Der Webdesigner Benjamin Rabe über interessante Projekte und Herausforderungen als Freiberufler. Außerdem berichtet er darüber, wie er die Fingerpainting-Kunst für sich entdeckt hat - die Ausstellung "Stylectrical. Von Elektrodesign, das Geschichte schreibt" können Sie noch bis zum 15. Januar 2012 im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe sehen.
Welches war das interessanteste Projekt, das Du umgesetzt hast?
Mein wichtigstes Projekt war wohl mein allererstes Software-Projekt, Ende der 90er. Ich war gerade frisch aus dem Studium raus und mitten in der ersten Blase in einer sich wild expandierenden jungen Software-Bude gelandet. Das Projekt war schon quasi an die Wand gefahren, als Frank Westphal dazu kam und das gesamte Team nach Xp-Prinzipien und mithilfe dessen Methoden umkrempelte. Damals habe ich gelernt, wie und mit welchen Leuten (aka mindsets) ich gerne und gut zusammen arbeite.
Welches war bisher die größte Herausforderung, mit der Du konfrontiert wurdest?
Das war wohl, nachdem dieses Projekt trotzdem den Bach runterging (durch absurde Überfinanzierung), mit ihm die Firma, und ich bei Iconmedialab landete, wo keinerlei Agilität gewollt war, stattdessen nur agentur-typische Wasserfall-Projekte. Ich dachte, ich mache alles falsch und kann nix; es dauerte 12 Monate bis ich merkte, dass es andersrum war
Wie oft hast Du das Fachgebiet gewechselt?
Hm, ich weiss gar nicht, was mein genaues Fachgebiet ist. Vielleicht ändere ich es andauernd über den Kurs eines Projektes: In der Regel beginnt es mit Konzeption, schnell gehe ich dann oft ins Frontend und code. Getting-Real bleibt hier das wichtigste Prinzip. Wenn die Interaktions-Story dann gut erzählt ist, tausche ich manchmal den Grafik-Design-Hut und poliere die Kommunikation-Seite, wenn nötig. Aber eigentlich sind das alles für mich zusammenhängende Teile eines Ganzen.
Kannst Du Dir vorstellen, einen anderen Beruf zu ergreifen?
Bin gerade dabei
Was machst Du in 10 Jahren?
Zurückblickend hätte ich in keinem Jahr prophezeien können, was ich allein zwei Jahre später mache. Leute, die wissen, was sie in 10 Jahren machen, leben ein Kamikaze-Leben.
In den letzten 3 Jahren haben Künstler in der ganzen Welt iPhone und iPad als mobiles Malstudio entdeckt, das es gerade im urbanen Leben erlaubt, jederzeit und zwischendurch zu Malen und zu Zeichnen. Viele haben so eine verschüttete Passion wieder entdeckt.
Wie hast Du Fingerpainting / iPad-Kunst entdeckt?
Wie viele zu Beginn bin ich über Stef Kardos Blog und seine Californian Sketches darauf gestoßen.


