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frauenanteil

2010
23
Dez

Nach den ersten beiden Teilen (Teil 1 und Teil 2) unserer kleinen Serie über die Ingenieursbranche, betrachten wir heute auch einmal etwas genauer die Situation und Chancen der Frauen in dieser ja doch eher von Männern dominierten Branche.

Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass Frauen im Ingenieurwesen rar sind.

Es beginnt damit, dass sich Frauen nur wenig für ein Studium im Bereich Ingenieurwesen begeistern können. Auch die Ergebnisse des „trendence Absolventenbarometers 2010 – Engineering Edition“ machen einen klaren Männerüberschuss deutlich. So sind nur rund 19% der Befragten weibliche Ingenieurstudierende; der EU-Durchschnitt liegt bei 22%.

Auch die Wirtschaft muss sich ein Stück weit an die eigene Nase fassen, denn bei den Arbeit bzw. Projekt suchenden Ingenieuren liegt der Anteil der Frauen mit knapp einem Viertel (ca. 23%) sehr hoch.  Ist das vielleicht ein Beleg dafür, dass Frauen hier schlechtere Chancen haben?

Deutschland kann sich schon lange weltweit als hoch entwickeltes Industrieland und als bedeutungsvoller Technologiestandort behaupten und zeigt eine hohe Innovations- und Forschungsintensität. Doch ohne hochqualifizierte Ingenieure kann die deutsche Industrie diese Stellung im internationalen Wettbewerb nicht beibehalten.

Das Problem ist der (angeblich) akute Fachkräftemangel im Engineering, um den sich bereits viele deutsche Unternehmer sorgen. Wie eine Umfrage des Vereins deutscher Ingenieure (VDI) ergab, suchen 57% der erfolgreichsten Unternehmen aus der Branche händeringend hochqualifizierte Fachkräfte.

Im Ingenieurwesen gibt es vielfältige Beschäftigungsfelder. Dazu zählen u.a. IT, Chemie und Pharma, Energieversorgung, Fahrzeugbau, Maschinen- und Anlagenbau, Elektrotechnik und Elektronik, Baugewerbe, Luft- und Raumfahrt.

Zugegeben: das sind auf den ersten Blich nicht die typischen Gebiete, in denen der Frauenanteil besonders hoch ist. Dennoch gibt es auch hier verschiedenen Tätigkeitsbereiche, wie z.B. Forschung & Entwicklung, Konstruktion oder Produktion, in denen sich auch Frauen gut positionieren können.

Sollten Unternehmen, die heute bereits den Fachkräftemangel zu spüren bekommen, sich vielleicht Gedanken machen, wie sie diesem Entgegenwirken können; indem sie beispielsweise auch verstärkt hochqualifizierte Ingenieurinnen oder auch Freelancer recruitieren? Oder wird das Potenzial hier bereits voll und ganz ausgeschöpft? Ich bin gespannt auf Ihre Einschätzung!