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freiberuflicher Ingenieur

2012
30
Mrz

In Deutschland fehlt es nicht an Qualität, sondern an Quantität. Im Vergleich zum Jahr 2008 wird es 2030 nicht nur 5 Millionen weniger Einwohner in Deutschland geben, der demografische Wandel wird auch große Auswirkungen auf den erwerbstätigen Bevölkerungsanteil haben. Bis 2030 wird es an rund 7,5 Millionen Erwerbstätige in der Bundesrepublik fehlen. Der aufkommende Fachkräftemangel geht voraussichtlich mit Milliarden Verlusten der deutschen Volkswirtschaft einher.

Was bereits heute darauf folgt, ist ein wahrer Run auf die „klugen Köpfe Deutschlands“. Obwohl die weltweite Ingenieursquote steigt, sieht es hier zu Lande ganz anders aus. Im Januar 2012 waren rund 80.000 Stellen in Ingenieurberufen unbesetzt! Ein  Beispiel, wie man dem drohenden Mangel an Talenten entgegen kann, ist Continental, einer der größten Automobilzulieferer weltweit. Ihr Leitspruch: Kämpfen bis zum Schluss – und dies von Anfang an!

Das Traditionsunternehmen geht in die Offensive und wartet nicht bis die klugen Köpfe ihren Weg in die hannoveranischen Werke finden. Continental geht an die Stätten der Arbeitskräfte von morgen - an die Schulen und Universitäten. Sie versuchen den Schülern und Studenten die MINT-Fächer attraktiver und „schmackhafter“ zu machen. Zwar erzielt Deutschland in den MINT-Fächern stets gute Ergebnisse, doch viele finden den Weg bis zu Ausbildung nicht und biegen vorher wo anders ab. Continental will diese Abbieger abholen. Jugendliche werden eingeladen in die Werke, zu Schnuppertagen. Sie sollen das Berufsleben und den Ingenieuralltag live miterleben, um im besten Falle Gefallen dran zu bekommen. An den Universitäten geht es dann weiter: Praktika, Abschlussarbeiten und Doktorandenstellen werden gerne und häufig an interessierte Studenten vergeben. Auch Gastvorlesungen oder Forschungsprojekte stehen bei vielen Unternehmen auf dem Plan, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu zeigen, denn Ingenieure können sich mittlerweile ihre Stellen und Arbeitgeber frei wählen und kommen meist nicht von allein.

Andere Lösungen für den Fachkräftemangel in den Ingenieurwissenschaften sind z.B. Konzepte wie PINA, eine Kooperation zwischen Herstellern und Zulieferern. Bis 2014 soll das Gesamtmodell stehen, welches die alternde Belegschaft im Fokus hat.  Der Leitsatz des in 2011 gestarteten Projektes lautet: „Gesund und qualifiziert älter werden in der Automobilindustrie.“

Konzepte wie PINA greifen zwar nicht an der Wurzel, versuchen aber die Gesamtsituation so gut wie möglich zu meistern. Unternehmen versuchen hierdurch das Personal immer wieder regelmäßig zu schulen, um nicht zu sehr unter dem ausbleibenden Nachwuchs und deren Know-how zu leiden.

Was denken Sie zum Fachkräftemangel? Sehen Sie es wie DIW-Ökonom Karl Brenke, der ihn so schön als eine Fata Morgana beschrieb, oder ist es doch ein weitaus größeres Problem?

2011
23
Sep

Während der IAA in Frankfurt stehen Elektroautos auch diesmal wieder im Mittelpunkt. Wörter wie,

 „E-Mobility“ +++ Brennstoffzellenfahrzeug +++ „Range-Extender“ +++ Elektrofahrzeug  +++ grüner Strom +++ Feinchemie +++ „pay-per-Use“+++ Hybrid +++ Solar +++ Stromtankstelle +++ Serienproduktion +++ „Concept ActiveE“ +++ Lithium-Ionen +++ Massenmarkt +++ alternative Antriebskonzept +++ Batterieleistung

…schweben im Raum. Doch einzeln bewirken sie nichts.
Der Schlüssel zum Erfolg ist, laut der weltweit tätigen Unternehmensberatung A.T. Kearney, das so genannte „E-Mobility-Eco-System“. Wenn die einzelnen Segmente nicht vernetz sind, dann kann E-Mobility schnell zum Milliardengrab werden. Erst vor wenigen Wochen wurde BMW erneut vom Dow Jones Sustainability Index als nachhaltigstes Automobilunternehmen der Welt ausgezeichnet. Und ist somit das 7. Mal in Folge Vorreiter des 280 Milliarden  Euro schweren Zukunftsmarktes. Zwar müssen Elektrofahrzeuge heutzutage im Portfolio der Autobauer stehen, doch wie die Nachhaltigkeit gelebt wird, ist von Unternehmen zu Unternehmen anders. Es fängt bei der Entwicklung kraftstoffsparender Fahrzeugtechnologien an, geht über die Finanzierungsmöglichkeiten bis hin zum umweltfreundlichen Recyclingverfahren der Abfallprodukte. Es ist ein kompliziertes Geflecht verschiedenster Vorgänge und, ganz wichtig, Kooperationen unterschiedlicher Industrien. Das Elektroauto ist nur ein Glied inmitten des Ganzen und genau deswegen ist das Thema bei den Autoherstellern auch so unbeliebt. Es ist so komplex und muss gut durchdacht werden, damit aus der enormen Anfangsinvestition keine ungewisse Gewinnaussicht resultiert.

Laut Dr. Götz Klink (Mitglied der Geschäftsleitung bei A.T. Kearney) müsse eine ganze funktionierende Infrastruktur bereitgestellt werden, damit Elektromobilität auch Realität werde. Zu diesem Umfeld gehört, dass Ladegeräte hergestellt und vor allem, ausreichend häufig installiert werden. Ebenfalls muss der Vertrieb dieser Aufladestationen gesichert sein. „Grüner Strom“ muss erzeugt werden und zum Endverbraucher gelangen, Abrechnungssysteme gehören ebenso dazu wie zukunftsweisende Marketingstrategien, um den Verbrauchern diese Alternative überhaupt „schmackhaft“ zu machen. Obwohl wir angeblich im grünen Zeitalter leben, ist es immer noch eine große Investition ein Elektroauto oder „Range-Extender“ anstelle eines Benziners oder Diesels zu kaufen – meist lohnt es sich überhaupt noch nicht. Doch dank Mobilitätskonzepten wie „pay-per-Use“ ist man schon auf dem richtigen Wege.

Fakt ist: Der Automobilhersteller kann dies nicht im Alleingang bewältigen! – Teamplayer sind gefragt und strategische Partnerschaften das Stichwort. Es fängt an bei staatlichen Förderungsprogrammen für Autohersteller und geht über Stromanbieter in der Feinchemieproduktion/-industrie. Alle müssen zusammen an einem Strang ziehen, um ans Ziel zu kommen. Es ist ein vielschichtiges Geflecht aus Herstellung, Finanzierung und Service. Ohne Vernetzung wird es nie einen Markterfolg geben…

Wie gesagt, ein Anfang ist gemacht. Doch bis tatsächlich alles Hand in Hand geht, ist es  noch ein weiter Weg. Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland  zurzeit noch Frankreich und Asien hinterher, doch dank der guten Aufstellung Deutschlands wird es bald mehr serienmäßige Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen geben.

Im Jahre 2020 soll jedes zehnte Auto, ein Elektrofahrzeug bzw. Range Extender sein.
Im Jahre 2020 werden 26.000 Ingenieure und Naturwissenschaftler benötigt, das sind 6.000 mehr als heute.
Im Jahre 2020 soll Deutschland zum Leitmarkt für E-Mobility werden.

Bildquelle: griin.de