Vor ein paar Tagen hatten wir schon einmal berichtet, dass in der Politik eine neue Diskussion um das Thema „Altersvorsorge für Selbstständige“ entfacht ist.
Frau von der Leyen stellt hierbei die Forderung nach entweder einer Pflichtversicherung oder einer Versicherungspflicht. Dass sie mit ihren Forderungen allerdings etwas an der Realität vorbeischießt, scheint bei den Koalitionsgesprächen (noch) nicht erkannt worden zu sein. Wenn sichergestellt werden soll, dass Altersarmut zukünftig nicht mehr so eine große Herausforderung darstellt, sollte auch die Seite der Festangestellten, also der bereits gesetzlich Versicherten, betrachtet werden:
Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) verdienen über ein Drittel (35%) der Festangestellten weniger als 1.100 EUR netto im Monat; bei Selbstständigen sind es dagegen nur 27%. Für viele Freiberufler ist es zudem selbstverständlich, bereits für das Alter vorzusorgen bzw. eine finanzielle Rücklage zu haben, um auch eventuelle Krisen abfedern zu können. Dass die Altersvorsorge nicht von Anfang an für jeden Selbstständigen realisierbar ist, hängt mit dem finanziellen Engpass zusammen, den fast jeder Gründer zu Beginn der Selbstständigkeit durchlaufen muss. Diesen Umstand beispielsweise würde aber sowohl eine Pflichtversicherung als auch eine Versicherungspflicht nicht berücksichtigen. Für viele Selbstständige würden diese Beiträge daher eher eine zusätzliche, nicht unerhebliche finanzielle Belastung darstellen.
Sicherlich scheint eine ausreichende Versicherungspflicht auf den ersten Blick sinnvoll zu sein. In welcher Form man sich als Selbstständiger versichert, um für das Alter vorzusorgen, sollte aber doch frei wählbar sein. Oder?



