Zum Anfang dieses Jahres setzt sich auch unsere projektwerk Serie über Coworking in Deutschland fort - heute stellen wir Ihnen das neu eröffnete produktivhaus in Münster vor.
Adresse: Weseler Straße 253a
Tagessatz: 15 €
Homepage: www.produktivhaus.de
Hier finden Sie ein Interview mit den produktivhaus Gründern Sidi Benmoh, Markus Buzeck & Oliver Paczkowski.
1.      Was ist Coworking für Euch?
Coworking bedeutet für uns viele interessante Leute kennenzulernen und neue Kontakte zu knüpfen. Nichts ist so spannend, wie die Geschichten, die das Leben schreibt. In einem Coworking Space kommen viele Geschichten von den unterschiedlichsten Menschen zusammen, damit ließen sich Bücher füllen. Der Austausch mit Coworkern aus allen Berufsgruppen, das Netzwerken und das gemeinsame bestreiten von Projekten macht doch den Charme des Coworking aus. Zudem bedeutet die Realisierung eines eigenen Coworking Spaces für uns, neue Dinge auszuprobieren. Etwas zu erschaffen, an dem viele Leute teilhaben und profitieren können ist eine tolle Sache. Wir wissen ja selber, wie schwer es für Freiberufler und vor allem Existenzgründer sein kann, einen geeigneten und flexiblen Platz zum Arbeiten zu finden. Coworking bietet alles, was diese Menschen brauchen.
2.      Was ist Eure Vision für das produktivhaus – wo soll es hingehen?
Coworking ist in Münster noch nicht angekommen. Zwar gibt es sicher einige Bürogemeinschaften oder Office Center doch keinen Coworking Space. Wir möchten Coworking in Münster zu einem öffentlichen Thema machen. Immerhin handelt es sich hierbei um so etwas wie den Arbeitsplatz 2.0, indem soziale Faktoren und das Mitgestalten des Einzelnen eine immer größere Rolle spielen. Dazu haben wir bereits die Coworking Münster Initiative ins Leben gerufen (http://www.coworking.ms), um auf Coworking aufmerksam zu machen. Im produktivhaus steht eine Fläche von 250 qm zur Verfügung, die für bis zu 30 Coworker geeignet ist. Das primäre Ziel liegt natürlich darin, zunächst so vielen Interessierten einen Platz anzubieten, dass sich das produktivhaus wirtschaftlich trägt.
Bei allen ideologischen Werten und Ideen darf man nicht vergessen, dass es sich um ein Unternehmen handelt, dass zumindest schwarze Zahlen schreiben muss, um zu funktionieren. Langfristig können wir uns vorstellen – da wir sehen, dass großes Interesses vorhanden ist – die Fläche zu vergrößern, um noch mehr Menschen von dem Coworking-Konzept überzeugen und einen Platz anzubieten zu können. In der Universitätsstadt möchten wir sowohl Absolventen, die den Schritt in die Selbständigkeit wagen, als auch den Studierenden einen Anlaufstelle bieten. Für die zuletzt Genannten kann es durchaus interessant sein eine Projekt- oder Abschlussarbeit nicht zu Hause oder in der Universitätsbibliothek zu verfassen, sondern auch praktischen und kreativen Input von anderen Leuten in einem Coworking Space zu bekommen.
Den Existenzgründern möchten wir durch Events und Workshops, bei denen Experten zu den Themen Finanzen, Steuern, Versicherung und Marketing referieren werden, einen guten Startpunkt für ihr junges Startup geben, denn hier hinkt Münster trotz der Bemühungen von Technologieförderung und Wirtschaftsförderung anderen Städten deutlich hinterher. Ganz generell soll das produktivhaus sehr interdisziplinär und multikulturell sein.
