SUCHE   
  
2012
20
Dez

Besonders Ingenieure und Programmierer fehlen in deutschen Unternehmen. Die Personalabteilungen jedoch tun noch viel zu wenig im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Das zeigt auch die Studie HR Strategie & Organisation 2012/13" der Unternehmensberatung Kienbaum.

Ingenieure gesucht

Der Fachkräftemangel betrifft in besonderem Maße die Automobilindustrie: 82 Prozent der Befragten aus der Automobilindustrie gaben an, Schwierigkeiten bei der Suche nach Ingenieuren zu haben. Im Bereich Ingenieurswesen, Technik und Hightech betrifft dieses Problem ganze 95 Prozent der Unternehmen, und auch die Bereiche Transport Logistik (75 Prozent), Versorger (62 Prozent) und Maschinen- und Anlagenbau (59 Prozent) beklagen Probleme bei der Besetzung offener Ingenieurs-Stellen. Dieser Mangel ist nicht nur ein theoretisches oder temporäres Ärgernis: Laut Ingenieursverband VDI und dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) musste die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr einen Wertschöpfungsverlust von acht Milliarden Euro verzeichnen – weil monatlich 92.000 Ingenieursstellen nicht besetzt werden konnten.

IT-Experten: „Mangelware“

Auch IT-Fachkräfte werden dringend gesucht. Besonders Verlage haben der Studie zufolge große Probleme, Programmierer für digitale Angebote zu finden. In den Bereichen Telekommunikation, Handel und Logistik ist mehr als die Hälfte der Unternehmen betroffen. Laut Studie beklagen die Unternehmen nicht nur die mangelhafte Zahl der Bewerbungen, sondern auch deren sich verschlechternde Qualität. Mehr als ein Drittel, im Gesundheits- und Sozialwesen sogar drei Viertel, der Unternehmen gaben an, die Qualität der Bewerbungen verhindere die Besetzung offener Stellen.

Gegenmaßnahmen? Fehlanzeige

Trotzdem greifen nur wenige der befragten Unternehmen zu zielgerichteten Gegenmaßnahmen, fand die Studie heraus. Die Mehrheit der Unternehmen scheint nicht bereit, Neuland zu betreten und begnügt sich damit, Stellenanzeigen auf der eigenen Webseite und in Jobbörsen zu schalten. Soziale Netzwerke werden größtenteils links liegen gelassen – mit Ausnahme der IT- und TK-Branche. Nur ein Drittel der befragten Unternehmen nutzt diese Quelle. Immerhin planen weitere 30 Prozent, dies in Zukunft zu tun. Die Unternehmen, die die Netzwerke bereits nutzen, konzentrieren sich auf die attraktive Darstellung des Unternehmens. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: "Entscheidend ist, dass die Versprechen auch eingehalten werden", sagt Thomas Faltin, Direktor für Personalstrategie und -organisation bei Kienbaum. Einen Etikettenschwindel sollten Unternehmen vermeiden, sonst könnten sich die Bemühungen schnell als Bärendienst erweisen, so Faltin.

Offensichtlich jedoch ist den Unternehmen bewusst, dass zielgerichtetes Employer Branding ein wichtiger Aspekt im Kampf gegen den Fachkräftemangel ist. 4 von 5 Unternehmen gaben dies zumindest an. Aber nur 41 Prozent waren der Meinung, das eigene Employer Branding sei auch tatsächlich effektiv, was die Attraktivität für Bewerber betrifft.

Die Studie zeigt auch Schwächen der Personaler auf: Besonders in den Bereichen Karriere- und Nachfolgemanagement sowie Controlling besteht Nachbesserungsbedarf: "Die Personalabteilungen müssen sich viel früher Gedanken machen, welche Positionen für das Unternehmen kritisch sind und einen Pool an Talenten vorhalten", rät Faltin.

Quelle: manager-magazin.de

  • del.icio.us
  • Digg
  • email
  • Facebook
  • FriendFeed
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • Netvibes
  • Netvouz
  • Twitter
  • Yigg

1 Antwort zu "Studie: Personaler zu inaktiv gegen Fachkräftemangel"


Das deckt sich absolut mit in den verganenen 24 Monaten gemachten Erfahrungen und unseren eigenen Befragungen im Rahmen des Business Development.
Die Aussagen der befragten Fachabteilungen, sowie der Personalabteilungen in den Branchen Automotive, Energie, und Umwelt klaffen zum Teil extrem auseinander.

Die Personaler führen an, dass Geschäftsleitung und Fachabteilung auf die allbekannten Standarts bestünden und weder Budget noch Verständnis dafür existieren würden auf eine starke ehrliche Arbeitgebermarke in themenspezifisch spezialisierten Kommunikationskanälen (Social Media, fachspezifische Portale)zu setzen.

Ausserdem seien spezialisierte Anbieter oft zu unbekannt.

Fachabteilungen erklären wiederum,dass die Personaler kaum gefiltert beinahe alle Bewerbungen weiterleiten. Ausserdem sei die Personalabteilung weder Qualitativ noch Quantitativ überprüfbar.

Hinsichtlich der Ausschreibungsgestaltung und der Ausswahl der Kommunikationskanäle fehlt den Fachabteilungen oft eine erkennbare Strategie für ihre Vakanzen. Die Initiative,eingebrachte Ideen und die Beratung durch die Personalabteilungen sieht der Großteil als deutlich verbesserungswürdig an.
Vorschlägen zu fachspezifischen Kommunikationskanälen würden seitens der Personalabteilungen überwiegend nicht gefolgt.

Einen Kommentar schreiben

Kommentar