Am 28.08. hat iBusiness eine Auswertung des Arbeitsmarktes für Interaktive veröffentlicht.
Die wichtigsten Ergebnisse
Der Fachkräftemangel ist omnipräsent – im Durchschnitt erreichte die These, es sei schwierig für Agenturchefs, geeignetes Personal zu finden, den Wert 4,2 auf einer Skala von 1 (stimme nicht zu) bis 5 (stimme voll zu). Das Problem wird sich der Studie von iBusiness zufolge künftig noch verschärfen. Denn: 77 Prozent der befragten Agenturchefs rechneten damit, dass der Bedarf an Personal bis zum Jahresende steigen wird.
Besonders kritisch ist der Fachkräftemangel im Bereich SEM/SEO. Diese Aussage beruht auf der Analyse der Standzeiten der im iBusiness-Stellenmarkt geschalteten Anzeigen. Im Durchschnitt betrug die Laufzeit der SEM/SEO-Stellenanzeigen rund dreieinhalb Monate – durchschnittlich dauerte es 82 Tagen, bis Interaktivagenturen offene Stellen besetzen konnten.
Programmierer und Projektleiter werden ebenfalls händeringend gesucht: Hier betrug die Laufzeit der Stellenanzeigen 97 beziehungsweise 91 Tage.
Diese Problematik ist auch in anderen Branchen bekannt. Die Studie 'Fachkräftemangel 2012'Â des Personalberaters ManpowerGroup zeigt, dass sich Vakanzzeiten von derzeit 55 Tage über alle Positionen hinweg ziehen und auf bis zu 90 Tagen bei technischen Berufen belaufen.
Was tun?
Es muss also etwas passieren, so viel ist klar. Nur – ein Patentrezept gibt es dabei nicht. Teure Headhunter können sich grade viele kleine und mittlere Unternehmen nicht leisten, ein zielgerichtetes Recruiting ist jedoch trotzdem unabdingbar.
Ein effektives Employer Branding ist eine Möglichkeit, die gefragten Fachkräfte auf sich aufmerksam zu machen. projektwerk unterstützt hier mit dem neuen Feature`Firmenporträt´ besonders den Mittelstand dabei, sich optimal als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Dazu sollten Agenturen an ihrer Flexibilität arbeiten: Ältere Bewerber beispielsweise werden ebenso wie junge und unerfahrene Professionals oft nicht in Betracht gezogen. Damit beschneiden die Agenturen selbst ihre Möglichkeiten. Es ist also an der Zeit, den Anspruch ad acta zu legen, Bewerber zu finden, die zu 100 Prozent den Vorstellungen entsprechen.
Aktuelle Trends nutzen
Neugründung statt klassischer Agentur: Viele High Potentials ziehen ein eigenes Start-up der Laufbahn in etablierten Agenturen vor. Spinoffs können diese High Potentials anlocken.
Einsatz von Freelancern: Sie machen eine stetig wachsende Gruppe unter den Onlinern aus. Noch werden sie jedoch oft mit wahren Dumping-Honoraren abgeschreckt, und die Agenturen verlieren den Zugriff auf viel Potential.
Das sogenannte In-Shoring, also das Anwerben von Professionals aus dem Ausland: Besonders Länder wie Spanien und Griechenland, die ihren gut ausgebildeten Fachkräften kaum eine Perspektive bieten können, stellen eine Möglichkeit dar, Vakanzen zu besetzen. Die Politik hat das bereits erkannt und bastelt an der Blue Card – jetzt müssen die Agenturen nur noch nachziehen.

