Aus dem MINT-Frühjahrsreport des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) lassen sich insbesondere zwei Schlüsse ziehen: 1. Die Jobchancen für Maschinenbauer, Fahrzeugtechniker und Ingenieure sind gut. 2. Statt akademischen Nachwuchs wird jetzt händeringend nach ausgebildeten Fachkräften gesucht.
In den Bereichen Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Energie- und Elektrotechnik sowie in der Metallverarbeitung verzeichnet der Frühjahrsreport mehr offene Stellen als arbeitslose Fachkräfte. Nachdem sich die Wirtschaft jahrelang über zu wenige Studierende in den MINT-Fächern beklagt hat, stieg die Zahl der Studienanfänger in diesen Fächern deutlich an. Jetzt fehlen dagegen ausgebildete Fachkräfte. Im Vergleich zum Jahr 2000, in dem nur knapp 112 000 Abiturienten ein Studium in den MINT-Fächern aufnahm, waren es 2012 schon 190 000 Studienanfänger.
Das Ergebnis: Wenn an der Universitäten und Fachhochschulen weiterhin so viele junge Leuten in den MINT-Fächern studieren, kann die deutsche Wirtschaft die Personallücke bei akademischen Stellen bis 2020 weitestgehend füllen. Schlechter sieht es von Seiten der Arbeitgeber bei Facharbeitern aus: so könnten bis zu 1,4 Millionen Stellen unbesetzt bleiben, wenn sich nichts ändert.
Die Arbeitsbedingungen sind insgesamt gut: 2010 hatten 87 Prozent der Beschäftigten in den MINT-Branchen mit Studienabschluss einen unbefristeten Vertrag. Auch beim Einkommen sieht es gut aus: das durchschnittliche Monatsgehalt bei Vollzeitbeschäftigung stieg zwischen 2000 und 2011 von 3 600 Euro auf 4 900 Euro brutto. Im Vergleich zu allen Akademikern ist dieser Zuwachs überdurchschnittlich.
Doch nicht alle Absolventen der MINT-Fächer können sich über gute Aussichten am Arbeitsmarkt freuen: vor allem bei den Biologen und Chemikern spricht der Report von einem Arbeitskräfteüberschuss. Auch Mathematiker und Physiker sind davon teilweise betroffen.
Quellen: sueddeutsche.de, spiegel.de
Weitere Informationen zum Report: iwkoeln.de






