Im letzten Marktmonitor von projektwerk wurde bereits über die drei wichtigsten Themen des Jahres 2011 resümiert: Stabilisierung nach der Finanzkrise, (der damit einhergehende) Fachkräftemangel sowie (der daraus folgenden) Internationalisierung der Projekte.
Dass das Arbeiten für Ingenieure und Ingenieurunternehmen zunehmend flexibler wird, wird anhand der Themen sehr deutlich. Projekte werden nach dem Einbruch der Wirtschaft heute wieder vermehrt ausgeschrieben; die Auftragslage für die Unternehmen ist stabil geblieben bzw. besser geworden.
Die Konjunkturumfrage 2011 der bayrischen „Großen Kammer“, durch die alle bayrischen Ingenieure aus dem Bauwesen, den Freien Berufen und des öffentlichen Dienstes vertreten werden, sei hier beispielhaft erwähnt. Aus ihr geht hervor, dass die Gesamtsituation im Ingenieurwesen 2011 deutlich positiv eingeschätzt wurde.
Die angebotenen Projekte, lassen sich aber nur schwer mit den bestehenden Personalressourcen bewältigen. Qualifizierte Fachkräfte sind Mangelware. Wie das Beispiel Bayern zeigt, sind viele Unternehmen bereit, Mitarbeiter einzustellen – allerdings fehlen oftmals die fachlichen Kompetenzen. Daher werden zunehmend erfahrene Freelancer für Projekte eingesetzt, denn ohne sie könnten mittlerweile viele Aufträge nicht angenommen und durchgeführt werden.
Der Blick über die Grenzen Deutschlands wird dabei auch immer häufiger gewagt – nicht nur, um qualifizierte Ingenieure zu finden, sondern auch, um mit dem Know-how deutscher Ingenieure im Ausland Aufträge zu gewinnen und Projekte zu realisieren.
Für 2012 stellt sich nun die Frage: Bleiben diese drei Themen weiterhin im Fokus?
Ich freue mich auf Ihre Einschätzung!













1 Antwort zu "Auftragslage in der Ingenieurbranche: Viele Projekte, fehlende Spezialisten"
Rüdiger Gelfarth
24. Januar 2012 - 08:13
Der Trend wird sich auch 2012 fortsetzen. Allerdings habe ich schon vor einigen Monaten bemängelt, dass die Annäherung von Unternehmen und potenziellen Mitarbeitern besser sein könnte.
Viele Unternehmen füllen Portale mit freien Stellen und im Gegenzug füllen freie Personen die Portale mit ihren Profilen.
Beide Seitens scheinen nicht gewillt oder in der Lage, konkrete Angebote zu prüfen.
Liegt das an der fehlenden Zeit?
Liegt es an der Motivation der zuständigen Mitarbeiter?
Sind wir immer noch zu satt?
Ein weiterer Punkt sind die Vorbehalte, verstärkt im Mittelstand, gegenüber freien Mitarbeitern. KnowHow-Transfer usw. ist immer wieder das gleiche Argument, das wohl schon seit gefühlten 50 Jahren kursiert.
Ich dachte, das hätte man ablegen können, aber es ist häufig noch Thema.
Ich stehe auf dem Standpunkt: Wer wirklich sucht, der wird auch wirklich finden. Das gilt selbstverständlich für beide Seiten.
Und wer sich nicht verschließt und neue Wege geht, wird auch gute Partner finden.
Ich wünsche ein erfolgreiches Jahr 2012.
Viele Grüße
Rüdiger Gelfarth