SUCHE   
  

Freiberufler

2012
03
Apr

Nächtliches Hin- und Herwälzen im Bett, zittrige Hände, Übelkeit oder ein nervöser Magen – jeder reagiert ganz anders auf unsichere Situationen. Freiberufler kommen hin und wieder in Situationen, die beunruhigen. Aber wie lässt es sich mit dem unsteten Seegang der Selbstständigkeit zurechtkommen?

Am Anfang der Freiberuflichkeit reizt oft die Idee, sein eigener Chef zu sein, sich die Zeit selbst einzuteilen oder ein besonderes Projekt zu verwirklichen. An auftragsarme Zeiten verschwenden Gründer zunächst wenig Gedanken, schließlich gibt es anfangs genug Dinge zu tun. Wenn dann aber die ersten Aufträge abgearbeitet sind, folgt meist ein Loch, in dem nichts passiert. Am besten, man gewöhnt sich gleich daran. Denn auftragsarme Zeiten gibt es immer wieder. Es gilt aber, das Schiff auf Kurs zu halten.

Wie das?

Wer plötzlich ohne Arbeit an seinem Schreibtisch sitzt, hat nun zum Beispiel Zeit, um aufgeschobene Aufgaben zu erledigen. Bei mir sind das zum Beispiel Tankquittungen, die noch ihren Weg in die Buchhaltung finden müssen, oder – je nach Jahreszeit – die Vorbereitung von Weihnachts-, Oster- oder Geburtstagskarten für ehemalige Kunden und nette Kontakte. Es ist doch schon etwas Besonderes, wenn man ein paar handgeschriebene Zeilen zu lesen bekommt, oder? Alternativ kann man auch mal wieder ein Fachbuch lesen. Natürlich darf in den ruhigen Phasen nicht die Akquise vergessen werden. Netzwerktreffen, Vorträge, Anrufe und Briefeschreiben beschäftigt ungemein; es schenkt das Gefühl, nicht untätig seine Zeit zu vergeuden. Letztendlich ist eine ruhige Phase aber auch ein Geschenk zur Regeneration.

Für viele gehört das Warten zu den unangenehmsten Faktoren. Bevor es in Angst umschlägt, hilft ein Perspektivwechsel: Was macht der potenzielle Kunde nach unserem Gespräch? Er lässt sich das Besprochene durch den Kopf gehen. Er tauscht sich vielleicht mit Kollegen oder Mitarbeitern aus, holt Feedback zu den Arbeitsproben ein und benötigt Zeit, um die konkreten Schritte des Projektes zu planen. Mit diesem Wissen fällt es etwas leichter, ein paar Tage ins Land ziehen zu lassen, bevor man noch einmal anruft.

Andere reagieren auf die Planungsunsicherheit mit physischen Zipperlein. Sicher, zuviel Kaffee und zu wenig Schlaf war noch nie gut, lässt sich aber manchmal nicht vermeiden. Arg wird‘s, wenn Nächte dauerhaft durchgegrübelt werden, man sich unwohl fühlt oder gar ernsthafte Leiden verspürt. Dann sollte man überlegen, wann man sich zuletzt Urlaub gegönnt hat und sich zwei Fragen ehrlich beantworten: Ist das nur eine Phase? Oder bin ich mit der Selbstständigkeit vielleicht nur bedingt glücklich?

Ein weiterer wichtiger Aspekt: das finanzielle Polster. Natürlich, Rechnungen wollen bezahlt werden. Nichtsdestotrotz braucht es eine Rücklage als kleines Ruhekissen. Am Ende gilt es, seine Ziele fest im Auge zu behalten und sich bewusst zu machen, dass das Auf und Ab ein Bestandteil der Freiberuflichkeit ist. Wer das akzeptieren kann, schaut entspannter auf die „verkehrsberuhigte Zone“.

 

Unsere Gastautorin Silke Dürrhauer arbeitet unter [sens]kontext als freiberufliche Texterin für Kunden aus sensiblen Bereichen. Bei projektwerk creative schreibt sie nicht nur über den Freelancer-Alltag, sondern hat auch den einen oder anderen Tipp auf Lager. www.sens.duerrhauer.de

2011
13
Sep

Berlin, 13. September 2011. Auch als kreativer Freelancer ist man ein Unternehmer, der anstrengende Telefonate führen und die Buchhaltung erledigen muss. Lauter ungeliebte Aufgaben, die häufig zugunsten von Ersatzprojekten wie dem Abwasch aufgeschoben werden. Aber was hilft gegen „Aufschieberitis“?

Erste Hilfe: die gute alte To-Do-Liste. Wer abends schwarz auf weiß sieht, was er den Tag über abgehakt hat, kann beruhigter schlafen. Und keine Panik, wenn einige Punkte auf der morgigen Liste landen – es dürfen nur nicht immer dieselben sein. Außerdem erhalten Listen die Kreativität.

Viele Menschen schieben auf, weil ihnen die Motivation fehlt. Dabei untergraben auch eigene Verhaltensweisen die Motivation. Wer schiebt, der sollte sich überlegen, wieso und womit.

Zu den Motivationsfressern gehören z. B. „nur nebenbei eingeschaltete“ soziale Netzwerke: Wer regelmäßig „schnell mal kommentiert“, opfert seine Konzentration, und am Ende fragt man sich, warum man einfach nicht in der Stimmung zum Arbeiten ist, wieso die Zeit immer so schnell verrinnt, man so wenig schafft oder andere mehr erleben – alles ernstzunehmende Motivationskiller. Tipp: Bei Facebook & Co. lieber nur wirklich relevante Nachrichtenlieferanten aktiviert lassen – oder die Nutzung in die Freizeit verschieben.

Auch mangelnde Freizeit oder zu wenig Pausen lassen die Motivation sinken. Im Kopf dreht es sich nur noch um die Arbeit? Dann fehlt es an Ausgleich, Erholung und Inspiration. Eine Aufteilung des Tages in Frei- und Arbeitszeit wollte man vielleicht nie, doch es hilft, den Kopf frei zu bekommen und sich erholter an die Arbeit zu machen. Dazu gehört auch ein ordentlicher Workspace.

Wer z. B. schwer „in die Gänge kommt“ und einfach keine Motivation aufbringen kann, geht mit einer Stunde mehr (oder weniger) Schlaf viel frischer ans Werk. Oder liegt das Aufschieben der Buchhaltung daran, dass man glaubt, sie nicht zu beherrschen? Dann schafft ein auffrischender Buchhaltungskurs vielleicht mehr Sicherheit.

Die gute Nachricht ist also: Die meisten „Gelegenheits-Prokrastinierer“ können ihren Hang zum Aufschieben durch Selbstbeobachtung und lösungsorientiertes Denken abschalten. Probieren Sie‘s aus!

 

Unsere Gastautorin Silke Dürrhauer arbeitet unter [sens]kontext als freiberufliche Texterin für Kunden aus sensiblen Bereichen. Bei projektwerk creative schreibt sie nicht nur über den Freelancer-Alltag, sondern hat auch den einen oder anderen Tipp auf Lager. www.sens.duerrhauer.de

2011
19
Jul

Viele Agenturen und Unternehmen bekommen täglich hunderte von Bewerbungen ins Haus geflattert. Um Zeit zu sparen und eine neutrale Vorauswahl treffen zu können, wer Ihr Projekt am besten realisieren kann, nutzen Sie Fragebögen. Ein Beispiel haben wir bei echtzeitgeist by Frank Tentler gefunden, aus dem wir Ihnen unsere 10 Favoriten gern vorstellen möchten. Testen Sie sich selbst!

  1. Seit wann sind Sie in welchen Social-Network/Media-Plattformen selbst Mitglied? Welche Social-Network/Media-Plattformen nutzen Sie privat, welche beruflich?
  2. Benutzen Sie selbst ein Smartphone für Ihre Kommunikation und seit wann? Kommunizieren Sie damit auch in Ihren Social-Network/Media-Accounts?
  3. Wie, in welchen Zeitabschnitten und über welche Kanäle informieren Sie sich über aktuelle Web-Entwicklungen?
  4. Welches sind Ihrer Meinung nach die z. Zt. wichtigsten Social-Web-Plattformen, um das Unternehmen XY bestmöglich darzustellen und warum sind sie das?
  5. Welches sind Ihrer Meinung nach in den kommenden 6 Monaten die Social-Web-Plattformen, auf die man bereits heute ein Auge haben und erste Erfahrungen sammeln sollte, um dort frühzeitig eine relevante Rolle zu spielen?
  6. Bitte benennen Sie die 3 wichtigsten Social-Web-Trends in diesem Jahr und begründen Sie sie kurz.
  7. Welche Kongresse/Konferenzen/Barcamps/Messen zum Thema Web/Marketing/IT/Kommunikation haben Sie 2010 besucht und werden Sie 2011 besuchen?
  8. Welche Möglichkeiten sehen Sie in der Nutzung von RSS-Feeds?
  9. Bitte beschreiben Sie kurz unter Nennung der gewählten Tools/Widgets/Plugins Ihre Strategie bei Entwicklung, Aufbau und Ausbau einer thematischen Community innerhalb einer Social-Web-Plattformen.
  10. Sie haben unwissentlich eine falsche Information verbreitet. Dies führt zu einem enormen Protest. Wie stellen Sie sich dieser Situation?

Halten Sie solche Fragebögen für Sinnvoll?
Welche Fragen finden Sie wichtig? Kommentare erwünscht:)

2010
09
Nov

Gestern gab es ein interessantes Interview auf Zeit online zum Thema Selbstständigkeit mit dem Soziologen Ulrich Bröckling.

Für ihn ist der „Kreative“ ein neuer Sozialtypus, der „[…] morgens im Café (bedient), mittags im Uni-Seminar (sitzt) und abends in einem Club Platten (auflegt). […]“.

Sicherlich gibt es den einen oder anderen Kreativen, der sich in dieser Beschreibung wieder findet. Wäre dem aber grundsätzlich so, hätte das nicht mehr allzu viel mit dem Freiberufler der Kreativwirtschaft und seinem Alltag zu tun. Denn hier gibt es sehr wohl viele, die erfolgreich und glücklich mit dem „eigenen Chef sein“ sind. Zu ihnen gehören beispielsweise die selbstständigen Designer, Texter, Marketing-Spezialisten, Architekten, Kommunikations-Experten, Journalisten und PRler.

Auf unserem Blog haben wir einige kreative Freiberufler interviewt und für die meisten ist es keine Option ihre Freiberuflichkeit gegen eine Festanstellung einzutauschen.

Die Äußerung von Herrn Bröckling, „ […] die Arbeitsbedingungen in der Kreativwirtschaft sind jedenfalls nichts für Leute, die kleine Kinder haben oder Angehörige pflegen müssen. […]“ ist so sicherlich auch nicht allgemeingültig.

Ilona Kuboth, Freiberufler für Design & Illustration mit einem einjährigen Sohn, hat eher das Gefühl, „dass meine Arbeitsbedingungen nicht durch die Kreativwirtschaft betroffen sind, sondern durch die wenigen Kitaplätze, zu wenige Erzieher und dadurch gestresste Erzieher.“

Und auch wenn sie bei manchen Kunden das Gefühl hat, diese denken, man sei als Mutter nicht mehr so flexibel, lief ihre Freiberuflichkeit in den letzten fünf Jahr sehr gut und Ilona ist optimistisch, dass es, „[…] sobald der Kleine untergebracht ist weiterhin läuft.“.

Es ist also (mal wieder) schwierig zu pauschalieren und alle Kreativen als Künstler oder „neue Selbstständige“, die eher nach Selbstdisziplinierung als –verwirklichung streben (müssen), zu bezeichnen. Oder?

2010
26
Mrz

Anti-Kreativität Checkliste

Beitrag von Simone / Kategorie: Freiberufler, Tipps

Eine Checkliste, die Ihnen hilft, die Phantasie, Innovation und Kreativität zu erhalten. Gefunden bei Harvard Business Review.

My Anti-Creativity Checklist from Youngme Moon on Vimeo.

Haben Sie auch eine?