Dr. Andreas Gontermann, Chefvolkswirt des ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie im Interview mit produktion.de.
Die Aufträge für die zweitgrößte Industrie Deutschlands lagen zwar im Januar 2012 noch fünf Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert, „Hier spielen aber auch Basiseffekte eine Rolle“, ergänzte Dr. Gontermann. „So waren die Auftragseingänge im Januar 2011 noch um mehr als ein Fünftel in die Höhe geschnellt. Zudem gab es zu Beginn des laufenden Jahres – wie schon in den drei Monaten zuvor – keine Großaufträge.“ Die Inlandsaufträge waren im Januar 2012 schon um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr rückläufig, die Auslandsaufträge sogar um sechs Prozent.
Elektroproduktion insgesamt gewachsen
Allein der Umsatz mit elektronischen und elektrotechnischen Produkten & Systemen hat im Januar 2012 gegenüber dem Vorjahresmonat um fünf Prozent zugelegt. Insgesamt hat die Elektroproduktion im Vergleich zum Vorjahresstand zehn Prozent zugelegt. „Dies war der auf Jahressicht stärkste Zuwachs seit Herbst des vergangenen Jahres”, kommentiert Dr. Gontermann.
Nationales Geschäft steigt, internationales dagegen sinkt.
Der nationale und internationale Vergleich zeigt: Während die Erlöse mit nationalen Kunden um starke 13 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind, nahmen die Umsätze mit ausländischen Kunden um zwei Prozent ab. Zusammenfassend war der gesamte Branchenumsatz 2011 um neun Prozent auf 178 Mrd. Euro gestiegen.
Überwiegend positive Geschäftserwartungen
„Ihre Produktionspläne haben die Elektrounternehmen im Februar diesen Jahres den zweiten Monat in Folge deutlich heraufgesetzt“, sagt Dr. Gontermann. „Neun von zehn Firmen planen, ihren Output in den kommenden drei Monaten weiter zu erhöhen oder aufrechtzuerhalten.“ Die allgemeinen Geschäftserwartungen der Elektrounternehmen haben sich im Februar weiter verbessert und sind nun tatsächlich zum ersten Mal seit einem halben Jahr wieder optimistisch.
