Viele Unternehmen in Deutschland suchen auch im Ausland nach geeigneten Fachkräften. Gerade in den MINT-Berufen ((Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) fehlt es an Nachwuchs. Für die erfolgreiche Rekrutierung von Experten aus dem Ausland braucht es eine Willkommenskultur, die nach Ansicht von Experten den Deutschen fehlt.
Ein beruflicher Neuanfang im Ausland hat seine Tücken. Um den Start zu erleichtern unterstützen große, international aufgestellte Unternehmen ihre Mitarbeiter mit einem Relocation-Paket vom Umzug über die Wohnungssuche bis zu Behördengängen. Mittelständische Unternehmen müssen hier noch viel aufholen.
Der Mittelstand unterschätze bisher den Bedarf an ausländischen Mitarbeitern, so Thomas Schonscheck vom Personalvermittler Manpower. Viele Unternehmen in Deutschland haben Probleme mit dem Recruiting aus dem Ausland. Schonscheck fordert eine bessere Infrastruktur: "Ich werde nicht müde zu wiederholen, dass wir eine Willkommenskultur brauchen.“
Zahlen belegen, dass Deutschland bei der Suche nach Fachkräften aus dem Ausland nicht konkurrenzfähig ist. So sank beispielsweise die Zahl der IT-Experten aus Indien in den vergangenen fünf Jahren um 25 Prozent, wie der Branchenverband Bitkom berichtet. Unternehmen aus Skandinavien, Großbritannien und den Niederlanden seien bei der Rekrutierung professioneller und damit erfolgreicher.
Bis 2025 könnten aufgrund des demographischen Wandels auf dem deutschen Arbeitsmarkt rund sechs Millionen Arbeitskräfte fehlen. Die Politik versucht deshalb mit verschiedenen Maßnahmen den Arbeitsmarkt attraktiver zu gestalten. Zum Beispiel soll die Blue Card die Zuwanderung von Arbeitskräften aus Nicht-EU-Ländern fördern. Zusätzlich erleichtert ein neues Gesetz die Anerkennung von hoch qualifizierten ausländischen Abschlüssen. Trotzdem bleiben viele Hürden bestehen: mittlere Abschlüsse aus dem Ausland werden nach wie vor nur unzureichend anerkannt. Deswegen gehen laut einer Studie der Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Fachkräfte lieber nach Australien, England, Kanada oder Dänemark.
Dabei spielt aber auch die Sprache eine wichtige Rolle. Beim mittelständischen Spieleentwickler Wooga wird deshalb Englisch gesprochen. Das Unternehmen setzt gezielt auf ausländische Mitarbeiter und damit auf ein diverses Team: zwei Drittel der neuen Angestellten kommen aus dem Ausland. Zusätzlich bietet Wooga Unterstützung bei der Eingewöhnung und greift den neuen Kollegen u. a. bei der Wohnungssuche unter die Arme.
Quelle: welt.de, karriere.de
Bildquelle: br.de

