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2012
14
Mai

Fachkräfte für Deutschland?

Beitrag von Maike / Kategorie: Allgemein, Markt

Blue Card: So soll Deutschland für ausländische Experten attraktiver werden

Ab dem Sommer soll die Blue Card dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Wichtig ist dabei vor allem, dass Deutschland für Fachkräfte aus dem Ausland attraktiver wird – und dem steht die berühmte deutsche Bürokratie im Wege, zumindest jetzt noch. Aber wird sich das mit Einführung der Blue Card tatsächlich ändern, oder schafft es die Politik wieder, einen guten Ansatz im Meer der Bürokratie zu versenken?

Impulse geht in dem Artikel „Wie Deutschland neue Experten ködern will“ ins Detail:

Die Ausbildung

Generell gilt: Qualifikationen, die im Ausland erworben wurden, sollen einfacher anerkannt werden. Seit April gibt es eine zentrale Anlauf- und Beratungsstelle: Die Fosa (Foreign Skills Approval) bei der Industrie- und Handelskammer in Nürnberg.

Die Anerkennung der Qualifikationen jedoch ist auf den ersten Blick immer noch recht unübersichtlich: Beispielsweise hängt die Zuständigkeit für die Anerkennung von Fachrecht und Bundesland ab, bei den freien Berufen entscheidet die jeweils zuständige Kammer – und für nicht reglementierte Berufe hängt die Anerkennung der Qualifikation von einer Gleichwertigkeitsbescheinigung der zuständigen Stelle ab.

Einreise und Jobsuche

Die Frage des Visums ist verständlicher und praxisnaher geregelt: Bisher erhielt nur derjenige ein Visum, der schon vorab einen Arbeitsvertrag unterschrieben hatte. Das neue Gesetz legt fest, dass sich Fachkräfte, die aus nicht-europäischen Ländern nach Deutschland kommen möchten, ein halbes Jahr in Deutschland aufhalten dürfen, um sich einen Job zu suchen. Absolventen deutscher Universitäten haben nach dem Abschluss künftig 18 statt 12 Monate Zeit, sich einen Job zu suchen.

Das Gehalt

Das Einstiegsgehalt wurde von 66.000 Euro auf 44.800 Euro abgesenkt, besonders gefragte Fachkräfte müssen lediglich ein Jahresgehalt von 34.200 Euro nachweisen.

Kein Vorrang für EU-Bürger

Bevor eine Stelle an einen Experten vergeben werden konnte, musste die Arbeitsagentur bisher prüfen, ob sich ein Deutscher oder EU-Bürger mit gleicher Qualifikation finden ließ. Dies soll sich ab Sommer ändern.

Die Familie

Besitzt ein Ehepartner eine Blue Card, darf auch der andere in Deutschland arbeiten, ohne die Anforderungen erfüllen oder die Sprache beherrschen zu müssen.

Und das Bleiberecht?

Statt 5 Jahre warten zu müssen, können Inhaber der Blue Card bereits nach 3 Jahren das dauerhafte Bleiberecht bekommen, bei guter Sprachbeherrschung sind es nur 2 Jahre. Allerdings: Wer in dieser Zeit Sozialleistungen beansprucht hat, geht leer aus.

Was meinen Sie - ist die Blue Card unbürokratisch genug, um einen tatsächlichen Effekt auf den Fachkräftemangel zu haben?

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5 Antworten zu "Fachkräfte für Deutschland?"

Koennte hinhauen.
Allerdings gibt es einige Faktoren, welche Deutschland halt weiterhin nicht wirklich attraktiv machen.
Es gibt jedoch auch viele positive Faktoren.

Ich kann hier kurz auflisten welche meine persoenlichen PLUS/MINUS Punkte sind was Deutschland angeht.
MINUS:
- Es ist nicht eine wirklich offene Gesellschaft. Dauernd wird nach sprachlichem Akzent oder Herkunft gefragt. Das ist in zB den Niederlanden viel weniger anstrengend und alles ist offener, zumindest meistens.
- Der Umgang: Viele Laender kennen eine ganz andere Kultur. Gerade noerdlich des Mains hapert es sehr oft an ein Bisschen Herzlichkeit und/oder Freundlichkeit. Streckenweise ist es haarstraeubend welcher Ruepelhaftigkeit hier der Fremde begegnet.
- Alter Freund: Das Steuersystem. Es bleibt muehsam. Ein Freiberufler in zB den Niederlanden kann sich bei einer Payroll anmelden und hat ausser Ende Jahr einen Beleg der bezahlten Steuern abzuholen nichts mit allem zu tun. Grade mal um die Krankenkasse muss man sich kuemmern. Und es kann NETTO das Doppelte bleiben, unter anderem weil dort fuer 9 Jahre ein ‘expat exempt status’ fuer ‘Auslaender’ gilt, welcher bewirkt, dass waehrend dieser Zeit 30% des Bruttoeinkommens nicht versteuert werden muessen. Es ist ein Einwanderungsland. Fremde sind meist willkommen. In Deutschland bekommt man oft ruede Bemerkungen zu hoeren. Allein der Unterschied der Behandlung der Menschen im Einwohnermeldeamt ist wie Himmel und Hoelle. In Frankfurt bekam ich einen Wisch auf den Tisch geschleudert und allein schon die Einrichtung des Amts war voellig unattraktiv. In Amsterdam gibt es eine schoene Register-Zentrale mit huebschen Moebeln. Man hat sich 2 Stunden fuer mich bemueht, obwohl ich nicht mal angemeldet war. Ich bekam ein Willkommens-Paket mit Kuchen, Keksen usw drin. Dazu ein oranges Blatt auf welchem mir alle Rechte eines Mieter erlaeutert wurden. Die Rechte! Nicht immer nur bezahlen, bezahlen und Pflichten so wie in Deutschland.. Ausserdem war die ganze Anmeldung umsonst. Von Deutschland kenn’ ich nur, dass an jeder Ecke die Hand aufgehalten wird.
In Deutschland hab’ ich zuerst 40% an die Steuer abgeben muessen bevor ich ueberhaupt einen Zahnstocher oder eine Versicherung kaufen/bezahlen konnte. Dann halt eben UG gruenden, die ganze Buerokratie bewaeltigen, das Finanzamt kopiert sogar noch meinen Auftrag und Lebenslauf bis es endlich eine Steuernummer herausrueckt. Die ganze Historie in den Vorlagen der UG-Firma stellt fast ausschliesslich Zahlungen ans Finanzamt dar. Man kann sich in Deutschland arm arbeiten und es macht irgendwann keinen Spass mehr. Es wird einem dauernd von offiziellen Stellen und von Kollegen vorgehalten, dass die Steuer hier gerecht sei. Dabei wird das Geld oft verschwendet. Durch die hohen Spitzensteuersaetze bleiben aktive Manager von Firmen und die entsprechenden Arbeitplaetze weg. Wenn die Steuer nicht so hoch waere und es in der Folge dann hier richtig brummen wuerde, dann haetten mehr Leute Arbeit, wuerden Steuern bezahlen anstatt Transferleistungen zu empfangen und die Arbeitslosenkassen wuerden entlastet. Ein Schelm wer denkt die Arbeitslosigkeit sei gewollt und an der Macht zu bleiben und den Menschen keine Freiheit zu lassen. In der Folge ‘Hauptsache Job’-Denken, immer mehr Druck mit Auswirkungen auf das private Leben, die Familie und die Lebensqualitaet ueberhaupt.
Selbst in England zahlen Freiberufler weniger Steuern.

PLUS:
- Vergleichweise wenig Kriminalitaet. Ich fuehle mich relativ sicher.
Also in England gibt es Orte wo sich nachts nicht jeder hintraut und es kann passieren, dass man ueberfallen wird.
- Zuverlaessigkeit: In Deutschland wird fast alles zuverlaessig erledigt.
In der Schweiz musste ich oft nachhaken bis ueberhaupt mal eine E-mail beantwortet wird.

Um noch etwas mehr Bezug auf die BLUE CARD zu nehmen:

Es ist gut, dass etwas versucht wird um den Firmen zu helfen genuegend Arbeitskraefte im Land zu haben.

Zwei Dinge helfen zum Beispiel mir nicht weiter:

- Fuehle mich hier oft diskriminiert, obwohl meine Mutter aus Deutschland kommt. In der Schweiz habe ich mir halt etwas Akzent angeeignet und so ist das halt nunmal. Muss ich jetzt wie die Darsteller der schweizer TATORT-Version ins Intensivsprachtraining gehn um allen Akzent wegzutrainieren? Haben wir nicht andere Sorgen? Ein Mal, zwei Mal solche Sprueche – das waere ja OK. Doch seit 8 Jahren jeden Tag zu hoeren ‘von wo kommst Du, was ist das fuer ein Akzent’ nervt wirklich nach einiger Zeit. So dumme Fragen stellt nicht mal ein echter Hinterwaeldler andauernd..
Fazit: In Laendern wie NL, CH, UK kommen Dinge fuer mich viel schneller in Bewegung, weil es um die Sache geht und nicht einen halben Tag lang ueber Herkunft geschwafelt wird. Waere ich zB Tuerke, ich wuerde keine Woche in DE bleiben – so schlecht wird hier hintenrum ueber mich geredet.

- Das Steuersystem ist viel zu anstrengend und eine Geldmacherei fuer alle die mit in der Kette sind, wie Steuerberater, Steueranwaelte und und und….

Ich empfinde es immer mehr als eine Strafe in Deutschland zu sein und ich werde mindestens privat und auch wirtschaftlich mir eine andere Bleibe suchen. Die 8 Jahre hier waren die reinste Zeitverschwendung.

Kann’s mir nicht verkneifen:

Es ist halt nicht top-attraktiv zum Arbeiten an einen Ort zu gehen an dem ich teilweise mit schlecht gelaunten, moeglicherweise nicht sehr freundlichen oder auch unentspannten Kollegen rechnen muss wo ich evtl. noch laufend Sprueche wegen meiner Herkunft abbekomme und die deutsche Neidgesellschaft gerne hier und da aufblitzt (weil ja ein Freelancer astronomisch viel verdient – wie viele Festangestellte die nicht rechnen koennen faelschlicherweise annehmen) und gleichzeitig zu wissen, dass in den Niederlanden netto fast das Doppelte haengenbleiben wuerde (zB in meinem Fall – mit dieser leidigen UG die ich gar nicht will), lockere Arbeitsatmosphaere herrscht und in der kleinkarierten Schweiz sogar das dreifache – bei vergleichbar minimalem administrativem Aufwand.

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