Der momentan herrschende Druck in der Solarstrombranche wird in nächster Zeit einige Opfer fordern. Vor allem kleine und mittelständische Anbieter werden es schwer haben. Gründe sind der steigende Preiswettbewerb und der Technologiefortschritt der großen Unternehmen. Auch viele deutsche Anbieter sind betroffen.

Der Photovoltaikmarkt zeigt ein stetiges Wachstum. Im nächsten Jahr hält John West von „VLSO Research“ sogar ein Marktwachstum von 10% für möglich. Allein in 2010 wurden weltweit Solarstromanlagen mit einer Nennleistung von 14,2 Gigawatt in Betrieb genommen.
Die Modulpreise werden aber trotzdem weiter sinken und dazu führen, dass Unternehmen nicht mehr im Markt bestehen können, verkündete West bei der „European Photovoltaic Solar Energy Conference & Exhibition (EU PVSec)“. Wobei er auch über den europäischen Markt sprach.
Momentan richten sich diese schlechten Nachrichten besonders an die Hersteller von Wafern, Zellen und Modulen. Den meisten deutschen Herstellern von Produktionsanlagen der Branche geht es dank Ihrer Überlegenheit im Technologie-Bereich allerdings noch gut. Im Vorfeld der „EU PVSec“ wurden die Geschäftszahlen der Hersteller aus dem zweiten Quartal 2011 veröffentlicht. Den Zahlen zur Folge legte der Umsatz noch einmal deutlich zu und übertraf das Vergleichsquartal in 2010 um 28%.
Beispiele aus der Branche: Der deutsche Branchenprimus Solarworld schloss sein Modulwerk in Kalifornien. Konkurrent Conergy will in seinem Werk in Frankfurt an der Oder nur noch Module produzieren. Das sei einfach profitabler als Zellen oder Wafer zu bauen.
Die Marktforschungsagentur „ABI Research“ rechnet allerdings damit, dass die USA 2013, mit 5 Gigawatt im Jahr, Deutschland als weltweit größten Markt für Neuinstallationen von Solarstromanlagen ablösen werden.
Ein anderer Experte aus der Branche, Tom Murphy (Leiter „Investments in erneuerbare Energien bei HG Capital“), sieht kein Ende der schlechten Marktlage. Seit 2008 hätten sich einfach zu viele Start-Ups auf den Solarmarkt verlassen. Durch den wachsenden Konkurrenten China seien die Preise einfach unter enormen Druck geraten. Man vergleiche: In den Vereinigten Staaten kostet heute 1 Watt Solarenergie Nennleistung statt 4,00 $ nur noch 1,30 $.
Basiert auf: Solarstrombranche unter Konsolidierungsdruck












