies fuer sie.
Sie ist am Markt “First Supplier” und fokussiert ihr Geschaeft auf permanente Anstellungen, wofuer sie pro Ueber¬nahme satte 100% eines Monatssalaers erhaelt. Die Acquise fuer eine zeit¬variante Projektarbeit ist “risiko¬be¬haf¬te¬ter” und daher von HR QCons aus¬ge¬la¬gert worden. Sie wird durch das Unter¬nehmen VT PW uebernommen. VT PW er¬haelt pro Vermittlung 25% der HR QCons-Weiterleitung. Dies ist eine Extra¬gebuehr, die die Firma HR QCons gern der SWC aufsattelt.

Die Firma VT PW praesentiert sich vollmundig im Internet mittels Freelancers, die allesamt virtuell und recht virtuous HR-Erfahrung gesammelt und angereichert haben. Im Nebel ihrer Scheinwelt agieren sie wie HR QCons abstrahiert von Gegestandsbereichen und Technologien. Wenig Hirn, schnelles Geld. VT PW’s Motto: “Wir (!) wissen, was den Markt erst richtig aggressiv macht…”. So kommt es dann auch, dass diese Firma die Kandidatin Andrelina Toksaz schnell an die Firma HR QCons vermittelt. Andrelina wird bei SWC durch HR QCons vorgestellt. Auch dort gewinnt man von ihr einen positiven Eindruck, da sie schon beim ersten Austauschgespraech den >>Blick fuer das Grosse<< in den Vordergrund stellte. Sie wird nach einem Praxistest fuer die Zeit von 4 Monaten eingestellt, in der das neue Software-Produkt marktfaehig und -fertig konstruiert werden soll.

Am ersten Tag ihrer Arbeit hat die Einstellung von Andrelina – neben ihrem monatlich zu entrichtenden Salaer – bereits USD 9.375 verkonsumiert und gekostet, ohne dass auch nur eine Zeile geschrieben, ein Datum verarbeitet oder ein neuer Kunde gewonnen wurde:
Mehr als ein volles Monatsgehalt wechselten so mit ca. USD 9.500 irgendwohin, ohne dass neu¬es Wissen oder neue Funktionali¬tä¬ten entstanden, fuer nur die es sich zu zahlen ziemen sollte.

Wie sich im Verlauf der weiteren Arbeit herausstellen sollte, haben HR QCons und VT PW eine falsche Kandidatin vorgeschlagen, da bei denen ueberhaupt kein Wissen zu Software Engineering vorliegt. Die angestrengte Vermittlung kam allein durch den Vergleich inhaltsleerer Worthuelsen: Stellenprofil Kandidaten-Vitae zustande. Der Beauftragte seitens SWC hatte als Projektkoordinator mit BWL-Hintergrund darueberhinaus keine Erfahrung mit dem Umgang heterogener Plattformen und dynamischer Informationsaquise. Auch liess er sich allein (?) von Andrelina’s Architekturwelt berauschen. Das Internet-Portal kam folglich 3 Monate spaeter auf den Markt; Andrelina hatte keinen Anteil an dessen Entstehung. Viel Geld im Nirwana der BWL-Scheinwelten.

Verkapselung der Kapselung von Zustaendigkeiten und deren ver-(!)orteter Allokationen. Verlagerung von Aufgaben unter der Praemisse der Hoffnung: “Einer wird’s schon richten!”. Groessenwahnsinnige BWL-Absolventen in allen Lebenslagen schraubseln mit ihren Formular fuellenden Pseudomethoden die Preise in die Hoehe: Ohne Sinn und Verstand. Konstruktion, innovative Entwicklung oder Generierung verwertbaren Wissens kommen allesamt nicht zustande. Versprechen ist ein Wort polymorphen Charakters.

Andrelina haette mit ihrem Wissen zu einer grossen Software-Firma, zu einem Marktfuehrer wechseln muessen. Warum ihr das nicht gelang: Ueberqualifizierung.

Denn auf den ihr zu alloziierenden Positionen finden sich ausschliesslich voll gefressene BWL-Junkies, die mit Pseudomethoden dem Virtuellen kein Leben einzuhauchen vermoegen und deshalb wild aus dem Lebenden etwas virtuell Vermutetes komponieren. Letz¬te¬res ist auch viel einfacher und obliegt unserem Gesellschaftsmotto: Mittel¬maes¬sigkeit ist Oberkante, Herum¬spin¬nen die Maxime.

Leidliche Erfahrungen, die man als ehrenamtlicher Betreuer beim E-Mento¬ring (siehe bspw. IEEE, ACM, INCOSE) machte und macht. Leider.

Daher: Fuer eine Verbannung der BWLehre an die Fachschule –ohne: hoch.

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