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2012
22
Aug

Der Preis der Freelancer

Beitrag von dominic / Kategorie: Allgemein

Freelancer, also freiberuflich tätige Personen, haben es in der Regel schwer, ein angemessenes Honorar festzulegen, denn es sollte sowohl die eigenen Unternehmens-, Personal- und Lebenskosten decken, als auch ihren Kunden gerechtfertigt erscheinen. Oft vergleichen die Kunden das angestrebte Honorar mit ihrem eigenen Nettogehalt – und kommen zu dem Schluss, dass der berechnete Tagessatz viel zu hoch ist. Außer Acht lassen sie dabei die vielen zusätzlichen Kosten, welche Freiberufler zu tragen haben.

Freelancer werden immer mehr geschätzt, die Nachfrage steigt gerade bei Firmen. Insbesondere in der IT-Branche haben sie sich etabliert. Große Unternehmen greifen zunehmend auf freiberufliche Spezialisten zurück, denn in der Zusammenarbeit mit IT-Freelancern und IT-Beratungsunternehmen gewinnen sie an Flexibilität und können schneller Veränderungen vornehmen. Auch in anderen Bereichen, wie Medizin, Ingenieurswesen oder bei Beratungstätigkeiten sind Freelancer gefragt.

Preis hängt vom konkreten Arbeitsauftrag ab

Freiberufliche Arbeit hat ihren Preis, denn es müssen neben dem eigenen Einkommen auch Kosten für weiteres Personal, Räumlichkeiten, Werbung, Altersvorsorge und Krankenversicherung abgedeckt werden. Kunden, die selbst festangestellt sind, machen sich darüber häufig keine Gedanken. Das bringt die Freiberufler in Erklärungsnot oder aber müssen eine stichhaltige Begründung liefern, warum die eigene Arbeit genau diesen Wert hat. Viele Freiberufler kalkulieren ihre Kosten deshalb nicht nüchtern, sondern ermitteln ein Honorar, mit dem sie die besten Marktchancen haben. Dieses kann von Bereich zu Bereich stark variieren. Bei freiberuflichen Beratern und Trainern beispielsweise kommt es immer darauf an, für welche Branche sie tätig sind und wer geschult werden soll.

Für die Schulung von Verkaufsmitarbeitern wird beispielsweise mehr bezahlt als für die von Produktionsmitarbeitern. Dienstleister und Industrie zahlen mehr als Einzelhandelsunternehmen, für Schulungen und Seminare für Führungskräfte können Freelancer mehr verlangen als für die Vermittlung neuer Arbeitstechniken. Generell hängt das Gehalt auch davon ab, ob genügend Angebote für Freiberufler auf dem Arbeitsmarkt und im speziellen Berufsfeld vorhanden sind, oder ob der Markt gerade übersättigt ist.

Nüchterne Kalkulation

Nach einer nüchternen Berechnung der Kosten müsste eigentlich jeder Freiberufler, der keine weiteren Mitarbeiter zu bezahlen hat, einen Tagessatz von 800 Euro verlangen, in manchen Marktsegmenten kann dieser natürlich auch weitaus höher liegen. Büro- und Versicherungskosten, Lebenskosten, Marketing und andere Kostenträger steigern den Tagessatz erheblich. Geht man von einem normalen Arbeitsmonat aus, können oft nur 18 Tage für die eigentliche Arbeit genutzt werden. Etwa acht weitere Tage gehen für administrative Tätigkeiten im Büro, Marketing, Produktentwicklung und Ähnliches ab, an denen keine produktive Arbeit verrichtet werden kann. Für die zehn verbleibenden Tage müssen also alle Kosten aufgebracht werden. Geht man von einem zu versteuernden Umsatz von 4.000 Euro aus, muss der Gesamtumsatz bei rund 8.000 Euro im Monat liegen, um laufende Kosten abdecken zu können. Folglich muss das Tageshonorar eines Freiberuflers im Schnitt 800 Euro betragen.

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1 Antwort zu "Der Preis der Freelancer"


Ein interessanter Artikel. Allerdings verstehe ich die Tatsache nicht, dass ein Freelancer oftmals alleine arbeitet, allerdings gerade weil ein Freelancer eigenständig tätig ist, werden doch gerade administrative Tätigkeiten ausgelagert?! Das Know-How ist zu gering, als dass man alle Tätigkeiten im eigenen Umfeld lässt und gerade Bürokratisches wird an außenstehende Steuerbüros etc. abgegeben. Deshalb finde ich persönlich die angesetzten 8 Tage für zu hoch kalkuliert.
Andererseits fehlt bei der Auflistung der Versicherungen ein großer Aspekt – gerade für Freiberufler im IT-Bereich, welcher einen Absatz höher erwähnt wird: Die IT-Haftpflichtversicherung!!! Ohne diese ist eine Arbeitsweise im E-Bereich schlichtweg unmöglich.
Viele Grüße,
Julia

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