Immer wieder liest man Studien und Vergleiche zwischen Voll- und Teilzeitbeschäftigten - was wächst, was schrumpft... Freelance-Arbeit fehlt dabei regelmäßig. Und jedes Mal kommt mir in den Sinn, dass diese Studien und Vergleiche eine inhaltsleere Mogelpackung sind. Warum? Der Begriff der Vollzeitarbeit ist nicht eindeutig nach Stunden definiert, sondern in Abhängigkeit von dem, was in dem jeweiligen Unternehmen oder der Branche vereinbart ist. Es schwankt zwischen 35 Wochenarbeitsstunden in der westdeutschen Metallindustrie und 42 Wochenarbeitsstunden für Landesbeamte in einigen Bundesländern. VW hatte zeitweilig eine "Vollzeitarbeitszeit" von 28,8 Stunden pro Woche. Wenn bestimmte Regeln beachtet werden, kann zeitlich begrenzt auch mehr gearbeitet werden. Wo fängt dann Teilzeitarbeit an? Bei projektwerk wäre ein Mitarbeiter mit einem 35-Stunden-Vertrag ein Teilzeitmitarbeiter, in der Metallindustrie ein Vollzeitmitarbeiter. Was wäre der Sinn einer solchen Statistik?
Wenn man eine Aussage treffen will, wie viele Stunden tatsächlich gearbeitet wird, passen die Kategorien nicht.
Denn dann müsste man auch die vielen kleinen Agenturen und Unternehmen befragen, wie viel dort gearbeitet wird. Oder die Unternehmensberater, in deren Unternehmenskultur diejenigen, die unter 60 Stunden pro Woche bleiben, als faul gelten.
Es gibt eben keine Norm mehr. Sollte man also nicht Statistiken, die auf einer überholten Norm basieren, den reellen Gegebenheiten anpassen und eher die Zahl der Stunden angeben, die in bestimmten Branchen in Festanstellung, Freelance oder auch Zeitarbeit geleistet werden?

