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Freiberufler

2013
14
Jun

cmyk farb gläser isoliertWährend die Politik über die Gründe für die fehlenden Millionen in der Künstlersozialkasse (KSK) streitet, könnte es selbständige Künstler und Kreative hart treffen. Denn: ihre soziale Absicherung steht auf dem Spiel.

Die Mittel der KSK setzen sich zu 50 Prozent aus Beiträgen, zu 30 Prozent aus Künstlersozialabgaben und zu den übrigen 20 Prozent aus Bundeszuschüssen zusammen. Die Künstlersozialabgabe in Höhe von 4,1 Prozent des Honorars wird bei Unternehmen erhoben, die regelmäßig freiberuflich tätige Künstler oder Publizisten beauftragen. Doch bei Kontrollen gehe die damit betraute gesetzliche Rentenversicherung seit 2010 nicht scharf genug vor, so Bundesarbeitsministerin von der Leyen (CDU).

Liegt die Schuld also bei den unzureichenden Prüfungen durch die Kontrolleure? Die Rentenversicherung fordert mehr Mittel für die zusätzliche Überprüfung der Unternehmen. Die FDP und Teile der CDU stimmten gegen bessere Kontrollen. Auch Wirtschaftsverbände und der Bund der Steuerzahler sprachen sich gegen verstärkte Prüfungen der Unternehmen aus.

Rund 50 Millionen Euro an Künstlersozialabgaben entgingen dadurch der KSK und ihren rund 177.000 Versicherten. Von Seiten der Opposition kommt Kritik: die Kulturpolitikerin der SPD, Krüger-Leitner spricht von einem „Skandal“, wodurch die KSK „in große Not“ gebracht werde. Auch der Chef des Deutschen Journalistenverbands Michael Konken meldete sich zu Wort: „Ohne wirksame Kontrolle besteht die Gefahr, dass die Abgabepflicht zur freiwilligen Spende verkommt."

Die Schuld für die aktuelle Misere liegt vielleicht teilweise auch bei der Kasse selbst: Kritiker werfen ihr vor, zu wenig und zu langsam die Vorarbeit für bessere Kontrollen in Angriff zu nehmen.

Quellen: sueddeutsche.de, kuenstlersozialkasse.de

2013
25
Mai

Existenzgruendung_Selbststaendigkeit_11673

Journalisten, die den Schritt in die Selbständigkeit planen, können aus verschiedenen Töpfen Förderungen und Zuschüsse beantragen. Über die verschiedenen Möglichkeiten gibt es hier einen Überblick:

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Gerade zu Beginn einer Existenzgründung müssen viele Neugründer einen Kredit aufnehmen. Der Gründungskredit der KfW-Bank bietet Gründern besonders günstige Konditionen. Mit diesem speziellen Förderprogramm unterstützt die KfW auch Gründer, die Sicherheiten nur in der Höhe von 20 Prozent der Kreditsumme vorweisen können. Die KfW bietet auf ihrer Homepage außerdem einen Überblick über alle eigenen Förderprodukte.

Steuervorteile

Große Anschaffungen stehen oft am Anfang einer Neugründung. Der Staat unterstützt Gründer indirekt über Steuervergünstigungen bei größeren Investitionen. Mit dem sog. Investitionsabzug können Kosten für geplante Investitionen im nächsten Jahr bereits im laufenden Jahr geltend gemacht werden. So können Existenzgründer bis zu 40 Prozent der beabsichtigten Ausgaben schon im aktuellen Jahr als Betriebsausgabe steuerlich absetzen. Voraussetzung für den Investitionsabzug ist, dass die Investition zu 90 Prozent beruflich genutzt wird.

Arbeitsagentur

Bei den Arbeitsagenturen können Gründer, die bisher Arbeitslosengeld I bezogen haben einen Gründungszuschuss beantragen. Welche Unterstützung bietet dieser Zuschuss? Für sechs Monate zahlt die Arbeitsagentur monatlich neben dem Arbeitslosengeld zusätzliche 300 Euro aus. Eine Verlängerung ist auch möglich – dann erhält der Gründer weitere neun Monate lang den Zuschuss in der Höhe von 300 Euro. Für Hartz VI-Empfänger bieten die Arbeitsagenturen ein Einstiegsgeld in der Höhe von bis zu 50 Prozent des Regelsatzes als zusätzliche Leistung. Die Laufzeit beträgt im Regelfall höchstens bis zu zwei Jahre. Die Mittel der Arbeitsagenturen sind allerdings begrenzt und so ist nicht jeder Antrag erfolgreich,

Coaching für Gründer

Wer die Hilfe eines Beraters in den ersten Jahren der Existenzgründung in Anspruch nehmen will, ist hier richtig. Der Staat gewährt finanzielle Zuschüsse für Gründungscoachings. So können freie Journalisten die Unterstützung eines Beraters finanziell fördern lassen, wenn dieser von der KfW anerkannt ist. Von Seiten des Staates werden in den alten Bundesländern die Hälfte der Beratungskosten bis zu maximal 3 000 Euro übernommen. In den neuen Bundesländern, sowie in Berlin und Lüneburg kommt der Staat sogar für 75 Prozent der Ausgaben für das Gründungscoaching auf, insgesamt bis zu 4 500 Euro.

Künstlersozialkasse

Beschäftigte in den Freien Berufen, also auch selbständige Journalisten, sind meist verpflichtet sich bei der Künstlersozialkasse (KSK) zu melden. Der Vorteil: die KSK kommt wie der Arbeitsgeber bei Festangestellten für die Hälfte der Sozialversicherungskosten auf.

Quelle: journalist.de

Bildquelle: ihk-arnsberg.de

2013
05
Apr

index.htmlBaden-Württemberg ist das erste Bundesland in Deutschland, das die Idee der Innovationsgutscheine nach dem Vorbild europäischer Länder umgesetzt hat. Seit 2008 unterstützt das Land kleine und mittlere Unternehmen mit finanziellen Mitteln bei der Planung, Entwicklung und Umsetzung neuer Produkte oder Dienstleistungen. Andere Bundesländer sind diesem Beispiel gefolgt.

Mit dem Innovationsgutschein C oder Kreativgutschein unterstützt das Ländle seit diesem Jahr speziell Kleinstunternehmer und Freiberufler aus der Kultur- und Kreativbranche. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet ist es Ziel dieser Fördermaßnahme Innovationen „auf den ersten Metern in den Markt oder auf dem Weg zu einem neuen Produkt zu unterstützen“, wie Nils Schmid, Wirtschaftsminister (SPD) von Baden-Württemberg betont. Mit dem Kreativgutschein können Gründer beispielsweise Ausgaben für Messeauftritte oder Gebühren für Kultur- und Kreativwettbewerbe bezahlen. Förderwürdige Unternehmen sind Start-Ups oder Freiberufler mit bis zu neun Beschäftigten und einer Bilanzsumme von höchstens zwei Millionen Euro. Angesprochen sind u. a. Unternehmen aus den Bereichen Software und Games, Architektur, Design, Kunst, Film, Musik, Presse und Werbung.

Für den Innovationsgutschein B, der bereits 2012 eingeführt wurde, können sich insbesondere Start-Ups aus der High-Tech-Branche bewerben. Die Idee der Förderung von kleinen Unternehmen hat sich im Rückblick insgesamt als sehr erfolgreich erwiesen. Über 85 Prozent der Anträge auf Innovationsgutscheine wurden in Baden-Württemberg bewilligt.

Auf www.innovationsgutscheine.de oder auf dem you-tube-Portal Gründerzeit gibt es weitere Informationen zum Konzept der Innovationsgutscheine in Baden-Württemberg.

Quelle: swp.de, mfw.baden-wuerttemberg.de

2013
23
Mrz

ciin_absolventen_2013_coverDie Bezahlung von Einsteigern bei Designagenturen ist im Vergleich zu den Vorjahren gleichbleibend schlecht – das hat eine Studie des Corporate Identity Instituts (Kooperationspartner der FH Mainz) ergeben. Zwar ist die Bezahlung von Praktikanten im Schnitt bei Agenturen leicht gestiegen, gleichzeitig stagnierten jedoch die Einstiegsgehälter für junge Designer im Durchschnitt auf einem relativ geringen Niveau von jährlich 27.000 Euro Bruttogehalt.

Für die Umfrage „Chancen und Möglichkeiten von Absolventen von Gestaltungshochschulen“ wurden 51 Designagenturen in Deutschland befragt. Das Ziel der Studie sei es darzustellen, „was aus unserer Sicht gute, seriöse und faire Arbeitgeber Absolventen zahlen und von ihnen verlangen“, so Robert Paulmann, Leiter des Instituts in Mainz.

Gehälter im Deutschlandvergleich

Innerhalb der Branche gibt es bei den Einstiegsgehältern im Deutschlandvergleich große Unterschiede, wie die Studie festgestellt hat. So werden im Norden Praktikanten mit durchschnittlich 534 Euro deutlich besser bezahlt, als im Süden mit nur 462 Euro monatlich. Genau umgekehrt ist die Situation für Festangestellte. Mit einem Durchschnittslohn von 2 500 Euro im Monat steht Stuttgart hier an der Spitze. Allgemein hat die Umfrage für Süddeutschland ein Monatsgehalt von 2 361 Euro brutto ergeben. Die Branche zahlte dagegen im Norden durchschnittlich nur 2 179 Euro monatlich. Hamburg ist hier mit 2 033 Euro Schlusslicht.

Einstellungskriterien der Agenturen

Was ist letztlich für eine Anstellung ausschlaggebend? Auch dieser Frage, die sich gerade für Studierende stellt, ging die Studie nach. Es ist weniger die viel gepriesene Auslandserfahrung, die Bewerber mitbringen sollten, um bei den Designagenturen zu punkten. Vielmehr ist es der Masterabschluss an einer einschlägigen Hochschule, auf den Agenturen beim Einstellungsverfahren achten. Viele Agenturen bewerten hingegen Bachelor-Absolventen als noch zu unreif und unzureichend ausgebildet. Außerdem fehle es ihnen aufgrund der kurzen Studiendauer an der Gelegenheit Praxiserfahrung zu sammeln. Ein Bewerber sollte aber mindestens ein bis zwei Praktika vorweisen können. Nach der Praxiserfahrung achten Agenturen auch auf die soziale Kompetenz und Begeisterungsfähigkeit der Bewerber. Off- und Online-Kompetenz steht erst an vierter Stelle der Anforderungen, gefolgt von der Fähigkeit des konzeptionellen Denkens.

Einen positiven Trend konnte die Studie in Bezug auf die Bereitschaft von Festanstellungen nachweisen. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der befragten Agenturen gaben an, noch in diesem Jahr feste Anstellungen zu planen.

Quelle: horizontjobs.de

Die Studie zum Download unter http://www.ci-in.de/umfrage-zur-situation-von-absolventen-von-gestaltungshochschulen-2013/

Bildquelle: ci-in.de

2013
12
Mrz

initiative-kultur-kreativwirtschaftDie Bundesregierung will weiterhin die Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland fördern, wie aus einem Antrag der CDU/CSU und FDP vom 22. Februar 2013 hervorgeht. Die Initiative ist bereits 2007 gestartet, um die Wettbewerbsfähigkeit dieser Branche zu stärken und Arbeitsplätze zu schaffen. Das Programm richtet sich insbesondere an innovative Startups und Freiberufler.

Schwerpunkte der Initiative sind u. a.:

  • Förderung der Wettbewerbsfähigkeit, sowie Weiterentwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft als eigenständige Branche
  • Ausbau eines Netzwerkes zwischen den Akteuren der Kultur- und Kreativwirtschaft mit dem Ziel über Fördermöglichkeiten zu informieren und Neugründungen zu unterstützen
  • Verbesserung des Zugangs zu Fremdkapital für Freischaffende und kleine Kulturwirtschaftsunternehmen
  • Stabilisierung und Ausbau der Künstlersozialversicherung

Einem Bericht der Bundesregierung von 2011 zufolge sind in der Kultur- und Kreativwirtschaft rund 1 Millionen Menschen beschäftigt, von denen 26 Prozent freiberuflich arbeiten (in der Gesamtwirtschaft liegt die Quote bei 11 Prozent). Der Umsatz der 244 000 Unternehmen, die in der Branche angesiedelt sind, beläuft sich allein im Jahr 2011 auf rund 142 Milliarden Euro.

Mit dem Wettbewerb „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland“ unterstützt die Bundesregierung ganz konkret neue Geschäftsideen. Bewerber können bis zum 31. März 2013 ihre Idee einreichen. Eine Fachjury wählt bis zum Sommer 32 Gewinner aus. Ein Jahr lang haben die Preisträger dann die Möglichkeit ihre Geschäftsidee weiterzuentwickeln. Sie werden dabei von Experten in Workshops unterstützt und können Kontakte mit erfahrenen Unternehmen knüpfen. „Junge Unternehmen sorgen für frischen Wind und Wachstum. Das Piloten-Programm leistet Starthilfe für Menschen im Kultur- und Kreativbereich. Wir wollen dabei helfen, aus besondere Ideen erfolgreiche Unternehmen zu machen.“, so Hans-Joachim Otto, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Weitere Informationen zum Wettbewerb bzw. zur Initiative unter: http://www.kultur-kreativ-wirtschaft.de/

2012
25
Okt

Dieser kurze Artikel gibt keine Empfehlung über den richtigen Stundensatz für freiberufliche Designer bzw. für Freiberufler der Kreativwirtschaft – dafür gibt es diverse Foren und Seiten, auf denen Stundensätze von 15 EUR, 50 EUR oder 76 EUR diskutiert und kalkuliert werden. Dieser Artikel soll den Blick dafür schärfen, was bei der Kalkulation zu berücksichtigen ist und wie sich ein gutes Portfolio auf den eigenen Marktwert auswirkt.

Für freiberufliche Designer bzw. generell für Freelancer der Kreativbranche ist die Bepreisung der eigenen Leistung häufig eine Herausforderung. Betriebswirtschaftliche Aspekte, wie beispielsweise die Kalkulation des Preises für die eigene Leistung, spielen in der Ausbildung - wenn überhaupt – nur eine untergeordnete Rolle. Mit dem Wissen, dass aber immer mehr Kreative den Weg in die Selbständigkeit gehen (müssen) und sie dann dafür verantwortlich sind, dass das eigene Unternehmertum am Laufen bleibt, wäre es vielleicht an der Zeit, die Lehrpläne anzupassen?

Wie ein Kostenvoranschlag für Freelancer, die ihre Design-, Text- oder Gestaltungs-Leistung anbieten, aufgebaut sein kann, findet man beispielsweise auf Designerdock.de.

Grundsätzlich sollte man als Freiberufler darauf achten, dass mindestens der eigene Aufwand durch die Bezahlung gedeckt ist. Bei den Aufwänden sollte der Grafikdesigner z.B. auch berücksichtigen, ob der Kunde bereits druckreife Vorlagen geliefert bekommen möchte oder ob Skizzen ausreichend sind, auf welcher Papierqualität das Ergebnis präsentiert werden soll, wie viele Ausführungen der Kunde haben möchte etc..
Neben all diesen kalkulierbaren Dingen sind Referenzen enorm wichtig beim Pitch um neue Aufträge, denn Unternehmen möchten natürlich den besten Grafikdesigner für ihr Projekt beauftragen und entscheiden dabei auch nach dem Prinzip „Wer von etablierten Unternehmen beauftragt wurde, hat etwas „auf dem Kasten“ - und dafür zahlt man dann halt auch seinen Preis“.

Neben all der Kreativität und der Möglichkeit, an unterschiedlichen Projekten in unterschiedlichen Unternehmen arbeiten zu können, sollte man als kreativer Kopf aber auch ein gewisses Maß an unternehmerischem Denken mitbringen.

2012
07
Sep

Am 28.08. hat iBusiness eine Auswertung des Arbeitsmarktes für Interaktive veröffentlicht.

Die wichtigsten Ergebnisse

Der Fachkräftemangel ist omnipräsent – im Durchschnitt erreichte die These, es sei schwierig für Agenturchefs, geeignetes Personal zu finden, den Wert 4,2 auf einer Skala von 1 (stimme nicht zu) bis 5 (stimme voll zu). Das Problem wird sich der Studie von iBusiness zufolge künftig noch verschärfen. Denn: 77 Prozent der befragten Agenturchefs rechneten damit, dass der Bedarf an Personal bis zum Jahresende steigen wird.

Besonders kritisch ist der Fachkräftemangel im Bereich SEM/SEO. Diese Aussage beruht auf der Analyse der Standzeiten der im iBusiness-Stellenmarkt geschalteten Anzeigen. Im Durchschnitt betrug die Laufzeit der SEM/SEO-Stellenanzeigen rund dreieinhalb Monate – durchschnittlich dauerte es 82 Tagen, bis Interaktivagenturen offene Stellen besetzen konnten.

Programmierer und Projektleiter werden ebenfalls händeringend gesucht: Hier betrug die Laufzeit der Stellenanzeigen 97 beziehungsweise 91 Tage.

Diese Problematik ist auch in anderen Branchen bekannt. Die Studie 'Fachkräftemangel 2012' des Personalberaters ManpowerGroup zeigt, dass sich Vakanzzeiten von derzeit 55 Tage über alle Positionen hinweg ziehen und auf bis zu 90 Tagen bei technischen Berufen belaufen.

Was tun?

Es muss also etwas passieren, so viel ist klar. Nur – ein Patentrezept gibt es dabei nicht. Teure Headhunter können sich grade viele kleine und mittlere Unternehmen nicht leisten, ein zielgerichtetes Recruiting ist jedoch trotzdem unabdingbar.

Ein effektives Employer Branding ist eine Möglichkeit, die gefragten Fachkräfte auf sich aufmerksam zu machen.  projektwerk unterstützt hier mit dem neuen Feature`Firmenporträt´ besonders den Mittelstand  dabei, sich optimal als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Dazu sollten Agenturen an ihrer Flexibilität arbeiten: Ältere Bewerber beispielsweise werden ebenso wie junge und unerfahrene Professionals oft nicht in Betracht gezogen. Damit beschneiden die Agenturen selbst ihre Möglichkeiten. Es ist also an der Zeit, den Anspruch ad acta zu legen, Bewerber zu finden, die zu 100 Prozent den Vorstellungen entsprechen.

Aktuelle Trends nutzen

Neugründung statt klassischer Agentur: Viele High Potentials ziehen ein eigenes Start-up der Laufbahn in etablierten Agenturen vor. Spinoffs können diese High Potentials anlocken.

Einsatz von Freelancern: Sie machen eine stetig wachsende Gruppe unter den Onlinern aus. Noch werden sie jedoch oft mit wahren Dumping-Honoraren abgeschreckt, und die Agenturen verlieren den Zugriff auf viel Potential.

Das sogenannte In-Shoring, also das Anwerben von Professionals aus dem Ausland: Besonders Länder wie Spanien und Griechenland, die ihren gut ausgebildeten Fachkräften kaum eine Perspektive bieten können, stellen eine Möglichkeit dar, Vakanzen zu besetzen. Die Politik hat das bereits erkannt und bastelt an der Blue Card – jetzt müssen die Agenturen nur noch nachziehen.

2012
19
Jun

Knapp 17.000 Euro Jahreseinnahmen – so hoch beziehungsweise niedrig schätzten freie Journalisten laut Künstlersozialkasse ihre eigenen Einnahmen im Jahr 2010 im Durchschnitt ein. Vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer verdienten im Schnitt 42.500 Euro brutto. Der Spiegel zitiert diese Zahlen in dem Artikel "Arm, aber verblüffend glücklich".
"Nicht wenige rutschen so auf das Niveau von Hartz IV", sagte DJV-Sprecher Hendrik Zörner dem Spiegel gegenüber – und das, obwohl die Ausbildung der freien Journalisten so gut sei wie nie zuvor.

Trotz oftmals extrem niedriger Honorare und sozialer Unsicherheit (auch drohende Altersarmut spielt hier sicherlich eine Rolle), also Faktoren, die für die Freiberufler belastend sind, bestätigt eine aktuelle psychologische Studie der Fernuniversität Hagen den freien Journalisten eine überraschend große Zufriedenheit mit ihrem Freelancer-Dasein. Hauptgründe für die Zufriedenheit, so die Studie, seien Eigenverantwortlichkeit und die Möglichkeit, kreativ zu arbeiten. Das ist vielen Freelancern mehr wert als ein gut gefülltes Konto.

Aber muss man sich als freier Journalist entscheiden? Experten wie Svenja Hofert, Karriereexpertin und Autorin, raten zu Selbstvermarktung. Auch wenn Marketing unter den freien Journalisten nicht den besten Ruf habe, sei es wichtig, sich auch als Unternehmer zu verstehen. Und als Unternehmer ist Netzwerken, Marketing und das Annehmen von lukrativen Aufträgen, auch wenn sie nicht immer den eigenen Vorstellungen entsprechen, unabdingbar.

Wie sind Ihre Erfahrungen als freier Journalist? Und ist es eigentlich verblüffend, trotz niedriger Honorare glücklich zu sein?

2012
03
Apr

Nächtliches Hin- und Herwälzen im Bett, zittrige Hände, Übelkeit oder ein nervöser Magen – jeder reagiert ganz anders auf unsichere Situationen. Freiberufler kommen hin und wieder in Situationen, die beunruhigen. Aber wie lässt es sich mit dem unsteten Seegang der Selbstständigkeit zurechtkommen?

Am Anfang der Freiberuflichkeit reizt oft die Idee, sein eigener Chef zu sein, sich die Zeit selbst einzuteilen oder ein besonderes Projekt zu verwirklichen. An auftragsarme Zeiten verschwenden Gründer zunächst wenig Gedanken, schließlich gibt es anfangs genug Dinge zu tun. Wenn dann aber die ersten Aufträge abgearbeitet sind, folgt meist ein Loch, in dem nichts passiert. Am besten, man gewöhnt sich gleich daran. Denn auftragsarme Zeiten gibt es immer wieder. Es gilt aber, das Schiff auf Kurs zu halten.

Wie das?

Wer plötzlich ohne Arbeit an seinem Schreibtisch sitzt, hat nun zum Beispiel Zeit, um aufgeschobene Aufgaben zu erledigen. Bei mir sind das zum Beispiel Tankquittungen, die noch ihren Weg in die Buchhaltung finden müssen, oder – je nach Jahreszeit – die Vorbereitung von Weihnachts-, Oster- oder Geburtstagskarten für ehemalige Kunden und nette Kontakte. Es ist doch schon etwas Besonderes, wenn man ein paar handgeschriebene Zeilen zu lesen bekommt, oder? Alternativ kann man auch mal wieder ein Fachbuch lesen. Natürlich darf in den ruhigen Phasen nicht die Akquise vergessen werden. Netzwerktreffen, Vorträge, Anrufe und Briefeschreiben beschäftigt ungemein; es schenkt das Gefühl, nicht untätig seine Zeit zu vergeuden. Letztendlich ist eine ruhige Phase aber auch ein Geschenk zur Regeneration.

Für viele gehört das Warten zu den unangenehmsten Faktoren. Bevor es in Angst umschlägt, hilft ein Perspektivwechsel: Was macht der potenzielle Kunde nach unserem Gespräch? Er lässt sich das Besprochene durch den Kopf gehen. Er tauscht sich vielleicht mit Kollegen oder Mitarbeitern aus, holt Feedback zu den Arbeitsproben ein und benötigt Zeit, um die konkreten Schritte des Projektes zu planen. Mit diesem Wissen fällt es etwas leichter, ein paar Tage ins Land ziehen zu lassen, bevor man noch einmal anruft.

Andere reagieren auf die Planungsunsicherheit mit physischen Zipperlein. Sicher, zuviel Kaffee und zu wenig Schlaf war noch nie gut, lässt sich aber manchmal nicht vermeiden. Arg wird‘s, wenn Nächte dauerhaft durchgegrübelt werden, man sich unwohl fühlt oder gar ernsthafte Leiden verspürt. Dann sollte man überlegen, wann man sich zuletzt Urlaub gegönnt hat und sich zwei Fragen ehrlich beantworten: Ist das nur eine Phase? Oder bin ich mit der Selbstständigkeit vielleicht nur bedingt glücklich?

Ein weiterer wichtiger Aspekt: das finanzielle Polster. Natürlich, Rechnungen wollen bezahlt werden. Nichtsdestotrotz braucht es eine Rücklage als kleines Ruhekissen. Am Ende gilt es, seine Ziele fest im Auge zu behalten und sich bewusst zu machen, dass das Auf und Ab ein Bestandteil der Freiberuflichkeit ist. Wer das akzeptieren kann, schaut entspannter auf die „verkehrsberuhigte Zone“.

 

Unsere Gastautorin Silke Dürrhauer arbeitet unter [sens]kontext als freiberufliche Texterin für Kunden aus sensiblen Bereichen. Bei projektwerk creative schreibt sie nicht nur über den Freelancer-Alltag, sondern hat auch den einen oder anderen Tipp auf Lager. www.sens.duerrhauer.de

2011
13
Sep

Berlin, 13. September 2011. Auch als kreativer Freelancer ist man ein Unternehmer, der anstrengende Telefonate führen und die Buchhaltung erledigen muss. Lauter ungeliebte Aufgaben, die häufig zugunsten von Ersatzprojekten wie dem Abwasch aufgeschoben werden. Aber was hilft gegen „Aufschieberitis“?

Erste Hilfe: die gute alte To-Do-Liste. Wer abends schwarz auf weiß sieht, was er den Tag über abgehakt hat, kann beruhigter schlafen. Und keine Panik, wenn einige Punkte auf der morgigen Liste landen – es dürfen nur nicht immer dieselben sein. Außerdem erhalten Listen die Kreativität.

Viele Menschen schieben auf, weil ihnen die Motivation fehlt. Dabei untergraben auch eigene Verhaltensweisen die Motivation. Wer schiebt, der sollte sich überlegen, wieso und womit.

Zu den Motivationsfressern gehören z. B. „nur nebenbei eingeschaltete“ soziale Netzwerke: Wer regelmäßig „schnell mal kommentiert“, opfert seine Konzentration, und am Ende fragt man sich, warum man einfach nicht in der Stimmung zum Arbeiten ist, wieso die Zeit immer so schnell verrinnt, man so wenig schafft oder andere mehr erleben – alles ernstzunehmende Motivationskiller. Tipp: Bei Facebook & Co. lieber nur wirklich relevante Nachrichtenlieferanten aktiviert lassen – oder die Nutzung in die Freizeit verschieben.

Auch mangelnde Freizeit oder zu wenig Pausen lassen die Motivation sinken. Im Kopf dreht es sich nur noch um die Arbeit? Dann fehlt es an Ausgleich, Erholung und Inspiration. Eine Aufteilung des Tages in Frei- und Arbeitszeit wollte man vielleicht nie, doch es hilft, den Kopf frei zu bekommen und sich erholter an die Arbeit zu machen. Dazu gehört auch ein ordentlicher Workspace.

Wer z. B. schwer „in die Gänge kommt“ und einfach keine Motivation aufbringen kann, geht mit einer Stunde mehr (oder weniger) Schlaf viel frischer ans Werk. Oder liegt das Aufschieben der Buchhaltung daran, dass man glaubt, sie nicht zu beherrschen? Dann schafft ein auffrischender Buchhaltungskurs vielleicht mehr Sicherheit.

Die gute Nachricht ist also: Die meisten „Gelegenheits-Prokrastinierer“ können ihren Hang zum Aufschieben durch Selbstbeobachtung und lösungsorientiertes Denken abschalten. Probieren Sie‘s aus!

 

Unsere Gastautorin Silke Dürrhauer arbeitet unter [sens]kontext als freiberufliche Texterin für Kunden aus sensiblen Bereichen. Bei projektwerk creative schreibt sie nicht nur über den Freelancer-Alltag, sondern hat auch den einen oder anderen Tipp auf Lager. www.sens.duerrhauer.de